4.6 C
Berlin
Mittwoch, Februar 11, 2026

Filme wie noch nie. Alfred Ehrhardt – Bauhäusler und Filmemacher  – Alfred-Ehrhardt-Stiftung | 18.04.-05.07.2026

Editors’ Choice

Zum ersten Mal rückt die Filmarbeit von Alfred Ehrhardt in den Fokus einer Ausstellung. Mehr als 60 Filme hat der Fotograf, Dokumentarfilmer und Bauhaus-Schüler realisiert, ein Œuvre, das bislang im Schatten seiner fotografischen Arbeiten stand. Ab dem 18. April 2026 stellt die Stiftung Alfred Ehrhardts Filme ins Zentrum und macht einen der produktivsten deutschen Kulturfilmer des 20. Jahrhunderts neu lesbar, ästhetisch wie historisch. Die Ausstellung wird kuratiert von Stefanie Odenthal, Christiane Stahl und Thomas Tode.

Abb. oben:  Alfred Ehrhardt, Alfred Ehrhardt filmt den Kreuzgang in Batalha, Portugal, 1952 24,3 x 17,2 cm, Silbergelatineabzug, © Alfred Ehrhardt Stiftung, Alfred Ehrhardt, Alfred Ehrhardt bei Filmaufnahmen im Wattenmeer, um 1955, 13,0 x 18,3 cm, Silbergelatineabzug, © Alfred Ehrhardt Stiftung,

Auf zehn Bildschirmen entfaltet sich eine Auswahl von 20 zentralen Kurz- und Langfilmen, die in zwei Programmphasen präsentiert wird: zehn Filme in den ersten fünf Wochen, zehn weitere in der zweiten Hälfte der Ausstellung. Darunter finden sich Naturstudien, Filme über Kunst und kulturhistorische Arbeiten, aber auch bislang kaum gezeigte Produktionen aus der NS-Zeit. Zu sehen sind u.a. Ehrhardts sogenannte Gehäusefilme über Schnecken, Muscheln und Korallen, seine Studien zur Natur als Formmeisterin, etwa zu Watt-Strukturen bei Neuwerk, Vulkanlandschaften auf Island oder Eisskulpturen vor Grönland, ebenso wie Filme über Kunst und Künstler, darunter Arbeiten zu Ernst Barlach, zur documenta II oder zu afrikanischen Masken.

 Alfred Ehrhardt Filmsequenz aus dem Film Kunst unserer Zeit I – Skulptur 1945–1959 – aufgenommen auf der internationalen Ausstellung „documenta II“ Kassel, 1959/60, © Alfred Ehrhardt Stiftung

Die parallele Präsentation mehrerer Filme ermöglicht erstmals eine Zusammenschau zentraler Motive, Methoden und Obsessionen. Spiralen, Inseln, serielle Strukturen und das Interesse an medial sichtbar gemachten Lebensprozessen treten deutlich hervor. Spätestens seit den frühen 1950er Jahren knüpft Ehrhardt dabei bewusst an seine Ausbildung am Bauhaus an und nutzt genuin filmische Mittel wie Zeitraffer, Zeitlupe und extreme Makroaufnahmen.

Alfred Ehrhardt, Szenenabfolge mit originalen 35mm-Filmkadern des fertig montierten Films Portwein, 1960, © Alfred Ehrhardt Stiftung

Begleitend erscheint der umfangreiche Bildband
„Alfred Ehrhardt – Film“, der das filmische Werk
erstmals ausführlich dokumentiert. In der Ausstellung geben Archivmaterialien in Vitrinen und Schaufenstern, darunter Filmpartituren aus dem Schnittprozess, Arbeitsfotografien, Musiknotizen unter anderem von Oskar Sala, Einblick in Ehrhardts Arbeitsweise und seinen ausgeprägten Erfindergeist. Filmplakate und Auszeichnungen dokumentieren zugleich die zeitgenössische Anerkennung des vielfach geehrten „Bundesfilmpreisträgers vom Dienst“.

WANN?

Ausstellungsdaten: Mittwoch, 18. April– Sonntag, 5. Juli 2026

Eröffnung:  Freitag, 17. April 2026,19 – 21 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 11 – 18 Uhr

WO?

ALFRED EHRHARDT STIFTUNG

Auguststr. 75

10117 Berlin

- Advertisement -spot_img

IHRE MEINUNG | YOUR OPINION

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

OPEN CALL 2025

spot_img
- Advertisement -spot_img

Latest article