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Maria Helena Vieira da Silva. Anatomie des Weltraums. Guggenheim Museum (Bilbao) | 16.10.2025-22.02.2026

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Das Guggenheim Museum Bilbao präsentiert vom 16. Oktober 2025 bis zum 22. Februar 2026 „Maria Helena Vieira da Silva: Anatomie des Weltraums“. Die Ausstellung ist eine eingehende Untersuchung der Bildsprache der in Portugal geborenen französischen Künstlerin Maria Helena Vieira da Silva (1908–1992). In acht thematischen Abschnitten erkundet die Ausstellung Schlüsselmomente in Vieira da Silvas Karriere von den 1930er bis in die späten 1980er Jahre. Besonderes Augenmerk gilt ihrem Interesse am architektonischen Raum, in dem sie die Grenzen zwischen realen und imaginären Stadtlandschaften verwischte und formale Bezüge zur portugiesischen visuellen Kultur und Avantgardebewegungen wie Kubismus und Futurismus überwand.

Abb. oben: Maria Helena Vieira da Silva. La Chambre à carreaux, 1935. Öl auf Leinwan, 60.4× 91.3 cm. Tate, Von der britischen Regierung anstelle von Steuern akzeptiert, mit zusätzlicher Unterstützung des Nicholas Themans Trust, 2014. © María Helena Vieira da Silva, VEGAP, Bilbao 2025.

Die Idee des Raums ist ein zentrales Thema in Maria Helena Vieira da Silvas Werk. Ihre Kompositionen mit labyrinthischen Strukturen, chromatischen Rhythmen und fragmentierten Perspektiven fangen die Essenz einer Welt im ständigen Wandel ein.

Vieira da Silva löste die Grenzen zwischen realen und imaginären Stadtlandschaften auf und ging über formale Bezüge zur portugiesischen visuellen Kultur und Avantgardebewegungen wie Kubismus und Futurismus hinaus.

Maria Helena Vieira da Silva. Autoportrait, 1930. Öl auf Leinwan, 54 x 46 cm. Comité Arpad Szenes – Vieira da Silva, París. © María Helena Vieira da Silva, VEGAP, Bilbao 2025.

Vieira da Silva wurde in Lissabon geboren und absolvierte ihre Ausbildung in dieser Stadt und in Paris. Die Idee des Raums wurde zu einem zentralen Thema in ihrem Werk, in dem Tradition und Moderne miteinander verschmolzen. Ihre Kompositionen mit labyrinthartigen Strukturen, chromatischen Rhythmen und fragmentierten Perspektiven fangen die Essenz einer Welt im ständigen Wandel ein. Werke wie La Chambre à carreaux (Das geflieste Zimmer, 1935) oder Figure de ballet (Ballettfigur, 1948) spiegeln ihr Interesse an Architektur und Bewegung wider, lösen die Unterscheidung zwischen Figur und Hintergrund auf und offenbaren ein sehr persönliches Verständnis von Raum. Beeinflusst durch ihr Studium der Bildhauerei und Anatomie sowie durch die großen Meister der Vergangenheit wie Paul Cézanne und die Avantgarde-Bewegungen des 20. Jahrhunderts entwickelte Vieira da Silva eine einzigartige Bildsprache, in der die Körperlichkeit des Raums mit den Implikationen von Zeit und Erinnerung verschmilzt.

Diese Ausstellung gibt einen Überblick über das Schaffen der Künstlerin von den 1930er bis in die späten 1980er Jahre und beleuchtet Vieira da Silvas Auseinandersetzung mit urbanen Architekturlandschaften und die Rolle der Erinnerung in ihrem Werk. Die Ausstellung basiert auf einer Auswahl zentraler Gemälde, die Vieira da Silvas wiederholten und sich ständig weiterentwickelnden Einsatz abstrakter Formen und optischer Täuschungen zeigen. Gleichzeitig lenkt sie den Blick auf die Beziehung zwischen Abstraktion und Figuration in ihrem Werk, wie sie in den von ihr geschaffenen architektonischen Räumen deutlich wird, die die Grenzen zwischen realen und imaginären Stadtlandschaften verwischen.

Maria Helena Vieira da Silva. Figure de ballet, 1948. Öl und Graphit auf Leinwand, 27 x 46 cm. Mit freundlicher Genehmigung der Galerie Jeanne Bucher Jaeger, Paris-Lissabon. © María Helena Vieira da Silva, VEGAP, Bilbao 2025. Foto: Jean Louis Losi.

Vieira da Silvas Werk vereint eine Vielzahl von Stilen und Einflüssen, von der dekorativen Geometrie der hispano-arabischen Azulejo-Fliesen über die karierten Tischdecken in Pierre Bonnards Gemälden bis hin zur Abstraktion des Kubismus und Futurismus. Ihr eigenes Vokabular basiert auf Schachbrettmustern, Netzwerken aus verschlungenen Linien, schwer fassbaren Perspektiven und zurückweichenden Räumen, die, wie Vieira da Silva selbst sagt, suggerieren: „Ein Gemälde ist nie fertig.“

Vieira da Silvas Werk ist historisch sowohl mit dem Erbe von Peggy Guggenheim als auch mit dem von Solomon R. Guggenheim verbunden. Sie war eine der 31 Künstlerinnen, die 1943 in Peggy Guggenheims Ausstellung „31 Women“ in ihrer Museumsgalerie „Art of This Century“ vertreten waren. Hilla Rebay hingegen war eine der ersten Förderinnen von Vieira da Silvas Werk und erwarb 1937 „Composition“ (1936), das heute Teil der Gründungssammlung von Solomon R. Guggenheim ist.

WANN?

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 16. Oktober 2025 bis Sonntag, 22. Februar 2026.

Öffnungszeiten: Di-So: 10-19 Uhr

WO?

Guggenheim Museum Bilbao
Abandoibarra Etorb., 2
48009 Bilbao
Bizkaia

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