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Montag, November 28, 2022

Trauma Bar und Kino Kévin Bray: The Transformation of Matter Creates Light – Trauma Bar und Kino | 17.09.-16.10.2022

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The Transformation of Matter Creates Light ist Kévin Brays bislang umfassendstes immersives Projekt. Im Rahmen der Ausstellung, die am 17. September 2022 in der Trauma Bar und Kino eröffnet, wird das neueste Werk des interdisziplinär arbeitenden Künstlers und Filmemachers gezeigt: Eine automatisierte Choreografie aus beweglichen Bildschirmen, die im Hauptraum von Trauma Bar und Kino große Lichtskulpturen generieren. Mit der Installation, die erstmalig gezeigt wird, lädt Bray die Besucher dazu ein, die visuelle Kartierung und Erforschung von technologiebasierten Transformationen des Menschen zu erleben. Dafür setzt er eine während seines Forschungsaufenthalts in AlUla, Saudi-Arabien, entwickelte Technik ein, die die Lichtskulpturen aus Schichten zusammensetzt.

Abb. oben: Kévin Bray, Performance at Petrolux Iso Amsterdam, 2022 © courtesy of the artist

Brays Werke und Installationen zeichnen sich durch einen multimedialen Ansatz aus, insbesondere durch die Technik des „Projektionsmapping“, bei dem man mit einem Projektor beliebig strukturierte Oberflächen angepasst beleuchtet und bei der sich die Videoprojektionen wie eine zweite Haut über unsere physische Realität legen und mit ihr interagieren.

In einem Universum, das immer komplexere Strukturen hervorbringt, von Atomen und Molekülen bis hin zu Planeten und Lebewesen, unterstreicht und zelebriert die Ausstellung von Kévin Bray den Drang, uns zu verändern und zu transformieren, um uns an unsere innere und äußere Umgebung anzupassen. Neben dieser Installation wird ein ortsspezifisches Mapping gezeigt, das den Betrachter durch helle, sich verändernde Landschaften führt, sowie sein Video Morpher, das als Rückgrat und lebendiges Archiv seiner künstlerischen Praxis dient – alle mit demselben Ziel: Licht zu schaffen.

DEEDS NEWS  - courtesy of the artist and Trauma Bar und Kino - Kevin Bray
Kévin Bray, The Transformation of Matter Creates Light, Trauma Bar und Kino, poster, © the
artist, 2022

There was less light in the universe last week than today, and there will be more light in the universe next week than today. (Letzte Woche gab es weniger Licht im Universum als heute, und nächste Woche wird es mehr Licht im Universum geben als heute)

Kévin Bray

Ein System von Videoquerschnitten erzeugt Lichtkörper, die erst durch den Blick einer Langzeitbelichtung sichtbar werden, und gibt einen Überblick über verschiedene Geräte und Gegenstände, wie Implantate, Piercings, Arzneimittel, Telefone oder Computer, die bei der individuellen und kollektiven Transformation des Menschen zum Einsatz kommen. Auf diese Weise macht Bray dem Besucher die Komplexität unserer ständig erweiterten Körper und die potenziellen Gefahren solcher Modifikationen bewusst. Indem er die Grenzen zwischen Forschung und Fiktion, Wissenschaft und Mythos durch seine monumentalen Lichtobjekte verschwimmen lässt, lässt er auch die organische Natur des menschlichen Körpers mit dem Verfahren des Bioenginerring verschmelzen. Mit seiner Installation legt Bray die Transformationen offen, die unsere Körper und unsere Fähigkeiten seit Jahrtausenden modifizieren, um sie mit unseren sich wandelnden Gedanken und Identitäten in Einklang zu bringen. Von natürlichen Heilmitteln, die zu medizinischen Zwecken verwendet werden, bis hin zum Genom-Editing (einem molekularbiologischen Verfahren, mit denen gezielt Mutationen in ganz bestimmten Abschnitten der DNA herbeigeführt werden), von der plastischen Chirurgie bis zum Herzschrittmacher, von der In-vitro-Fertilisation bis zur Bestattung – vermittels dieser verschiedenen Ebenen macht Bray deutlich, dass die menschliche Identität ein sich ständig evolvierendes Material ist.

DEEDS NEWS - courtesy og Trauma Bar und Kino - Kevin Bray - (c) Andrea Rosetti
Kévin Bray, wooden bas relief with projection, installation view from Wills Wheels Wells solo
show at Future Gallery Berlin © Andrea Rosetti

Kévin Bray (Corbie, FR 1989) ist ein interdisziplinär arbeitender französischer Künstler, der zurzeit in Amsterdam lebt. Nach seiner Ausbildung zum Grafikdesigner, die er in Frankreich und den Niederlanden mit zwei Masterabschlüssen absolvierte, war er von 2018 bis 2019 Artist in Residence an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam. Dort konnte er seine Praxis als freier bildender Künstler im Bereich der zeitgenössischen Kunst
weiterentwickeln.

