Tirailleurs: Von Kanonenfutter zu Avantgarde –Die vergessenen Soldat*innen, die Europa befreit haben – HKW ( Berlin) | 21.03.-14.06.2026

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Vom 21. März bis 14. Juni 2026 ist die Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt (HKW) zu sehen und widmet sich der bislang wenig beachteten Rolle afrikanischer Soldaten (Tirailleurs) bei der Befreiung Europas sowie ihrer Bedeutung für die Nachkriegszeit. Internationale künstlerische Positionen, neue Auftragsarbeiten und Archivmaterialien eröffnen historische und zeitgenössische Perspektiven auf Erinnerung, koloniale Verflechtungen und deren anhaltende Relevanz für Gegenwart und kulturelle Praxis.

Abb. oben: Halida Boughriet, Les absents du décor ‘La femme au paon bleu’ (2018). Courtesy of the artist and ADAGP

Am 15. August 2024 lud der französische Präsident Emmanuel Macron die Welt ein, dem 80. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Provence, die auf die Invasion in der Normandie folgte und entscheidend zur Befreiung Frankreichs und Europas von Nazi-Deutschland beitrug, zu gedenken. Die Zeremonie lenkte die Aufmerksamkeit auf eine oft übersehene Tatsache: Die Mehrheit der 250.000 Soldaten der sogenannten „Armee B“ waren afrikanische Soldaten, die laut Le Monde „aus den Kolonien kamen“. Diese jungen Tirailleurs spielten eine aktive Rolle bei der Befreiung Frankreichs, während viele andere aus Afrika, Asien, den Amerikas und Ozeanien und darüber hinaus ebenfalls entscheidend an der Neugestaltung der Zukunft Europas und seiner Institutionen beteiligt waren. Dennoch wurde ihr Beitrag systematisch marginalisiert. Gesten zum Gedenken, wie die Einladung afrikanischer Staatschefs zu Jubiläen, versuchen, ihre Opfer anzuerkennen. Die Geschichte der Tirailleurs aber bleibt politisch vereinnahmt, wenig erforscht und weitgehend unbekannt, besonders im heutigen Deutschland.

Im Jahr 2026 möchte das HKW diese Lücke mit einem breit gefächerten Programm schließen, das sich mit der Rolle der Tirailleurs bei der Befreiung Frankreichs von Nazi-Deutschland, ihrem Beitrag zur Befreiung Deutschlands und ihrem Einfluss auf die Sicherung des Friedens in Europa nach 1945 befasst.

Die Ausstellung zeigt Werke von mehr als dreißig internationalen Künstler*innen verschiedener Generationen, darunter auch vierzehn neue Auftragsarbeiten. Außerdem werden Archivmaterialien, Forschungsergebnisse von fünf Kunsträumen und Kollektiven sowie Filmvorführungen präsentiert. All diese Beiträge unterstreichen die anhaltende Relevanz der Geschichte der Tirailleurs für Künstler*innen, Filmemacher*innen und kulturelle Akteur*innen.

Mit Werken von 
Kader Attia, Yassine Balbzioui, Kathleen Bomani, Halida Boughriet, Tiffany Chung, Binta Diaw, Godfried Donkor, Juan-Pedro Fabra Guemberena, Abrie Fourie, Othon Friesz, Pélagie Gbaguidi, Nadia Kaabi-Linke, Daniel Lind-Ramos, Anguezomo Nzé Mba Bikoro, Mónica de Miranda, Oscar Ngu Atanga, Tuấn Andrew Nguyễn, Josèfa Ntjam, Mario Pfeifer, Slavs and Tatars, El Hadji Sy, Pascale Marthine Tayou, Dior Thiam, Barthélémy Toguo, Félix Vallotton, Francisco Vidal, Hana Yoo.

Filmprogramm mit Beiträgen von 
Rachid Bouchareb, Dalila Ennadre, Oumarou Ganda, Grégoire Georges-Picot, Idrissou Mora-Kpai, Kollo Daniel Sanou, Philip Scheffner, Ousmane Sembène & Thierno Faty Sow, Tony T. & Rebecca Goldstone, Futuru C.L. Tsai, Mathieu Vadepied.

WANN?

Eröffnungswochenende: Freitag, 20. März – Sonntag, 22. März 2026

Ausstellungdaten: Samstag, 21. März bis Sonntag, 14. Juni 2026

WO?

Haus der Kulturen der Welt (HKW)
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

KOSTET?

Eintritt: 8 EUR, ermäßigt 6 EUR 
Freier Eintritt immer montags, jeden ersten Sonntag im Monat (5. April, 3. Mai und 7. Juni), am Eröffnungswochenende (20.–22. März) und am Finissage-Wochenende (13./14. Juni).

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