Die Neue Nationalgalerie startet im Rahmen des diesjährigen Gallery Weekend Berlin mit „Ruin und Rausch. Berlin 1910–1930“, „Beeple. Regular Animals“ sowie der Wiederaufführung von Fujiko Nakayas Nebelskulptur drei Ausstellungen. Mit den „Gallery Weekend Art Talks“ findet über das gesamte Wochenende von Freitag, 1. Mai, bis Sonntag, 3. Mai 2026, ein vielfältiges, kostenfreies Talkprogramm mit internationalen Gästen in der oberen Halle statt.
Abb. oben: Göksu Kunak, Gallery Weekend Art Talk “Simulacra, Soap Operas, and Sacrifice”: Freitag, 1.5.2026, 14 Uhr
© Ege Dandin
Mit „Ruin und Rausch“ nimmt die Neue Nationalgalerie ausgewählte Werke ihrer herausragenden Sammlung der Klassischen Moderne in den Blick, die das Berlin der 1910er- und 1920er-Jahre thematisieren. Diese Jahrzehnte – geprägt von Erstem Weltkrieg und Weimarer Republik – oszillierten beständig zwischen Gegensätzen: Exzess und Armut, Emanzipation und Extremismus gingen in der rasant wachsenden, kosmopolitischen Metropole Hand in Hand. Mit rund 35 Werken – darunter Ernst Ludwig Kirchners „Potsdamer Platz“, Lotte Lasersteins „Abend über Potsdam“ sowie als Leihgabe der Sammlung Landesbank Baden-Württemberg im Kunstmuseum Stuttgart Otto Dix` Gemälde der Tänzerin Anita Berber – macht die Ausstellung die Ambivalenz von Glanz und Elend, Aufstieg und Abgrund im damaligen Berlin erlebbar.
> Ruin und Rausch. Berlin 1910–1930, 25. April 2026 – 3. Januar 2027


Anlässlich des Gallery Weekend Berlin präsentiert die Neue Nationalgalerie erstmals in Deutschland die interaktive Installation „Regular Animals“ des US-amerikanischen Künstlers Beeple (Mike Winkelmann). Die Arbeit besteht aus autonomen Robotik-Hunden, die sich frei innerhalb eines definierten Bereichs im unteren Foyer der Neuen Nationalgalerie bewegen. Jede Roboterfigur ist mit einem hyperrealistischen Silikonkopf ausgestattet, der nach weltweit bekannten Persönlichkeiten modelliert ist, darunter Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Andy Warhol, Pablo Picasso und Beeple selbst. Die Roboter erfassen Bilder ihrer Umgebung über integrierte Kameras. Diese Bilder werden von KI-Systemen verarbeitet, die die Daten gemäß dem kulturellen, künstlerischen oder ideologischen „Stil“ jeder Figur neu interpretieren, und aus den Hinterteilen der Roboter ausstoßen. Begleitend wird Nam June Paiks „Andy Warhol Robot“ (1994) gezeigt, der einen historischen Gegenpunkt zu Beeples Arbeit bietet. Die Sonderpräsentation ist kostenfrei besuchbar.
> Beeple. Regular Animals, 29. April – 10. Mai 2026
Wegen des großen Publikumsinteresses präsentiert die Neue Nationalgalerie auch in diesem Jahr die ortsspezifische Nebelskulptur der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya (* 1933, Sapporo) in ihrem Skulpturengarten. Vom 30. April bis 25 Oktober 2026 umspielt Nakayas Nebelskulptur nicht nur monumental wie ephemer die ikonische Architektur Mies van der Rohes, sie eröffnet auch einen intensiven Dialog der Besuchenden mir ihrer unmittelbaren Umgebung und sich selbst. Nakaya erlangte 1970 internationalen Ruhm für ihre immersiven Nebelskulpturen, die sie mithilfe eines Systems aus reinem Wassernebel erzeugt. Für die Neue Nationalgalerie hat Nakaya 2025 eine neue Installation entwickelt, die den gesamten Skulpturengarten umfasst und neue Perspektiven auf die Architektur der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe eröffnet.
> Fujiko Nakaya, 30. April – 25. Oktober 2026
Noch bis zum 9. August 2026 zeigt die Neue Nationalgalerie in Kooperation mit dem Centre Pompidou in Paris eine groß angelegte Einzelausstellung des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876-1957). Mit mehr als 150 Arbeiten ist es die erste umfassende Werkschau des Ausnahmekünstlers seit über 50 Jahren in Deutschland. Neben Hauptwerken wie „Schlummernde Muse“, „Der Kuss“, „Vogel im Raum“ oder die „Unendliche Säule“ zeigt die Ausstellung erstmals außerhalb von Paris eine Teilrekonstruktion des berühmten Ateliers von Brancusi, das als Schlüssel zum Verständnis seines Werkes gilt.
> Brancusi, 20. März – 9. August 2026
GALLERY WEEKEND ART TALKS
Die Talks finden, falls nicht anders angegeben, in englischer Sprache statt. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt, der Eintritt ist frei, es ist keine Anmeldung nötig.
Freitag, 1. Mai 2026
11 Uhr
The Future of the Art World
Podiumsdiskussion mit Marion Ackermann (Präsidentin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Grace Yao (Gründerin und CEO, Artlas) und Thomas Girst (Global Head of Cultural Engagement, BMW Group), moderiert von András Szántó (Autor und Berater für Kulturstrategie)

