Das Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin hat eine neue repräsentative Studie veröffentlicht, die erstmals den wirtschaftlichen Beitrag der Museumslandschaft in Deutschland umfassend untersucht.
Abb.oben: Grafik zur Studie “Der ökonomische Fußabdruck von Museen”, durchgeführt vom Institut für Museumsforschung © Staatliche Museen zu Berlin, Institut für Museumsforschung / Grafik: Julia Neller.
Demnach zahlt sich jeder von der öffentlichen Hand investierte Euro doppelt aus: Neben einer direkten Wertschöpfung von 1,70 € generieren Museumsbesuche zusätzliche 2,40 € durch touristische Ausgaben.
Die Analyse basiert auf Daten aus dem Haushaltsjahr 2023 und wurde gemeinsam mit der ICG Integrated Consulting Group im Herbst/Winter 2024/2025 unter Museen deutschlandweit durchgeführt. Berücksichtigt wurden direkte, indirekte und induzierte Effekte auf Wertschöpfung, Einkommen, Kaufkraft, Beschäftigung sowie fiskalische Rückflüsse und touristisches Begleitverhalten.
Museen als wirtschaftliche Kraft
Im Jahr 2023 haben die knapp 7.000 Museen in Deutschland insgesamt 9,4 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen. Die öffentlichen Zuschüsse lagen bei rund 5,6 Milliarden Euro – ein Verhältnis, das die hohe Wirtschaftlichkeit unterstreicht.
Rund 106.000 Vollzeitarbeitsplätze (VZÄ) wurden durch die Museumsaktivitäten direkt oder indirekt gesichert. Zwei Drittel dieser Stellen befinden sich in den Museen selbst, der Rest entfällt auf Zulieferer sowie Unternehmen im Konsumbereich.
Auch fiskalisch zahlen sich Museen aus: 3,7 Milliarden Euro flossen 2023 aus steuerlichen Rückflüssen und Sozialabgaben an die öffentliche Hand zurück – das entspricht 66 % der investierten Mittel.
Tourismus als Multiplikator
Mit hochgerechnet 167 Millionen Museumsbesuchen im Jahr 2023 zeigen sich deutliche Impulse für den Tourismus. Für jeden öffentlich investierten Euro entstanden weitere 2,40 € Wertschöpfung durch Ausgaben für Übernachtung, Mobilität und Gastronomie.
Diese touristischen Ausgaben sorgten für weitere 180.000 gesicherte Arbeitsplätze sowie 5,7 Milliarden Euro Rückflüsse an Steuern und Sozialabgaben – ein Betrag, der den öffentlichen Investitionen entspricht.
Ganzheitliche Wirkung
Für Prof. Dr. Patricia Rahemipour, Direktorin des Instituts für Museumsforschung, ist klar:
„Die Debatte um die gesellschaftliche Relevanz und Wirksamkeit von Museen muss ganzheitlich geführt werden und sollte sozio-kulturelle wie ökonomische Faktoren berücksichtigen.“
Sie betont die Rolle von Museen als Kulturvermittler, Orte der Bildung und Demokratie – sowie als standortprägende wirtschaftliche Faktoren.
Die Ergebnisse der Studie liefern erstmals eine fundierte Grundlage, um den ökonomischen Beitrag von Museen in Gesprächen mit Trägern und Entscheidungsträgern zu belegen.
WO?
Institut für Museumsforschung
In der Halde 1, 14195 Berlin-Dahlem





