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Sonntag, Januar 18, 2026

200 Jahre Museumsinsel Berlin | Sonderausstellungen 2026

Editors’ Choice

Die Museen der Museumsinsel Berlin – Alte Nationalgalerie, Altes Museum, Bode Museum, James Simon Galerie und Neues Museum – veröffentlichten im Dezember ihr Jahresprogramm für die Sonderausstellungen im Jahr 2026. Denn das Jahr 2026 stellt für die Museumsinsel einen besonderen Meilenstein dar: Sie feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Finde hier die Übersicht über alle geplanten Ausstellungen im Jahreslauf. Mögliche Änderungen bleiben den Museen natürlich vorbehalten. Das Pergamonmuseum ist nicht dabei, denn dies wird noch bis voraussichtlich Frühjahr 2027 denkmalgerecht instandgesetzt und um einen neues Eingangspavillon im Ehrenhof erweitert.

Abb. oben: Luftbild von Karahantepe (Provinz Şanlıurfa, Türkiye) © Karahantepe Project Archive/Yusuf Aslan

James-Simon-Galerie: Gebaute Gemeinschaft. Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren
6. Februar – 19. Juli 2026

Mit der Sonderausstellung rückt das Vorderasiatische Museum Kunst und Bildwerke der ersten sesshaften Kulturen im Südosten von Türkiye in den Blick. Dort erreichteten Menschen monumentale Bauwerke aus Stein und bevölkerten diese mit spektakulären Steinskulpturen. Die gemeinsam mit der Universität Istanbul kuratierte Ausstellung inszeniert die Bildwerke, die vielfach zum ersten Mal im Ausland zu sehen sind, zusammen mit Architekturrekonstruktionen, Medien und Fotos der spanischen Fotokünstlerin Isabel Muñoz.

Altes Museum: Giulia Andreani zu Gast im Alten Museum
27. Februar – 13. September 2026

Im Rahmen ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland, die 2026 das Jubiläumsprogramm des Hamburger Bahnhofs eröffnen wird, präsentiert die Künstlerin Giulia Andreani neue Gemälde. Zwei der Werke sind von etruskischen Objekten aus dem Bestand der Antikensammlung inspiriert. Sie werden als Intervention im Obergeschoss des Alten Museums innerhalb der Etrusker-Ausstellung präsentiert. 

Neues Museum: Schicksal in den Sternen – die Anfänge des Tierkreises
21. März 2026 – 10. Januar 2027

„Was ist dein Tierkreiszeichen?“ Diese Frage wird auch heute, im Zeitalter der Wissenschaft, noch oft gestellt. Der Tierkreis fasziniert die Menschen seit der Antike. Er vereint Mensch und Kosmos, Himmel und Erde, Astronomie und Astrologie, Wissenschaft und Glaube, Tradition und Innovation, Sicherheit und Unsicherheit, Harmonie und Dissonanz. Aber was genau ist der Tierkreis? Ein Orakel, das Zeichen für die Zukunft erzeugt? Ein Spiegel, der Einblicke in die Psyche liefert? Eine Projektionsfläche für unser Streben nach Wissen und Sicherheit? Ein Koordinatensystem, das die Bewegung der Planeten berechenbar macht? Ein sichtbarer Ausdruck der himmlischen Harmonie? Oder all diese Dinge zugleich? Und woher kommt er, wie hat er sich über die Welt verbreitet, wofür wurde er benutzt, und wie wurde er dargestellt?

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Malerische Umsetzung des runden Himmelsbildes aus Dendera an einer Decke im Neuen Museum (Detail) © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung. Foto Sandra Steiß

Die Ausstellung stellt in mehreren Themenbereichen den antiken Tierkreis aus aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive vor. Anhand von antiken Artefakten aus Berliner Museen, darunter solchen, die noch nie ausgestellt wurden, führt sie die Besucher auf eine multikulturelle Reise durch Raum und Zeit, von Babylonien nach Ägypten, Griechenland und Rom (ca. 400 v. Chr. – 400 n. Chr.) und erklärt den Tierkreis vor dem Hintergrund seiner heutigen Bedeutung.

Alte Nationalgalerie

Am 22. März 1876 wurde die Nationalgalerie als drittes Museum auf der Spreeinsel feierlich eröffnet. 2026 steht das Haus daher im Fokus der fünf Jahre währenden Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum der Museumsinsel Berlin.

