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Montag, Januar 5, 2026

Rupprecht Geiger – “FARBE – LICHT – ENERGIE” – Emil Schumacher Museum (Hagen) | 08.02.–07.06.2026

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Vom 8. Februar bis zum 7. Juni 2026 würdigt das Emil Schumacher Museum in Hagen den Maler Rupprecht Geiger in Kooperation mit dem Archiv Geiger, München, mit einer großen Einzelausstellung „FARBE – LICHT – ENERGIE“. Rund 70 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers geben Einblick in seine lebenslange Auseinandersetzung mit Farbe, Licht und geometrischen Formen und schaffen zugleich eine bisher nicht gezeigte Begegnung zwischen Geiger und Emil Schumacher, zwei bedeutenden Vertretern der nichtgegenständlichen Kunst nach 1945.

Abb. oben: Rupprecht Geiger, Pinc moduliert, 2005, Acryl auf Holz, 100 x 100 cm, WVZ 944, Archiv Geiger, München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Andreas Pauly, München

Die Ausstellung beleuchtet die unterschiedlichen Wege der beiden Künstler: Geiger mit der Klarheit der reinen Farbe, Schumacher mit dem expressiven Gestischen. Innovativ und seiner Zeit voraus, prägte Geiger die Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich. Die Abkehr von gegenständlicher Formgebung ist dabei konsequent und Selbstverständnis zugleich. Farbe steht im Zentrum seines Schaffens und ist durchgehend das alleinige Thema seiner Malerei. Durch die radikale Reduktion des Farbträgers auf einfache geometrische Formen gelang es Geiger, die Wirkung reiner Farbe wie niemand zuvor zu meistern. Zudem war er einer der ersten Künstler, der mit chemisch hergestellten Tagesleuchtpigmenten arbeitete.

Die lebenslange Beschäftigung mit Form und Farbe, insbesondere der Farbe Rot, verschaffte Geiger internationale Anerkennung und zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Salomon-Guggenheim-Preis, New York (1959), und den Rubenspreis der Stadt Siegen (1992). Geiger nahm an allen bedeutenden Kunstbiennalen teil, von Kassel bis São Paulo. In eigenen Worten: „Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Rot macht high.“ (Rupprecht Geiger, 1975)

DEEDS NEWS - Archiv Geiger, München - Rupprecht Geiger - Photo Andreas Pauly .
Rupprecht Geiger, 532/68, 1968, Acryl auf Leinwand, 105 x 110 cm, WVZ 507, Archiv Geiger, München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Andreas Pauly, München

Frühe Reisetagebücher mit detaillierten Landschaftsaquarellen, farbenprächtige Gouachen, selten ausgestellte Grafit-Zeichnungen und die ikonischen Farbfelder zeigen die konsequente Hinwendung zur leuchtenden Farbe in ihrer reinsten Strahlkraft. Als Mitbegründer der Gruppe ZEN 49 und Hauptvertreter der gegenstandslosen Kunst steht Geiger im Zentrum der westdeutschen Kunstszene nach 1945. Seine Kunst im öffentlichen Raum prägt bis heute Städte und öffentliche Gebäude, zum Beispiel das Gerundete Blau am Kulturzentrum am Gasteig München (1987, aktuell am Interimsstandort Sendling „Gasteig HP 8“) oder die Dreiteilige Wandgestaltung an der Ruhr-Universität, Bochum (1975).

„Mit der Schau im Emil Schumacher Museum in Hagen erzählen wir, wie verschieden der Ausdruck in der nichtgegenständlichen Kunst sein kann; der Unterschied zwischen Geigers und Schumachers Herangehensweise könnte größer nicht sein“, sagt Rouven Lotz, Museumsdirektor. Julia Geiger, Enkelin des Künstlers und Leiterin des Archiv Geiger seit 2010, ergänzt: „Es ist spannend, die Werke meines Großvaters an diesem Ort zu sehen. Geiger und Schumacher haben sich gegenseitig sehr geschätzt und sogar Werke getauscht. Mit dieser Ausstellung bringen wir die Künstler näher zusammen und lenken den Blick auf die Vielfalt der gegenstandslosen Kunst des 20. Jahrhunderts.“

DEEDS NEWS - Archiv Geiger, München - Rupprecht Geiger - Photo Nikolaus Steglich
Rupprecht Geiger, 780/88, 1987, Acryl auf Leinwand, 285 x 170 cm, WVZ 758, Archiv Geiger, München, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Nikolaus Steglich, Starnberg

Die Ausstellung präsentiert Werke aus allen Schaffensphasen: Landschaften und Stillleben aus Tagebüchern, frühe Gouachen mit mediterranen Stadtansichten, selten gezeigte Grafit-Zeichnungen und die charakteristischen strahlenden Farbmodulationen. Kuratiert von Julia Geiger und Rouven Lotz, wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Ein Katalog mit Texten von Siegfried Gohr und Daniel Zamani sowie einem Vorwort von Julia Geiger und Rouven Lotz erscheint parallel.

WANN?

Ausstellungsdaten: Samstag, 8. Februar 2026 – Sonntag, 7. Juni 2026

Eröffnung: Sonntag, 8. Februar 2026, 11:00 Uhr

WO?

Emil Schumacher Museum
Friedrich-Ebert-Straße 124
58095 Hagen

KOSTET?

Eintritt: regulär 8 EUR / ermäßigt 5 EUR

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