12.30 Uhr
From the Internet to Museum Walls
Beeple im Gespräch mit Lisa Botti (Kuratorin, Neue Nationalgalerie)
14 Uhr
Simulacra, Soap Operas, and Sacrifice
Göksu Kunak im Gespräch mit Léon Kruijswijk (Performance-Kurator, Mudam Luxemburg)
15.30 Uhr On Craft and Unexpected Materiality
Pae White im Gespräch mit Kimberly Bradley (Kunstkritikerin und Kulturjournalistin)
17 Uhr
Photographic Vertigo
Ketuta Alexi-Meskhishvili im Gespräch mit Carina Bukuts (Chefkuratorin, Kunsthalle Wien)

Samstag, 2. Mai 2026
11 Uhr The Challenge of Live Art in Museum Spaces, Podiumsdiskussion mit Joel Valabrega (Programmleiter und Kurator, Galeria Municipal do Porto), Matilde Guidelli-Guidi (Kuratorin und Co-Abteilungsleiterin, Dia Art Foundation), Billy Tang (Künstlerischer Leiter, YDP), moderiert von Gregor Quack (Volkswagen Group Curator, Neue Nationalgalerie)
12.30 Uhr about curating
Thomas Demand im Gespräch mit Lynne Cooke (Kuratorin und Autorin)
14 Uhr Hermetic Worlds and Total Constellations
Stella Zhong im Gespräch mit Martin Germann (Kurator)
15.30 Uhr On Intuition, Memory, and Becoming
Edi Rama und Anri Sala im Gespräch mit Natalia Gierowska (Politikwissenschaftlerin und Kunstkritikerin)
Sonntag, 3. Mai 2026
11 Uhr The Power of Abstract Figuration
Katherine Bradford im Gespräch mit Chloe Stead (Mitherausgeberin, Frieze)
12.30 Uhr Ecological Transience and Fantastical Transformation
Anne Duk Hee Jordan im Gespräch mit Hae-ju Kim (leitende Kuratorin und Leiterin der Residencies, Singapore Art Museum)

14 Uhr Die Überwindung der Moderne
Markus Lüpertz im Gespräch mit Dorothea Schöne (Direktorin, Kunsthaus Dahlem) Der Talk findet in deutscher Sprache statt

WO?
Potsdamer Str. 50, 10785 Berlin






