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Dienstag, Mai 21, 2024

Kulturstandort Uferhallen steht vor dem drohenden Aus!

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Nach einem fünfjährigen Verhandlungsmarathon  – verbunden mit einem Auf und Ab von Hoffnungen und Enttäuschungen – steht der Kulturstandort Uferhallen vor dem drohenden Aus. Wenn keine sofortige Lösung gefunden wird, befürchten die ansässigen Künstler*innen ab Ende Mai die ersten Kündigungen. Auf dem Areal arbeiten ca. 90 Kreative, darunter international bekannte Künstler*innen wie Katharina Grosse, Monica Bonvicini, Maria Eichhorn, Heiner Franzen, Asta Gröting, Sven Drühl und Rosa Barba.

Abb. oben: Layla Nabi, Umdifferenziert, 2023, verzinkter Stahl, Latex, Styropor, Uniflott, Kunstharz u.a.

OFFENER BRIEF

Wir, der Uferhallen e.V., vertreten die Interessen der Künstler*innen und Mieter*innen vor Ort. Wir wenden uns an Sie mit der dringenden Bitte, unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen und für größtmögliche Öffentlichkeit zu sorgen. Auf dem Spiel steht ein seit 15 Jahren gewachsener Produktionsstandort und ein einzigartiger Raum des kulturellen Austauschs auf dem denkmalgeschützten Gelände des ehemaligen BVG-Betriebshofs im Zentrum der Stadt.

DEEDS.NEWS - Kulturstandort Uferhallen - Peter Dobroschke
Peter Dobroschke, Entgleiste Wand, 2023, Theaterpodeste, Aluminium, Estrich, Schaltafeln (Holz)

Die Uferhallen sind ein fester Teil der Kulturszene und der Stadtgesellschaft Berlins. Sie beherbergen neben Ateliers und Atelierwohnungen auch Tanz- und Proberäume, Tonstudios, eine Konzert- und eine Ausstellungshalle, Werkstätten, Gastronomie und zahlreiche Veranstaltungsräume. Die Vielfalt reicht von klassischer Musik (Pianosalon Christophori) über experimentelle performative Formate, jährliche offene Studios bis zu international kuratierten Ausstellungen auf dem gesamten Gelände. Die Uferhallen waren u.a. Gastgeber für den Berlin Art Week Garten 2022, Teilnehmer des Kultursommerfestivals und haben mehrfach in Kooperation mit dem n.b.k. (Neuer Berliner Kunstverein) gemeinsame Projekte entwickelt.

Noch im Herbst 2021 haben das Bezirksamt Mitte, der Senat und die Eigentümer im Zuge eines Letter of Intent die Rettung des Kulturstandortes berlinweit verkündet. Ein Bebauungsplanverfahren wurde durch das Bezirksamt Mitte beschlossen mit dem Ziel, den Verbleib aller ansässigen Mieter*innen zu sichern, ein Sondergebiet Kultur zu schaffen und dem Eigentümer, der Marema GmbH (Firmengeflecht der Samwer-Brüder), ein angemessenes Bauvorhaben zu genehmigen.

DEEDS.NEWS - Kulturstandort Uferhallen - schneider
Uferhallen. Foto: Hansjörg Schneider

Der Bezirk Mitte rief im Juni 2022 zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung auf. Als sich in den Verhandlungen eine erfolgreiche Einigung abzeichnete, kündigten die Eigentümer im Januar 2023 einseitig das Bebauungsplanverfahren – angeblich aus wirtschaftlichen Erwägungen. Dadurch ist für die Mieter*innen der Uferhallen und für uns als Verein eine ungeklärte und gefährliche Situation entstanden.

Alle bisherigen Verhandlungen sind damit bedeutungslos: Kündigungen werden angedroht, der geplante Generalmietvertrag über 30 Jahre ist obsolet.

DEEDS.NEWS - Kulturstandort Uferhallen - Hansjörg Schneider
Uferhallen. Foto: Hansjörg Schneider

Mieter*innen verlieren ihre Arbeitsräume; denn insgesamt drei Bauvorhaben sollen ab Januar 2024 auf dem Areal errichtet werden. Diese wurden dem Eigentümer – dem Bebauungsplan vorgreifend – zugesichert. Ob den betroffenen Mieter*innen dafür notwendige Umsetzungsflächen zur Verfügung gestellt werden, ist aktuell völlig unklar.

Deshalb wenden wir uns an alle, für die Kultur in Berlin lebenswichtig ist. Wir fordern dazu auf, die Uferhallen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten. Der Senat für Kultur und Europa und das Bezirksamt Mitte haben uns bisher, gerade im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens, nach Kräften unterstützt. Die Gespräche zwischen den Eigentümern, dem Senat und dem Bezirk, die im Kontext des Bebauungsplanverfahrens geführt wurden, müssen unverzüglich weitergeführt werden.

DEEDS.NEWS - Kulturstandort Uferhallen - JensZiehe
Künstler:innen der Uferhallen. nbk, Uferhallen Kunstaktien, Foto Jens Ziehe

Wir fordern einen Vertrag zwischen den Eigentümern, den Nutzer*innen und dem Land Berlin. Dieser Vertrag muss die Ateliers und ihre Bezahlbarkeit nachhaltig sichern. Die drohenden Kündigungen müssen verhindert werden. Nur so lässt sich der Kulturstandort Uferhallen erhalten. Ein Verlust wäre unersetzlich für diese Stadt. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Stimme.

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WO?

Kulturstandort Uferhallen
Uferstraße 8
13357 Berlin-Wedding

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