Galerie Kremers in Berlin-Kreuzberg lädt am 28. April 2026 um 19 Uhr zum Artist Talk mit dem Kurator, Kunsthistoriker und Kunstkritiker Marc Gisbourne. Die Künstler:innen Fiona Ackerman, Claudia Chaseling und Gregor Hiltner werden persönlich anwesend sein, Juan Logan und Howard Sherman werden aus den Vereinigten Staaten mittels Videocall zugeschaltet.
Abb. oben: Adochi, Maske-Padak, 1987, Distemper paint on canvas, 190 x 200 cm
Die Ausstellung „The New Abstract – An Atlantic Bridge – USA – BERLIN“ in der Berliner Galerie Kremers ist die Fortsetzung aus dem Jahr 2019, in der bekannte und neue Positionen von beiden Seiten des Atlantiks vorgestellt werden. Angesichts der sich verschlechternden Beziehungen auf politischer Ebene könnte man eher einen Zusammenbruch als eine erneute Brückenbildung erwarten, doch nicht im Bereich der Kunst.
Über die transatlantische Brücke findet schon seit De Koonings und Kurt Schwitters ein Dialog in der Universalsprache der Malerei in beide Richtungen statt, durch den die Partner sich wechselseitig beeinflussten und bereicherten. Social Media und die Globalisierung des Marktes haben diese Tendenz noch verstärkt. Man könnte davon sprechen, dass die Künstler*innen durch wildwüchsige wechselseitige Aneignung an einer gemeinsamen Bildsprache stricken.
Künstler*innen der Ausstellung
Claudia Chaseling – Fiona Ackerman
Ernst Weil – Jonni Cheatwood
Gregor Hiltner – Taylor A. White
Christian Achenbach – Robert Szot
Adochi – Juan Logan
Natascha Mann – Howard Sherman
Virginia Glasmacher – Robert Rauschenberg
Der Tatsache, dass dieser Dialog auch zwischen den Generationen stattfindet, trägt die Galerie Kremers dadurch Rechnung, dass sie den deutschen Nachkriegskünstler Ernst Weil und den Amerikaner Robert Rauschenberg in die Ausstellung mit aufgenommen haben. Wie sehr sie Inspiration und Dialogpartner für ihre jüngeren Nachfolger:innen sind, wird hier sichtbar.
Es sind zufällige Verwandtschaften sowie Wahlverwandtschaften, die man hier entdecken kann – nicht verwunderlich in diesem Melting Pot der westlichen Kunst. Es verbinden sich die düsteren abstrakten Elegien von Juan Logan und die kraftvollen dunklen Kompositionen des Ex-Berliners Adochi. Ebenso Christian Achenbachs abstrakte Bildräume und Fiona Ackermans wohl kalkulierte Gesten.

Es kommen ins Gespräch die exzessiven, wilden Großkollagen des Texaners Howard Sherman und die ebenso materialintensiven Bilder der viel älteren Künstlerin Natascha Mann. Die Berliner Künstlerin Claudia Chaseling, die in ihren Installationen und „spatial paintings“ in den Raum ausgreift, und die Kanadierin Fiona Ackerman, die in ihren figurativen wie abstrakten Kompositionen imaginäre Bildräume schafft, sind beide Meisterinnen der Wandmalerei im öffentlichen Raum, ähnlich wie auch Jonni Cheatwood und Gregor Hiltner.
Zwischen dem jüngsten der amerikanischen Künstler, Jonni Cheatwood, und dem ältesten der deutschen Künstler, Ernst Weil, offenbart sich eine überraschende Verbindung. Die Kompositionen beider Künstler speisen sich aus dem Spannungsfeld zwischen klassisch und modern. Ein Hauch von Nostalgie weht die Betrachtenden auch in den wohlkomponierten Collagen des New Yorkers Robert Szot und in den informellen abstrakten Landschaften Virginia Glasmachers an.

Die das Format sprengenden, selbstreferentiellen Abstraktionen des Amerikaners Taylor A. White sind aus ähnlichem Holz geschnitzt wie die in Form und Bildsprache eigensinnigen
Kompositionen des Berliner Künstlers Gregor Hiltner. Der große Meister im Hintergrund, Robert Rauschenberg, der selbst ohne den deutschen Kurt Schwitters nicht denkbar wäre, steht mit einem großen Siebdruck im Raum und lässt weitere Verwandtschaften sichtbar werden.
WANN?
Dienstag, 28. April 2026, 19 Uhr
WO?
Galerie Kremers
Schmiedehof 17 (Eingang Eberhard-Roters-Platz)
10965 Berlin-Kreuzberg





