Die Ausstellung »Lass mir noch einen Augenblick Zeit« widmet sich der Bedeutung von Muße, Aufmerksamkeit und Zeitwahrnehmung in einer von Beschleunigung geprägten Gegenwart. In einem dialogischen Zusammenspiel begegnen sich die künstlerischen Positionen von Stephanie Stellmann und Katrin Adler und eröffnen einen gemeinsamen Denk- und Erfahrungsraum zwischen Abstraktion und Figuration. Die Ausstellung ist vom 19. April bis zum 14. Juni im Haus Hünenburg zu sehen.
Abb. oben: Little Girls World, Mixed-Media Collage, Katrin Adler, 2024
Lass mir noch einen Augenblick Zeit ist die Aufforderung zu mehr Muße in einer Gegenwart, die von Beschleunigung und Reizüberflutung geprägt ist. Muße erscheint dabei als Voraussetzung für den kreativen Impuls innerhalb der künstlerischen Arbeit ebenso wie als Grundlage des Kunstgenusses. In dieser dialogischen Ausstellung treffen zwei unterschiedliche Künstlerinnen aufeinander und schaffen einen gemeinsamen Denk- und Arbeitsraum.
Im Austausch und im Aufeinandertreffen der Positionen rücken Fragen nach Zeit und Aufmerksamkeit in den Mittelpunkt: Wie wird Zeit wertgeschätzt und der Augenblick genutzt? Wie lässt sich Konzentration bewahren, wenn sich die Welt immer schneller zu drehen scheint?

Die Bildhauerin Stephanie Stellmann und die Collage-Künstlerin Katrin Adler begegnen diesen Fragen mit einer lebendigen Bewegung zwischen Abstraktion und Figuration. Es entfaltet sich ein visuelles Gespräch, in dem zufällige geometrische Formen und grafische Oberflächen aufeinander reagieren.
Die Ausstellung nähert sich dem Moment aus entgegengesetzten Richtungen: Während Katrin Adler mit der Collage vom Konkreten ins Offene arbeitet, verdichtet Stephanie Stellmann abstrakte Formen zur Figur.
Gemeinsam ist beiden künstlerischen Positionen das schöpferische Prinzip des Auseinandernehmens und Neu-Zusammensetzens. Die Materialien Wachs und Papier werden transformiert, Spuren bleiben sichtbar. Aus Fragmenten entstehen neue Zusammenhänge – tastend, suchend und bewusst unvollständig.

In dieser Geste liegt die besondere Qualität der Ausstellung: im harmonischen Nebeneinander gemeinsamer Formprinzipien ebenso wie in der Faszination für die gegenseitige Andersartigkeit. »Lass mir noch einen Augenblick Zeit« versteht sich nicht als lauter Kommentar zur Gegenwart, sondern als leiser, konzentrierter Vorschlag, ihr mit größerer Aufmerksamkeit zu begegnen.
WANN?
Vernissage: Sonntag, 19. April 2026 um 15 Uhr
Ausstellungdaten: Sonntag, 19. April bis Sonntag, 14. Juni 2026
Finissage: Sonntag, 14. Juni 2026 um 15 Uhr
WO?
Kunstverein Achim im Haus Hünenburg
Schwedenschanze 39
28832 Achim





