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Freier Eintritt: 25 Jahre Münter-Haus in Murnau als Gedenkstätte für Gabriele Münter und Wassily Kandinsky | 09.07.2024

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Im sogenannten Münter-Haus in der bayerischen Stadt Murnau wohnten die Künstlerin Gabriele Münter und ihr Partner Wassily Kandinsky. Am 9. Juli 2024 feiert das Münter-Haus sein 25-jähriges Bestehen als öffentlicher Erinnerungsort. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Das Haus wurde nach der Renovierung 1998/99 als Gedenkstätte für Münters Kunst und die Werke Kandinskys der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es wurde originalgetreu in den Zustand von 1909 bis 1914 zurückversetzt und ist mit zahlreichen Gemälden, Graphiken, Hinterglasbildern und Volkskunst ausgestattet.

Abb.oben: Das Münter-Haus in Murnau, Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Am 21. August 1909 erwarb Gabriele Münter das Haus an der Kottmüllerallee in Murnau. Von da an bis 1914 hielten sich Gabriele Münter (1877–1962) und Wassily Kandinsky (1866–1944) oft in diesem Haus, im Volksmund auch als „Russenhaus“ bezeichnet, auf. Sie richteten es gemeinsam ein, legten den Garten an und bemalten die Möbel nach eigenen Entwürfen.

Die Murnauer Landschaft, insbesondere das Haus selbst, sein Garten und die unmittelbare Umgebung, wurde für Münter und Kandinsky zu einer wichtigen Inspirationsquelle. Oft malten sie den Blick aus dem Fenster zur Kirche und zum Schloß sowie zur Bergkette. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit der Landschaft entwickelte sich Kandinskys Malerei zur Abstraktion.

Das Münter-Haus spielte ferner eine ausschlaggebende Rolle in der Geschichte des „Blauen Reiter“. Es wurde zu einem bedeutenden Treffpunkt der Avantgarde. Franz Marc, der in dem nahe gelegenen Sindelsdorf wohnte, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, August Macke und Arnold Schönberg kamen oft zu Besuch ebenso wie Sammler*innen und Galerist*innen. Im Oktober 1911 fanden dort die Arbeitssitzungen zur Vorbereitung des Almanachs „Der Blaue Reiter“ statt. Neben Münter und Kandinsky nahmen Franz und Maria Marc sowie August und Elisabeth Macke daran teil.

Gabriele Münter, Interieur, 1910, Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München. © VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Als der Erste Weltkrieg am 1. August 1914 begann, flohen Münter und Kandinsky zunächst in die Schweiz, da Kandinsky als Russe zum feindlichen Lager gehörte. Im November 1914 kehrte er nach Moskau zurück, wo er bis 1921 bleiben sollte. Gabriele Münter lebte vom Sommer 1915 bis Dezember 1917 in Schweden und ließ sich anschließend in Kopenhagen nieder.

Anfang 1920 kehrte Münter nach Deutschland zurück. Von 1931 bis zu ihrem Tod lebte die Malerin wieder in dem Murnauer Haus, ab 1936 mit ihrem Lebensgefährten, dem Kunsthistoriker Johannes Eichner (1886–1958). Im Keller des Hauses verwahrte sie einen unermesslichen Schatz an Bildern, vor allem von Wassily Kandinsky sowie eigene Werke und die anderer Protagonist*innen des „Blauen Reiter“ und seines Umkreises, und rettete diese so auch über die Zeit des Nationalsozialismus. Anlässlich ihres 80. Geburtstages hat Gabriele Münter wichtige Teile dieser einmaligen Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München geschenkt.

WANN?

Dienstag, 9. Juli 2024

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag & Feiertage 14:00 – 17:00 Uhr

WO?

Münter-Haus
Kottmüllerallee 6
82418 Murnau am Staffelsee

KOSTET?

Eintrittspreis: 3 EUR für Personen über 25 Jahre

Am 9. Juli 2024 Eintritt frei.

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