Alte Nationalgalerie: Skandal! Mors Imperator – Hermione von Preuschen
22. März – 15. November 2026

Ein spektakuläres Gemälde sorgte 1887 in Berlin für eine Sensation: „Mors Imperator“ (übersetzt: „Der Tod ist der Herrscher“), gemalt von der Künstlerin Hermione von Preuschen (1854–1918). Das Werk galt als Majestätsbeleidigung: Kaiser Wilhelm I. war zum Zeitpunkt seiner Entstehung bereits 90 Jahre alt und sollte im Folgejahr sterben. Obwohl der Kaiser mitteilen ließ, er habe nichts gegen das Bild einzuwenden, wurde es von der Jury der Königlichen Akademie der Künste zurückgewiesen. Daraufhin stellte die Malerin das monumentale Gemälde in eigener Regie in Berlin aus. Die Schau wurde ein enormer Publikumserfolg. Die Alte Nationalgalerie zeigt dieses lange als verschollen geglaubte Gemälde nun erstmals wieder öffentlich und stellt die damals wirkmächtige Künstlerin dem heutigen Publikum in einer Kabinettausstellung vor.

Alte Nationalgalerie: Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus
22. Mai – 27. September 2026

Die Alte Nationalgalerie würdigt im Jahr 2026 mit Paul Cassirer (1871– 1926) einen der wichtigsten Kunsthändler seiner Zeit. Mit einer außergewöhnlich dichten und kontinuierlichen Ausstellungstätigkeit förderte der in Berlin ansässige Galerist maßgeblich die Verbreitung des französischen Impressionismus in Deutschland. Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet oder Auguste Renoir erlangten durch ihn erstmals größere Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum. Mit der Präsentation ihrer Werke prägte Cassirer die deutsche Kulturlandschaft nachhaltig und stieß leidenschaftlich geführte Diskussionen in der Öffentlichkeit an. Zahlreiche Schlüsselwerke fanden durch seine Vermittlung Eingang in bedeutende deutsche Sammlungen und Museen, darunter auch in die Bestände der Nationalgalerie.

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Claude Monet, Sommer, 1874 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie. Foto: Jörg P. Anders

Cassirer beschränkte sein Engagement nicht allein auf die Vermittlung französischer Kunst. Er setzte sich ebenso für den deutschen Impressionismus ein und unterstützte die Berliner Secession, hier Künstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt. Gleichzeitig förderte er mit Edvard Munch und August Gaul bedeutende Wegbereiter der klassischen Moderne, während mit Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kirchner und Paula Modersohn-Becker auch die junge Avantgarde Eingang in das Programm seiner Galerie fand.

Die Ausstellung zeigt entlang von über 100 herausragenden Werken des Impressionismus und der klassischen Moderne das beeindruckende Engagement Paul Cassirers für die Kunst.

Alte Nationalgalerie: InterNationalgalerie#1 – Nationalmuseum Warschau
19. Juni 2026 – 13. Januar 2027

1876 eröffnete der preußische König feierlich die „National-Galerie“ auf der Museumsinsel. Entgegen der auf dem Giebel befindlichen Aufschrift „Der deutschen Kunst“ war die Sammlung von Beginn an international und wurde zu einer der wichtigsten deutschen Sammlungen französischer Avantgarde ausgebaut. In ihrer neuen Reihe „InterNationalgalerie“ lädt die Alte Nationalgalerie über die nächsten Jahre kontinuierlich Nationalgalerien und -museen aus aller Welt ein, um mit einem Schaufenster im Haus präsent zu sein und sich entlang von besonders aktuellen Themen und Fragen dem internationalen und dem Berliner Publikum vorzustellen. Den Auftakt der Reihe macht das Nationalmuseum in Warschau. Die Präsentation findet im 1. Ausstellungsgeschoss statt. 

Bode-Museum: In die Fläche gebrochen. Skulptur und Fotografie im Dialog (AT)
Juli – Oktober 2026

Die Ausstellung öffnet neue Sichtweisen auf die dreidimensionale Kunstform. Sie führt vor, dass Fotografien von Skulpturen stets subjektive Interpretationen darstellen, und schärft den Blick für die jeweils dahinter stehenden Absichten. Durch direkte Gegenüberstellungen historischer und aktueller Fotografien mit den Skulpturen, die sie abbilden, werden die unterschiedlichen Bildwelten und Bedeutungen, die durch Fotografie entstehen, erfahrbar gemacht. Ein interaktiver Teil sowie begleitende Audio-Interviews mit Fotograf*innen und Archivar*innen laden Besucher*innen ein, den Dialog zwischen Skulptur und Fotografie aktiv mitzuerleben. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Studierenden am Institut für Kunstund Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin.

