Die Neue Nationalgalerie präsentiert anlässlich der Berlin Art Week vom 10. bis 14. September 2025 die vierte Ausgabe des Performance-Festivals PERFORM! mit Joan Jonas, Isaac Chong Wai und Corey Scott-Gilbert | vAL. Als besonderes Highlight findet am Sonntag, 14. September, die partizipative Performance „Bells for Peace“ von Yoko Ono statt. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenfrei.
Abb. oben: Joan Jonas, Mirror Piece I, 1969, Loeb Student Center, New York University, New York, 1969 © Joan Jonas/VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Courtesy of the artist and Gladstone
Anlässlich der diesjährigen Berlin Art Week präsentiert die Neue Nationalgalerie die vierte Ausgabe der Festivalreihe PERFORM! mit Performances von Joan Jonas, Isaac Chong Wai und Corey Scott-Gilbert | vAL. Ein besonderes Highlight ist die partizipative Performance Bells for Peace von Yoko Ono, die am Sonntag, den 14. September 2025, im Rahmen des „Tag im Grünen“ stattfindet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Wie in den Vorjahren bildet eine historisch wegweisende Performance den Ausgangspunkt des Programms: Mirror Piece I & II (1969) von Joan Jonas wird vom 10. bis 14. September täglich auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie neu aufgeführt. Am Sonntag, den 14. September, folgen darüber hinaus die Performances The horizon we can never touch von Isaac Chong Wai und Bellied von Corey Scott-Gilbert | vAL, bevor Yoko Onos Bells for Peace als Höhepunkt den Abschluss ihrer gefeierten Ausstellung markiert.
In den vergangenen drei Jahren präsentierte die Neue Nationalgalerie im Rahmen der Berlin Art Week bereits das Performance-Festival PERFORM! – ausgehend von historischen Positionen von Simone Forti (2022), Yoko Ono (2023) und Yvonne Rainer (2024), ergänzt durch zeitgenössische Beiträge von Künstler*innen wie Göksu Kunak, Miles Greenberg, Enad Marouf, Bendik Giske, Dafni Krouzadi, Constantin Hartenstein und Billy Bultheel.
PERFORM! wird kuratiert von Klaus Biesenbach (Direktor der Neuen Nationalgalerie) gemeinsam mit Lisa Botti (Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie) und Gregor Quack (Volkswagen Group Fellow, FREUNDE der Nationalgalerie).
Die American Academy in Berlin ist Partner von PERFORM! 2025.
PROGRAMM
Joan Jonas: Mirror Piece I & II (1969/2025)
- Mi., 10. September – Sa., 13. September 2025: 17.15 – 17.45 Uhr
- So., 14. September 2025: 16.15 – 16.45 Uhr
- Ort: Terrasse, Neue Nationalgalerie
Mirror Piece ist eine bahnbrechende Performance, die 1969 von der US-amerikanischen Künstlerin Joan Jonas geschaffen wurde und als eines der frühesten und einflussreichsten Beispiele feministischer und konzeptueller Performancekunst in den USA gilt. Mehrere Performerinnen tragen Spiegel und Plexiglasscheiben in synchronisierten, choreografierten Bewegungen. Die Spiegel reflektieren und fragmentieren Publikum, Performerinnen und Umgebung und lassen die Grenzen zwischen Bühne und Zuschauerraum verschwimmen. Movement Director: Nefeli Skarmea.
„Der Spiegel war für mich ein Metapher. Ein Gerät, um das Bild zu verändern und das Publikum als Spiegelbild einzubeziehen, wodurch sie sich unwohl fühlen, wenn sie sich selbst in der Öffentlichkeit betrachten.“ – Joan Jonas
Joan Jonas (*1936, New York) gilt als Pionierin der Performance- und Videokunst. Seit den 1960er-Jahren arbeitet sie mit Spiegeln, Texten und Körperbewegungen. Ihre Werke thematisieren Identität, Geschlecht und Wahrnehmung und haben die zeitgenössische Kunst nachhaltig geprägt.

Corey Scott Gilbert | vAL: Bellied (2025)
- So., 14. September 2025, 15 – 15.30 Uhr
- Ort: Terrasse, Neue Nationalgalerie
Das neu in Auftrag gegebene Werk von Corey Scott Gilbert | vAL sammelt die Fragmente zerbrochener Spiegelungen und Gedanken und insistiert darauf, neue Möglichkeiten hoffnungsvoll zu entwerfen. Ein einzelner Performer, erfüllt von Skepsis und kritischem Geist, bewegt sich durch leere Tribünen und nutzt Spiegelstücke, um das Publikum zu beobachten.
Sound und Musik: Turkana.
Corey Scott-Gilbert (1983, Washington, D.C.) studierte an der Juilliard School und war später Solotänzer am Lyon Opera Ballet. 2009 erhielt er den Princess Grace Award und trat u. a. bei den 84. Academy Awards und Shows von Louis Vuitton auf. Nach einer Verletzung entwickelte er in Berlin seine künstlerische Identität vAL und arbeitet mit Künstlerinnen wie Eszter Salamon, Sasha Waltz, Julian Rosenfeldt und Ligia Lewis zusammen.

Isaac Chong Wai: The horizon we can never touch (2014)
- So., 14. September 2025, 15.30 – 16 Uhr
- Ort: Terrasse, Neue Nationalgalerie
Die partizipative Performance lädt Performerinnen ein, sich vor ein Fenster zu stellen, dem Publikum zuzuwenden und ihre Körpergröße so anzupassen, dass ihre Köpfe eine horizontale Linie bilden. Jeder übernimmt abwechselnd die Rolle des Modells und der Nachfolgenden. Das Werk zeigt, wie subjektiv Normen und Standards sind und wie leicht sie verschoben werden können. Für die Neue Nationalgalerie wird die Performance entlang der 50 Meter langen Glasfassade des Mies-van-der-Rohe-Baus gezeigt.
The horizon we can never touch wurde zuvor im Inside-Out Art Museum (Peking, 2025), beim Forecast Forum im HKW Berlin (2017) und in der Immigration Office Gallery (Bremen, 2015) aufgeführt.
Isaac Chong Wai (*1990) lebt in Berlin und Hongkong. Seine künstlerische Praxis umfasst Zeichnung, Glas, Fotografie, Video und Performance, um zeitgenössische globale Phänomene zu erforschen. Seine Arbeiten verwandeln menschliche Interaktionen, Spannungen und Erinnerungen in performative Materialität und immersive Erfahrungen.

Yoko Ono: Bells for Peace (2019/2025)
- So., 14. September 2025, 16.45 – 17.15 Uhr
- Ort: Terrasse, Neue Nationalgalerie
Bells for Peace ist eine partizipative Performance von Yoko Ono, die auf ihrer langen Praxis basiert, das Publikum in kollektives Handeln einzubeziehen. Die Arbeit lädt dazu ein, gemeinsam Glocken zu läuten – als Akt der Hoffnung, Solidarität und Vision für Veränderung. Erstmalig wurde sie 2019 in Manchester gezeigt.
Im Rahmen der Berlin Art Week bildet sie den Abschluss der Ausstellung DREAM TOGETHER und den Höhepunkt des „Tag im Grünen“. Besucher*innen sind gebeten, eine Glocke mitzubringen. Vor Ort stehen ebenfalls Glocken zur Verfügung, solange der Vorrat reicht.
„Think PEACE, Act PEACE and Spread PEACE.
Together, we will shift the axis of the world to PEACE.
I love you!“ – Yoko
Yoko Ono (*1933) ist eine international bekannte Künstlerin, deren Werk Film, Musik, Literatur und Bildende Kunst umfasst. Seit den 1960er-Jahren hebt sie die transformative Kraft kollektiven Handelns hervor und fordert unser Verständnis von Kunst und Gesellschaft heraus.
ZUSÄTZLICHES PROGRAMM
Bis zum 14. September 2025 ist die Nebelskulptur von Fujiko Nakaya im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Sie wird stündlich zwischen 11 und 17 Uhr (Do bis 19 Uhr) aktiviert.
Im Rahmen der Retrospektive der brasilianischen Künstlerin Lygia Clark finden folgende Performances statt:
- Do., 11. September 2025, ab 17.30 Uhr: Baba Antropofágica (1969) und Estruturas Vivas (1966)
- So., 14. September 2025, 12 Uhr: Estruturas Vivas und Túnel (1968)
Hinweis
Alle PERFORM!-Veranstaltungen finden in Bereichen des Museums statt, die ohne Ticket zugänglich sind. Der Besuch der Ausstellungen von Fujiko Nakaya und Lygia Clark ist nur mit Ticket möglich. Bei begrenzten Kapazitäten erfolgt der Einlass in Reihenfolge des Eintreffens. Teilnahme, sofern nicht anders angegeben, ohne Anmeldung.
WANN?
10.–14. September 2025
Tägliche Uhrzeiten: je nach Performance, s. Programm
Besondere Veranstaltungen: 14.09.2025 „Bells for Peace“, 12 Uhr: Lygia Clark Performances
WO?
Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50
10785 Berlin
KOSTET?
Kostenfrei für alle PERFORM!-Veranstaltungen
Ausstellungen von Fujiko Nakaya und Lygia Clark nur mit Ticket





