Ausgangspunkt von Shilpa Guptas Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof ist das monumentale Werk TRUTH an der Schnittstelle von Sprache, Macht und Kontrolle. Während sich die Besucher*innen durch die überdimensionalen Buchstaben im Ausstellungsraum bewegen, hinterfragt das Kunstwerk Mechanismen, die Wahrheit bewahren oder verschleiern. Die skulpturale Installation zeigt auf, wie gemeinschaftlicher Fortschritt davon abhängt, Wahrheit zu beschützen und zu hinterfragen. Ergänzt um weitere Werke der Künstlerin wird Guptas Ausstellung im Hamburger Bahnhof im Dialog mit der Sammlungspräsentation Joseph Beuys gezeigt. Die parallele Betrachtung verweist auf Ähnlichkeiten im Umgang mit Sprache, Partizipation und soziale Reflexion. Als Teil des Jubiläumsprogramms hebt die Ausstellung den künstlerischen Austausch als zentrales Thema des Hamburger Bahnhofs seit der Museumsgründung hervor.
Abb. oben: Shilpa Gupta, Untitled, 2017–2018, Polymerharz, Holz, 134,5 × 84 × 92 cm. © Courtesy Shilpa Gupta, Foto: Pat Verbruggen
Shilpa Gupta (geb. 1976, Mumbai, IN) lebt und arbeitet in Mumbai. Guptas multidisziplinäre Praxis aus Installation, Video, Skulptur und Performance setzt sich mit der sozialen Gliederung der Gesellschaft sowie mit gemeinsamen Geschichten und deren soziopolitischer Folgen auseinander. Ihre Installationen verhandeln oft Formen der Vermittlung von Informationen und Gefühlen durch das geschriebene, gesprochene oder gesungene Wort und wie diese geteilt oder systematisch unterdrückt werden. Ausgewählte Einzelausstellungen: Ishara Art Foundation, Dubai (2025); Centro Botín, Santander (2024); Amant, New York (2023); MAXXI L’Aquila (2023); M HKA, Antwerp (2021); Dallas Contemporary, Dallas (2021); Barbican Centre, London (2021); Contemporary Arts Center, Cincinnati (2010). Gupta erhielt 2025 den Possehl Prize for International Art.
Nach Naama Tsabar, Andrea Pichl und Delcy Morelos, ist dies die vierte Ausstellung einer Künstlerin im Dialog mit der Joseph Beuys Sammlungspräsentation in der Kleihueshalle im Hamburger Bahnhof.

Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13.–15.11., an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist.
WANN?
Eröffnung: Donnerstag, 26. März, 19 Uhr
Ausstellungdaten: 27. März 2026 – 03. Januar 2027
WO?
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Invalidenstraße 50
10557 Berlin