James-Simon-Galerie: Farben der Vergangenheit. Bilder aus der Archäologie Irans (AT)
September 2026 – Februar 2027

Die Ausstellung beleuchtet durch die Linse der sich entwickelnden Farbfototechnologien die archäologische Forschung in in Tepe Hissar, Rayy, Luristan und Persepolis in Iran in den 1930er Jahren. Die Bilder stammen aus dem Archiv des deutsch-amerikanischen Archäologen Erich F. Schmidt (1897–1964), ein passionierter Fotograf und Pionier der Luftbildarchäologie. Die Aufnahmen eröffnen einen neuen Blick auf die Landschaft Irans, ihre Menschen und ihre Monumente. Sie schaffen in ihrer Farbigkeit einen eindrucksvollen Kontrast zwischen Forschung und Alltagsleben. Ergänzt wird die Präsentation durch einen neu entdeckten Dokumentarfilm, der Schmidts Arbeit im Feld sowie frühe Konservierungsmaßnahmen eindrucksvoll festhält.

James-Simon-Galerie: Dschingis Khan – Die Welt der Mongolen Anfang
Oktober 2026 – Ende April 2027

2027 jährt sich das Todesjahr Dschingis Khans, des Begründers des mongolischen Weltreiches, zum 800. Mal. Aus diesem Anlass stellt das Museum für Vor- und Frühgeschichte diese zentrale Herrscherfigur in den Mittelpunkt einer großen Ausstellung. Wie konnte ein Anführer eines kleinen nomadischen Volkes von herausragenden Reitern und Bogenschützen ein Reich schaffen, wie es die Welt bis dahin noch nicht gesehen hatte? Die Auswirkungen der mongolischen Expansion haben Europa und Asien geprägt und die Geschichte der folgenden Jahrhunderte bestimmt.

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Moderne Monumentalstatue Dschingis Khans © Ghenggis Khaan National Museum

Das Dschingis Khan Nationalmuseum stellt herausragende Objekte, darunter zahlreiche archäologische Neufunde, die bisher noch nie in einer Ausstellung außerhalb der Mongolei zu sehen waren, zur Verfügung, Leihgaben aus Polen und Rumänien sowie aus der Staatsbibliothek zu Berlin und aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin erweitern das Bild dieser Epoche. Die Eröffnung der Ausstellung in Berlin im Oktober 2026 wird in Anwesenheit des mongolischen Präsidenten und des Bundespräsidenten stattfinden.

Alte Nationalgalerie: Über Zeiten. Begegnungen des 19. Jahrhunderts mit Werken des 20. und 21. Jahrhundert aus der Sammlung der Nationalgalerie
14. Oktober 2026 – 28. Februar 2027

Eine Sonderpräsentation der Alten Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin 1876 wurde die Nationalgalerie als Haus für zeitgenössische Kunst eröffnet. Heute ist sie unter dem Namen Alte Nationalgalerie das Stammhaus der Nationalgalerie und das Museum für die Kunst des langen 19. Jahrhunderts. Alle inzwischen sechs Häuser der Nationalgalerie eint eine gemeinsame Sammlung von der Alten Nationalgalerie über die Neue Nationalgalerie bishin zur Nationalgalerie der Gegenwart – Hamburger Bahnhof. Im Jubiläumsjahr bietet die Alte Nationalgalerie auf allen drei Etagen punktuelle Begegnungen von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts mit der Kunst des 19. Jahrhunderts und lädt zum assoziativen Schauen ein. 

Bode-Museum: Klangkörper – Variationen über ein Thema der Kunst. Eine Musik-Intervention im Bode-Museum
24. November 2026 – 7. März 2027

Eine Sonderausstellung von Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, dem Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart – Staatliche Museen zu Berlin sowie dem Musikinstrumenten-Museum des Staatlichen Instituts für Musikforschung – Preußischer Kulturbesitz Die Ausstellung „Klangkörper“ spürt dem Sound ausgewählter Objekte im Bode-Museum nach – von koptischen Textilien, mittelalterlichen Engelschören bis hin zu Antonio Canovas „Tänzerin“. Als Zusammenarbeit der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst mit dem Hamburger Bahnhof und dem Musikinstrumenten-Museum, erkundet die Intervention den Dialog zwischen plastischer Kunst sowie Klang und Bewegung. Historische und moderne Musikinstrumente treten in Beziehung zu Kunstwerken, in denen Musik dargestellt ist. Dabei entstehen faszinierende Gegenüberstellungen, unerwartete Einblicke und sinnliche Erlebnisse, die Kunst sichtbar und hörbar machen.

WANN?

Im ganzen Jahr 2026, teils bis 2027

WO?

Museumsinsel Berlin
10178 Berlin-Mitte

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