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Mittwoch, Februar 25, 2026

Labour of Love – roam projects | 27.02.-14.03.2026

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Am 27. Februar eröffnet in Berlin die Gruppenausstellung Labour of Love mit 13 Künstlerinnen. Die Ausstellung, am Equal Pay Day startend, beleuchtet unsichtbare Arbeit, geschlechtsspezifische Machtstrukturen und die Verbindung zwischen künstlerischer Produktion und alltäglicher Care-Arbeit. Alltägliche Rituale und Fürsorgegesten werden ins Zentrum gerückt, um ihre gesellschaftliche und ästhetische Bedeutung neu zu erkennen.

Abb. oben: Courtesy of roam projects.

Was kann aus dem Alltag jenseits der endlos wiederholten Zyklen von Abwaschen, Einkaufen, Putzen und Sorgearbeit gezogen werden? Und wer bewertet diese Arbeit? Diese Fragen bilden die konzeptionelle Grundlage einer Ausstellung, die die anhaltende geschlechtsspezifische Lohnlücke, unsichtbare Arbeit und die strukturellen Ungleichheiten untersucht, die weiterhin die Produktion, Sichtbarkeit und letztlich das Einkommen von Künstlerinnen* prägen.

Seit Jahrtausenden sind Frauen für die großen und kleinen Dinge unserer Welt verantwortlich – sie sichern das Fortbestehen der menschlichen Existenz und ermöglichen ein organisiertes Leben. Tatsächlich gibt es kaum etwas, das nicht direkt mit der Arbeit von Frauen verbunden ist, und diese Arbeit wird selten anerkannt oder finanziell vergütet. Lange Zeit wurde diese Arbeit als selbstverständlich, natürlich oder freiwillig übernommen betrachtet. Infolgedessen wurden Frauen immer wieder aus angesehenen Berufen verdrängt und blieben innerhalb institutioneller und ökonomischer Strukturen oft unsichtbar oder unzureichend gewürdigt. In der Kunstwelt spiegeln die Gender-Show-Gap und die Gender-Pay-Gap diesen Status quo wider.

Die Ausstellung thematisiert die Bedingungen, unter denen wir leben und arbeiten. Wir treffen Entscheidungen darüber, ob wir Kinder bekommen; wir erhalten künstlerische Praktiken aufrecht; und insbesondere als Künstlerinnen, die Mütter sind, sehen wir uns häufig prekären wirtschaftlichen Zukunftsaussichten und der ständigen Gefahr von Armut, besonders im Alter, gegenüber. Gleichzeitig nähern sich die präsentierten Werke dem Alltag als einem Feld des Staunens. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das scheinbar Kleine, ohne die breiteren sozialen und politischen Kontexte aus den Augen zu verlieren. Indem sie die kleinen Wunder im Alltag in den Fokus rücken, versucht die Ausstellung, deren kulturellen und ästhetischen Wert zu erweitern. Diese Perspektivverschiebung folgt der Idee, diese Handlungen neu zu bewerten, um das Funktionieren der Gesellschaft zu sichern. Das Private und das Politische sind untrennbar miteinander verbunden, und dieses Projekt macht diese Vernetzung sichtbar.

Zentral für die Ausstellung ist die Auflösung etablierter Trennungen: zwischen männlich und weiblich, groß und klein, öffentlich und privat, sichtbar und übersehen. Indem der Fokus auf das Unauffällige gelegt wird, offenbaren die Werke Formen von Präsenz und Bewusstsein, die oft unbemerkt bleiben. Die Aufwertung des Selbstverständlichen zum Protagonisten erzeugt eine subtile, aber entscheidende Verschiebung der Wahrnehmung. Alltägliche Rituale, Fürsorgegesten und Bewegungen zwischen Makro- und Mikro-Perspektiven werden zu Strategien, um die präsentierten künstlerischen Positionen zusammenzuführen und zu erleben.

Ausstellungsplan & Programm

Freitag, 27. Februar, 18–21 Uhr
Vernissage & Equal Pay Day
Eröffnungsrede um 19 Uhr

Samstag, 28. Februar, 12–18 Uhr
Soft Opening mit Anwesenheit der Künstlerinnen* und der Kuratorin

Samstag, 7. März, 12–18 Uhr
Verlängerte Öffnungszeiten
Podiumsdiskussion um 16 Uhr mit Delia Keller, Marie van Bömmel und weiteren teilnehmenden Künstlerinnen* (wird noch bekannt gegeben)

Samstag, 14. März, 12–19 Uhr
Verlängerte Öffnungszeiten
Kinder-Malworkshop von 14–16 Uhr
Abschlussveranstaltung von 16–19 Uhr

WANN?

Ausstellung: Freitag, 27. Februar – Samstag, 14. März 2026

WO?

Lindenstr. 91
10969 Berlin

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