Die Berliner Galerie Sievi hat den Tod der Künstlerin Jeanne Fredac bekannt gegeben. Die Malerin, Fotografin und Konzeptkünstlerin verstarb im August 2025 in Berlin, wo sie seit Mitte der 2000er Jahre lebte und arbeitete.
Abb. oben: Jeanne Fredac, Nuvuti
Jeanne Fredac wurde 1970 in Tier geboren und wuchs in Paris auf, wo sie von 1989 bis 1992 Geschichte, Naturwissenschaft und Materialstruktur an der Universität Sorbonne studierte und ab 1993 als Ikonographin, Gestalterin und Filmbelichterin bei einem Verlag tätig war. Ihr Weg führte sie über Neapel nach Berlin. Er ermöglichte ihr die Begegnung und Beschäftigung mit unterschiedlichen Medien und künstlerischen Ausdrucksformen, Gesellschaften und Weltanschauungen.
Fredac war eine multidisziplinäre Künstlerin, deren Werk Malerei, Fotografie, Skulptur, Installation und Text umfasste. Ihre künstlerische Forschung kreiste um Architektur, Urbanismus, Erinnerungskultur und den Lauf der Zeit. Dabei entwickelte sie eine umfassende Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Umwelt – über Innenwelten und Außenwelten.

In ihrem Ausstellungstext, den Jeanne Fredac noch selbst für ihre am 6. September 2025 in der Galerie Sievi startende, letzte Ausstellung Farben des Angeborenen und Nuancen des Gelernten verfasst hat, beschrieb sie ihre künstlerische Haltung so:
„Jeanne Fredacs Kunst setzte sich aktiv mit zeitgenössischen Problemen auseinander und betonte die Dringlichkeit, die Wahrnehmung von sich selbst und der Natur neu zu definieren. Sie erforschte eine Darstellung von Mensch und Natur, die sowohl ihre tiefe Verbindung als auch ihre inhärente Gegensätzlichkeit zum Ausdruck brachte. (…) Diese Arbeiten schlugen eine Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Realität und Wahrnehmung, zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Natur und Kultur.“
Fredac nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teil, unter anderem beim Europäischen Monat der Fotografie in Berlin (2014, 2018), auf der Biennale de Cachan (2021), in Prag mit der NSPU sowie beim Verein Berliner Künstler. 2017 erhielt sie ein Stipendium in Neapel mit Ausstellungen im Goethe-Institut, Instituto Cervantes und Institut français. 2022 war sie für den Malerei-Kunstpreis Bridges des Vereins Berliner Künstler nominiert.
Jeanne Fredac verstarb im August 2025 nach langer schwerer Krankheit. Mit ihrem Tod verliert die Berliner Kunstszene eine international vernetzte, forschende und konsequent interdisziplinär arbeitende Künstlerin.