In seiner Arbeit, die sich über die Grenzen verschiedener Disziplinen hinwegbewegt, geht Bray der Frage nach, wie Form und Sprache vergangener und heutiger Technologien unsere Sicht auf die Welt beeinflusst und verändert haben. Indem er bestimmte Softwares und Medien zweckentfremdet, setzt er sich kritisch mit unserer Beziehung zu diesen Tools und der Rolle, die sie in der Geschichte der Menschheit spielen, auseinander. Seine Experimente mit der Art und Weise ihrer Visualisierung und der Manipulation ihrer Funktionsweise regen dazu an, über die verschiedenen Bedeutungsebenen und die historischen Zusammenhänge der Bilder zu reflektieren. Seine Bilder sind das Ergebnis einer hybriden Arbeitsweise mit verschiedenen Techniken, Motiven und visuellen Codes. Dieser Ansatz erlaubt es ihm, mit verschiedenen neuen und alten Technologien und Werkzeugen zu spielen, sie zu erweitern und zu kombinieren, und seine eigene künstlerische Sprache zu entwickeln.

DEEDS NEWS - courtesy of the artist and Trauma Bar und Kino - Kevin Bray
Kévin Bray,Performance at Petrolux Iso Amsterdam, 2022 © courtesy of the artist

Geprägt von seinem Hintergrund als Grafikdesigner und fasziniert von der Geschichte der Malerei, sind die Themen Komposition und Kommunikation in Brays Schaffen stets präsent.

Im Rahmen einer eingehenden Beschäftigung mit einer Vielzahl von Kommunikationsmedien – von Video, Malerei und Animation bis hin zu Skulptur, Musik und Schrift – studiert Bray ihre vielfältigen Funktionen. Sein Bedürfnis, diese beiden Gestaltungsmittel miteinander zu verbinden, resultiert in einer unerwarteten Verknüpfung von Techniken aus der physischen und der digitalen Welt. So gelingt es ihm, neue, fesselnde Realitäten und Perspektiven zu generieren, in denen sich die Evolution unserer Geschichten widerspiegelt. Bray widmet einen Großteil seiner Arbeit der Malerei und der kontinuierlichen Entwicklung seiner Videoarbeit Morpher. Diese führt die Betrachtenden durch helle, sich verändernde Landschaften und bildet das Rückgrat und das lebendige Archiv seines künstlerischen Schaffens. Gleich einem Organismus entwickelt sich Morpher kontinuierlich weiter, und die vielen Figuren, die in Brays Malereien vorkommen, werden zu Requisiten in einer erweiterten Realität, in der sie auf unterschiedliche Weise aktiviert werden können. Im Zusammenspiel mit dem Hintergrund und der Bühne bewegen sich seine jenseitigen Bilder stets zwischen Transparenz und Verschleierung.

DEEDS NEWS - courtesy of the artist and Trauma Bar und Kino - Kevin Bray - Losing it
Kévin Bray, Losing it, print on canvas and acrylic paint, 130 x 130 cm, © courtesy of the artist,
2019

Kévin Bray hatte zahlreiche Einzelausstellungen, wie unter anderem: Wills, Wheels, Wells, Future Gallery, Berlin, 2021; Breakdown After Before, Dordrecht Museum, Niederlande, 2021; Don’t forgive/get, them, Stigter Van Doesberg, Amsterdam, 2020; und Morpher III, Foam Amsterdam, 2020. Seine Werke waren außerdem in Gruppenausstellungen zu sehen, wie unter anderem: L’anima Navigue, Future, Ancien, Fugitif, Palais De Tokyo, Paris, 2019 and RijksOpen, Amsterdam, 2018.

DEEDS NEWS - courtesy of Trauma Bar und Kino - Kevin Bray - (c) GJ.VanRooij
Kévin Bray, installation view from Breakdown After Before solo show at Dordrecht Musem, 2021
© GJ.VanRooij

WANN?

Vernissage: 17. September 2022, 20:00 – 03:00 Uhr
Doors open: 20:00 Uhr

Öffnungszeiten: jeden Freitag von 17 – 21 Uhr (Eintritt frei).
Die Ausstellung kann außerdem während der begleitenden Veranstaltungen, die im Rahmen der Ausstellung am 24. September und 1. Oktober stattfinden

Finissage: Freitag, 14. Oktober 2022

WO?

Trauma Bar und Kino
Heidestraße 50
10557 Berlin-Moabit

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