Premiere ZAR UND ZIMMERMANN – Deutsche Oper Berlin | am 20.06.2026

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Die Deutsche Oper Berlin zeigt am 20. Juni 2026 die Premiere von Albert Lortzings ZAR UND ZIMMERMANN. Damit kehrt ein lange nicht auf Berliner Bühnen zu sehendes Erfolgsstück zurückkehrt auf die Opernbühne. 

Abb. oben: Filmstill © Vincent Stefan

Noch vor 25 Jahren waren die Opern Albert Lortzings das Rückgrat der deutschen Theaterspielpläne, dann verschwanden sie innerhalb kurzer Zeit sang- und klanglos fast vollkommen aus dem Repertoire. Zu Unrecht – finden der Dirigent Antonello Manacorda und der Regisseur Martin G. Berger, die jetzt Lortzings größten Hit ZAR UND ZIMMERMANN zurück auf die Opernbühne holen. Als eine brillante Mischung aus Ideenkomödie mit ernstem Hintergrund und Vorläufer von Operette und Musical verortet Berger die 1837 uraufgeführte Spieloper um den Zaren Peter I., der sich 1698 inkognito auf einer holländischen Werft Grundkenntnisse als Schiffszimmermann aneignete. Denn bei Lortzing wird aus der Verwechslungskomödie ein Stück, das mit leichter Hand die Schwächen und Ideale einer Gesellschaft offenbart, die sich seither in vielen Punkten gar nicht so sehr verändert hat. Der Deserteur Peter Iwanow, der seine Entdeckung fürchtet und eigentlich nur in Frieden gelassen werden will, die forsche Bürgermeistersnichte Marie, die eine gleichberechtigte Beziehung will und das auch durchsetzt, sowie ihr Onkel van Bett, der auf den deutschen Theaterbühnen zum Inbegriff des ebenso überforderten wie autoritären Amtsträgers wurde, überzeugen noch immer in ihrer Glaubwürdigkeit – ebenso wie der Zar, der in dieser Welt ein Fremdkörper bleibt.  
 
Berger geht es dabei nicht nur um die Komik, die im Lauf des Stücks immer wieder aus den Verwechslungssituationen und Kontrasten von hoher Politik und Kleinstadtleben entsteht, sondern auch um die Gegenüberstellung zweier Gesellschaftsmodelle in dieser Oper: auf der einen Seite der Westen mit seiner Modernität und seinem Gewinnstreben, auf der anderen Seite das hoffnungslos veraltete, autoritäre Volkszarentum Tschirikistan, das hier das Russland des Originaltexts ersetzt. Die Balance von Wortwitz und Ernst, die ZAR UND ZIMMERMANN prägt, kommt auch in den neuen Sprechtexten zum Ausdruck, in denen Berger seine Erfahrung als Regisseur und Übersetzer von Musicals einbringt – nicht, um Lortzing zu verbessern, sondern um das Tempo der Komödie unserem heutigen Zeitgefühl anzupassen. Wiederzuentdecken ist ein Stück, das mit seinem Wortwitz, seiner musikalischen, an der italienischen Buffo-Oper geschulten Komik und seinen eingängigen Melodien zu den gelungensten deutschen Komödien überhaupt gehört.  
 
Das spielfreudige Ensemble der Deutschen Oper Berlin um Artur Garbas als Zar, zuletzt u. a. als Haly in L’ITALIANA IN ALGERI zu erleben, Kieran Carrel, gerade als Froh im RHEINGOLD gefeiert, und Padraic Rowan, ein immer großartiger Papageno, kann in ZAR UND ZIMMERMANN zusammen mit Gästen wie Nadja MchantafPatrick Zielke und Philipp Kapeller sein komisches Talent zeigen.  
Nadja Mchantaf war bis 2024 Ensemblemitglied der Komischen Oper, wo sie in den Titelpartien von Massenets CENDRILLON, Dvořaks RUSALKA, als Tatjana in Tschaikowskijs EUGEN ONEGIN sowie als Fiordiligi in Kirill Serebrennikovs Inszenierung von Mozarts COSÌ FAN TUTTE mit ihrem klaren Sopran und ihrer großen Wandlungsfähigkeit für sich einnahm.  
Der Bassist Patrick Zielke wurde 2020 für seine Interpretation des Ochs auf Lerchenau mit dem FAUST-Preis ausgezeichnet und hat sich auch in den großen Wagner-Partien wie Daland, Gurnemanz, König Marke und Hagen einen Namen gemacht, aber auch Rocco und Boris Godunow gehören zu seinem Repertoire. Der österreichische Tenor Philipp Kapeller wird geschätzt für sein komisches Talent, das er in Partien wie Alfred in der FLEDERMAUS und Fenton (FALSTAFF) unter Beweis stellen konnte. Außerdem ist er in Partien wie Belmonte, Don Basilio, Lysander und Tebaldo (Bellinis I CAPULETI E I MONTECCHI) zu erleben. 
Als langjähriger Chefdirigent der Kammerakademie Potsdam bringt Antonello Manacorda das Wissen um historische Aufführungspraxis ebenso ein wie Erfahrung mit dem Timing der komischen Opern Rossinis. Im Sommer 2025 gab er mit einer Neuproduktion von Donizettis MARIA STUARDA sein Debüt bei den Salzburger Festspielen und ist an vielen großen Opernhäusern wie Paris, London, New York und Berlin geschätzter Gast. 

WANN?

Samstag, 20. Juni 2026

WO?

Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin

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