Ab dem 1. April präsentiert das Georg Kolbe Museum eine Ausstellung mit Skulpturen der bedeutenden Konstruktivistin Marlow Moss. Es ist die erste große Schau dieser wegweisenden Künstlerin in Deutschland – eine Schlüsselfigur der abstrakten Kunst wird in den Fokus gerückt.
Abb. oben: Marlow Moss, undated, unknown photographer, image courtesy of Florette Dijkstra
Die britische Künstlerin Marlow Moss (1889–1958) ist eine zentrale, lange jedoch übersehene Figur der europäischen abstrakten Kunst. Als Gründungsmitglied der Pariser Gruppe Abstraction-Création war Moss Teil der internationalen Avantgarde. Ihr enger Austausch mit dem Künstler Piet Mondrian war prägend – und wechselseitig: Auch Mondrian wurde von Moss’ formalen Untersuchungen beeinflusst.
Moss’ Werk blieb lange Zeit im Schatten der Kunstgeschichte verborgen. Dies ist untrennbar mit einer komplexen Verlustgeschichte verbunden. 1944 zerstörte ein Bombenangriff einen Großteil der Arbeiten, die sie bei ihrer Flucht vor nationalsozialistischer Verfolgung als Künstlerin jüdischer Herkunft in Frankreich hatte zurücklassen müssen. Die Flucht führte sie über die Niederlande zurück nach England. Ihre Distanz zu den Kunstzentren der Nachkriegszeit sowie ihr queeres Selbstverständnis und ihre bewusste Ablehnung gesellschaftlicher Normen trugen zusätzlich zu ihrem Ausschluss aus dem etablierten Kanon bei.
Die fragmentarische Überlieferung von Moss’ Oeuvre ist Ausgangspunkt der Ausstellung. Erstmals in Deutschland mit einem Schwerpunkt auf der Skulptur präsentiert, eröffnen Werke und Archivmaterialien aus internationalen Sammlungen neue Perspektiven auf Marlow Moss als radikale und prägende Stimme der Moderne.
In dieser Ausstellung tritt Marlow Moss in einen Dialog mit den Künstlerinnen Leonor Antunes (1972), Tacita Dean (1965), Florette Dijkstra (1963) und Ro Robertson (*1984). Mit eigens für die Ausstellung entwickelten oder hier erstmals gezeigten Werken stellen sie neue Verbindungen zu Moss’ Werk her und schaffen eine Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Ausstellung führt Leihgaben aus bedeutenden Museen und Archiven in Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, den USA und Deutschland sowie zahlreichen Privatsammlungen zusammen.
Kuratiert wird das Projekt von Dr. Lucy Howarth und Dr. Elisa Tamaschke.

Ein zweisprachiger Katalog (Deutsch/Englisch) wird im Hirmer Verlag erscheinen und zum Presserundgang vorliegen.
Die Ausstellung wird am 1. April 2026 ab 18 Uhr eröffnet. Um 19 Uhr begrüßen Sie Dr. Kathleen Reinhardt (Direktorin des Georg Kolbe Museums), Hester Somsen (Botschafterin des Königreichs der Niederlande) sowie die Kuratorinnen der Ausstellung, Dr. Lucy Howarth und Dr. Elisa Tamaschke.
Das Pressegespräch findet am 1. April 2026 um 11 Uhr im Georg Kolbe Museum statt. Die Künstler*innen Leonor Antunes, Florette Dijkstra und Ro Robertson werden neben den Kuratorinnen Dr. Lucy Howarth und Dr. Elisa Tamaschke sowie der Direktorin Dr. Kathleen Reinhardt anwesend sein.
Der Presserundgang findet in deutscher und englischer Sprache statt.
Begleitend zur Ausstellung bietet unser Rahmenprogramm Vorträge, Künstler*innengespräche u. a. mit Leonor Antunes und Tacita Dean, Führungen sowie Workshops für Kinder und Jugendliche. Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen finden Sie in Kürze auf unserer Webseite.
Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, der Art Mentor Foundation Lucerne, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Botschaft der Niederlande in Deutschland und dem Freundeskreis des Georg Kolbe Museums. Die Beiträge von Florette Dijkstra und Ro Robertson entstehen mit Unterstützung des Mondriaan Fonds (Dijkstra) und des British Council (Robertson).
WANN?
Eröffnung: Mittwoch, 01. April 2026, 18 Uhr
Ausstellung: Donnerstag, 02. April – Sonntag, 26. Juli 2026
WO?
Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin





