CONVIVIUM. Nahrungssysteme am Limit – Architekturmuseum der TUM (München) | 23.04.-18.10.2026

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Das Architekturmuseum der TUM widmet sich einem der drängendsten Themen unserer Zeit: der globalen Lebensmittelproduktion. Vom 23. April bis 18. Oktober 2026 beleuchtet die Ausstellung die komplexen Netzwerke hinter unserer Ernährung und zeigt, wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und wirtschaftliche Interessen das bestehende System an seine Grenzen bringen. In zwölf Kapiteln werden Produktionsweisen, globale Verflechtungen sowie mögliche Zukunftsperspektiven kritisch und anschaulich dargestellt.

Abb. oben: Ein Landarbeiter in der kreisförmigen Melkhalle, Dairy Campus Leeuwarden. Standbild aus dem Film „The True Type“ von Nicole Humiński und Víctor Muñoz Sanz. Kamera: Nikolai Huber. Produktion: Andjelka Badnjar, Andres Lepik, Architekturmuseum der TUM, 2026.

Die sichere und gerechte Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrung hängt von einem System globaler Netzwerke ab: Bäuerinnen, Fischerinnen, Züchterinnen, Händlerinnen, Transportunternehmen, Märkte und industrielle Verarbeitungsbetriebe sind darin eng verknüpft. Sie produzieren und vertreiben aber nicht nur das, was für die menschliche Ernährung notwendig ist. Sie werden durch die kapitalistische Wachstumslogik motiviert, immer mehr Produkte zu herzustellen, die durch Überkonsum zu falscher Ernährung und zu einer massiven Verschwendung von Nahrungsmitteln führen. Doch dieses System kommt durch die Klimaerwärmung, politische und ökonomische Faktoren aktuell an seine Grenzen. Viele Meere sind bereits überfischt, fruchtbare Ackerböden werden überbaut oder erodieren und ganze Landstriche verwüsten, weil es nicht genug regnet. Zugleich trägt die Nahrungsproduktion selbst durch den wachsenden CO₂-Ausstoß massiv zum Klimawandel bei – ein Teufelskreis, der immer spürbarer wird. Kaum ein Land der Erde kann seine Bevölkerung noch aus eigenen Ressourcen ernähren.

Die Ausstellung präsentiert in zwölf Kapiteln Beispiele dafür, wie unsere Lebensmittel heute produziert und vertrieben werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Europa, doch die globalen Zusammenhänge werden stets einbezogen. Ziel der Ausstellung ist es, die räumlichen und technischen Grundlagen unserer Nahrungsproduktion sichtbar zu machen – und zu zeigen, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Kurator*innen: Andjelka Badnjar und Andres Lepik
Co-Kurator*innen für den Ausstellungsteil „Das Tier ist anwesend“: Víctor Muñoz Sanz und Sofia Nannini
Ausstellungsarchitektur: Amelie Steffen, Maximilian Atta und Jan Müller
Grafikdesign: strobo B M: Julian von Klier, Sabrina Baumann und Matthias Friederich

Publikation zur Ausstellung

Die umfangreiche Begleitpublikation zur Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum und umfasst akademische Texte, journalistische Formate und politische Kommentare. Sie vereint transdisziplinäre Stimmen, die sich mit den komplexen Beziehungen zwischen Politik, Lebensmittelproduktion, Landschaften und Architektur auseinandersetzen. Zu den Autorinnen zählen Architektinnen, Historikerinnen, Soziologinnen, Wissenschaftlerinnen, Studentinnen, Künstlerinnen, Ökonominnen, Umweltjournalistinnen, Aktivistinnen, Landwirtinnen, Wissenschaftshistorikerinnen, Fotografinnen und Kuratorinnen. Das Buch erscheint sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache.

WANN?

Ausstellung: Donnerstag, 23. April – Sonntag, 18. Oktober 2026

Eröffnung: Mittwoch, 22. April 2026, 19:00 Uhr

WO?

Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne
Arcisstraße 21
80333 München

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