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Im Visier! Lovis Corinth, die Nationalgalerie und die Aktion „Entartete Kunst“ – Alte Nationalgalerie | 18.07.-02.11.2025

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Zum 100. Todestag von Lovis Corinth beleuchtet die Alte Nationalgalerie in einer konzentrierten Ausstellung das Schicksal der Werke des Künstlers und seiner Frau, der Malerin Charlotte Berend-Corinth, in der Sammlung der Nationalgalerie. Im Fokus der Ausstellung stehen die unterschiedlichen Provenienzen der Bilder: Die Bestände der Nationalgalerie werden ergänzt durch Gemälde, die aufgrund der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ in andere Museen gelangten und nun eigens für die Ausstellung temporär zurückkehren.

Abb. oben: Lovis Corinth, Frau mit Rosenhut, 1912, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie /Fotograf: Reinhard Saczewski.

Lovis Corinth (1858–1925) gilt neben Max Liebermann und Max Slevogt als der wichtigste Vertreter des deutschen Impressionismus. Mit über zwanzig teils großformatigen Ölgemälden besitzt die Nationalgalerie einen umfangreichen und bedeutenden Bestand an Werken des Malers.

DEEDS.NEWS - Alte Nationalgalerie - Lovis Corinth - foto André van Linn
Charlotte Behrend-Corinth, Porträt des Architekten Hans Poelzig, 1926, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie, Fotograf: André van Linn

Die Wege dieser Objekte in die Sammlung der Nationalgalerie sind jedoch häufig von Verlust und teilweiser Rückkehr geprägt: Einige Bilder wurden 1937 als „entartet“ beschlagnahmt, 1939 aber überraschenderweise zurückgegeben, andere konnten erst wesentlich später zurückerworben werden; manche wurden aber auch nicht konfisziert, während wieder andere damals verkauft wurden und sich heute im In- und Ausland befinden.

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Lovis Corinth, Der geblendete Simson, 1912, Öl auf Leinwand, 130 x 105 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, Fotograf: Andres Kilger
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Lovis Corinth, Inntallandschaft, 1910, Öl auf Leinwand, 75 x 99 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, Fotograf: Jörg P. Anders

Um diese Verluste auszugleichen, wurden nach 1945 sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR weitere Gemälde von Corinth und seiner Frau Charlotte Berend-Corinth (1880-1967) erworben. Der in Ostpreußen geborene Künstler übersiedelte 1901 von München nach Berlin. Nach einem Schlaganfall 1911 wurde seine Pinselführung deutlich expressiver. Als er am 17. Juli 1925 an einer Lungenentzündung starb, befand er sich auf einer Reise nach Amsterdam, wo er sich noch einmal die Gemälde von Frans Hals und Rembrandt ansehen wollte.

DEEDS.NEWS - Alte Nationalgalerie - Lovis Corinth - foto Dietmar Katz
Lovis Corinth, Der Fahnenträger, 1919/20, Kaltnadelradierung, Probeduck, 32 x 24,5 cm (Druck), Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett, Fotograf: Dietmar Katz
DEEDS.NEWS - Alte Nationalgalerie - Lovis Corinth - foto Jörg P. Anders
Lovis Corinth, Selbstbildnis vor der Staffelei, 1919, Öl auf Leinwand, 126 x 105,8 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / 1976 erworben durch das Land Berlin,Fotograf: Jörg P. Anders

Die Ausstellung wird kuratiert von Dieter Scholz, wissenschaftlicher Mitarbeiter Alte Nationalgalerie, und Andreas Schalhorn, wissenschaftlicher Mitarbeiter Kupferstichkabinett, in Kooperation mit Sven Haase, wissenschaftlicher Mitarbeiter Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin

WANN?

Eröffnung: Donnerstag, 17. Juli 2025, 19 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 18. Juli 2025 – Sonntag, 2. November 2025

Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr

WO?

Museumsinsel Berlin, Alte Nationalgalerie
Bodestr. 1-3
10178 Berlin

KOSTET?

Regulär: 14 EUR
Ermäßigt 7 EUR

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