2.8 C
Berlin
Sonntag, Januar 18, 2026

Arno Schidlowski: Jasmund | Der Sonne Mond – Alfred Ehrhardt Stiftung | 10.01.-12.04.2026

Editors’ Choice

In seiner Ausstellung „Jasmund | Der Sonne Mond“ zeigt der deutsche Fotograf Arno Schidlowski, geboren 1975 in Münster, in der Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin, zwei Werkserien, die unterschiedliche Zugänge zur Landschaft eröffnen. Vom 10. Januar bis 12. April 2026 sind rund 50 analog und von Hand gefertigte Fotografien zu sehen, die in konzentrierter Auseinandersetzung mit Natur und Licht entstanden sind. Beide Serien greifen Strategien der Romantik auf und führen sie in eine zeitgenössische, kontemplative Naturbetrachtung über.

Abb. oben links: Arno Schidlowski, Der Sonne Mond #1, 2011-2013, © Arno Schidlowski | rechts: Arno Schidlowski, Jasmund #21, 2005-2011, © Arno Schidlowski.

Die Serie Jasmund (2005–2011) führt auf die Insel Rügen, an jene Kreideküsten und Buchenwälder, die durch Caspar David Friedrichs Malerei weltberühmt wurden. Schidlowski kehrte über Jahre immer wieder an diesen Ort zurück, um „adäquate Bilder“ einer Landschaft zu finden, die tief im kulturellen Gedächtnis verankert ist. Anstatt den Klischees romantischer Bildwelten zu folgen, entwickelte er eine Perspektive, die den Widerspruch von äußerem Abbild und innerem Blick aufgreift.

In den folgenden Jahren, von 2011 bis 2013, entstand als direkte Reaktion auf Jasmund die Arbeit Der Sonne Mond. Für die Fotoserie verlässt Schidlowski den Norden und richtet den Blick in eine nicht verortbare Landschaft des Südens. Eine Auswahl seiner Schwarz-Weiß-Barytabzüge lassen eine mediterran anmutende Umgebung erahnen, die sich jedoch geografisch nicht benennen lässt, vielmehr handelt es sich um einen inneren Ort ohne eindeutige Orientierungsmuster. 

Arno Schidlowski, Der Sonne Mond #30, 2011-2013

Beiden Werkgruppen gemeinsam ist die intensive Auseinandersetzung mit der Natur: Schidlowski setzt sich den Landschaften aus, reagiert auf sie, findet in ihnen seine Position. Seine Fotografien greifen Strategien der Romantik auf, verhandeln sie jedoch neu – nicht als Dramatik oder Emotionsausbruch, sondern als kontemplatives Erleben. Schidlowskis präzise Naturbetrachtung und intensive Auseinandersetzung reiht sich in eine Tradition ein, die auf Alfred Ehrhardt verweist. Die Arbeiten sind ästhetisch eindringlich, konzeptuell klar und zugleich unmittelbar zugänglich. 

Arno Schidlowski, Jasmund #18, 2005-2011, © Arno Schidlowski.

WANN?

Eröffnung: Freitag, 9. Januar 2026, 19–21 Uhr (in Anwesenheit des Künstlers)
Ausstellungsdauer: Samstag, 10. Januar – Sonntag, 12. April 2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11–18 Uhr

WO?
Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststraße 75
10117 Berlin

- Advertisement -spot_img

IHRE MEINUNG | YOUR OPINION

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

OPEN CALL 2025

spot_img
- Advertisement -spot_img

Latest article