Vom 13. März bis zum 6. Juli zeigt das Guimet National Museum die Ausstellung K-Beauty, die die Entwicklung koreanischer Schönheitsideale vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachzeichnet. Anhand einer Auswahl von Werken aus den eigenen Sammlungen sowie bedeutenden südkoreanischen Institutionen – darunter Gemälde, Fotografien, Werbeanzeigen, Kleider und Schönheitsaccessoires – untersucht die Schau, wie eine von Gleichgewicht, Tugend und innerer Harmonie geprägte Tradition eine Ästhetik hervorgebracht hat, die heute weltweit prägend wirkt.
Abb. oben: Woman Doing Her Hair, attributed to Kim Hongdo, Color on paper, 24.7×26.0cm, Seoul National University Museum.
Als bedeutende kulturelle Kraft setzt Südkorea heute Trends und inspiriert eine globalisierte Generation. An der Spitze dieser Bewegung steht K-Beauty, die einen ganzheitlichen, typisch koreanischen Ansatz von Schönheit etabliert und eine eigenständige Ästhetik prägt. Über reine Kosmetik hinaus setzt sie neue Standards und schafft prägnante, unverwechselbare Bildwelten.
Die Ausstellung „K-Beauty“ vereint Meisterwerke aus den Sammlungen des Guimet-Museums sowie bedeutender südkoreanischer Institutionen – Gemälde, Fotografien, Werbeanzeigen, Kleider und Schönheitsaccessoires vom 18. Jahrhundert bis heute – und entschlüsselt deren Codes. Sie zeigt, wie diese in einer jahrhundertealten Tradition zwischen Gleichgewicht und Tugend, Natürlichkeit und Raffinesse verwurzelt sind.
Ende des 18. Jahrhunderts feierte Korea unter starkem Einfluss des Neokonfuzianismus ein spezifisches weibliches Schönheitsideal: fließende Gewänder, helle Haut, feines Make-up und kunstvolle Frisuren. Maler wie Shin Yun-bok, die diese Schönheiten verewigten, trugen maßgeblich zur Entwicklung eines visuellen Erbes bei, das die koreanische Populärkultur nachhaltig prägte. In dieser verfeinerten Kultur, in der Kosmetika auf der traditionellen Pharmakopöe basierten, waren Schönheit, Harmonie und innere Balance eng miteinander verbunden.
Das 20. Jahrhundert, geprägt von wechselnden Fremdherrschaften und Einflüssen, brachte neue ästhetische Codes hervor. Fotografie, Kino und die aufkommende Kosmetikindustrie verbreiteten und festigten diese Standards, während das „koreanische Wirtschaftswunder“ Kulturerbe, Kunst und Kosmetik ins Zentrum des kulturellen Diskurses rückte.
Seit den 2000er-Jahren hat Hallyu (die „koreanische Welle“) die Soft Power Südkoreas nachhaltig gestärkt: K-Beauty, die Tradition und Innovation verbindet, prägt Kino, Mode, Literatur und K-Pop und erobert die Welt.
Die Ausstellung zeigt, wie sich eine unverkennbar koreanische Ästhetik konsolidiert hat, deren seit der späten Joseon-Dynastie (1392–1910) geformte Standards bis heute ihre Anziehungskraft bewahren und immer wieder neu interpretiert werden. „K-Beauty“ beleuchtet die Entwicklung und Beständigkeit des Konzepts koreanischer Schönheit von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis in die globalisierte Gegenwart.
WANN?
18. März bis 06. Juli 2026
WO?
Guimet National Museum
6 Pl. d’Iéna
75116 Paris
Francia





