Mit vier neuen Auszeichnungen würdigt der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart Künstler*innen, Förder*innen und Institutionen für ihren nachhaltigen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst und setzt zugleich ein Zeichen für die Förderung junger Künstler*innen. Der Hamburger Bahnhof Studio Award geht in der ersten Ausgabe an Abdulhamid Kircher, Monilola Olayemi Ilupeju und Jonas Roßmeißl. Der Lifetime Achievement Award geht an Mona Hatoum, der Global Arts Patronage Award an Kiran Nadar und der Changemaker Award an die Delfina Foundation. Die vier Awards wurden im Rahmen der Benefizgala „A Night in Berlin“ im Hamburger Bahnhof am Samstag, 14. März 2026, erstmals verliehen. Die Auszeichnung findet ab sofort jährlich statt.
Abb. oben: Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart verleiht vier neue Auszeichnungen auf der Benefizgala “A Night in Berlin”: Sam Bardaouil, Jonas Roßmeißl, Gabriele Knapstein, Füsun Eczacıbaşı, Aaron Cezar, Monilola Olayemi Ilupeju, Glenn D. Lowry, Kiran Nadar, Ayoung Kim, Mona Hatoum, Abdulhamid Kircher, Katharina Grosse, Frances Morris, Till Fellrath © Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Ivan Erofeev
Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart: „Mit den vier Awards würdigt der Hamburger Bahnhof als Nationalgalerie der Gegenwart Künstler*innen, Persönlichkeiten und Institutionen weltweit, deren Engagement Kunst möglich macht, und gibt zugleich neue Impulse für kulturelles Engagement in Berlin und Deutschland. Mit der Auszeichnung junger Künstler*innen bekennt sich das Museum ausdrücklich zur Zukunft der Kunststadt Berlin.“
Katharina Grosse, Künstlerin und Jury-Mitglied des Hamburger Bahnhof Studio Award: „Der Studio Award erinnert daran, dass die Zukunft der Kunst im Atelier beginnt. Künstler*innen brauchen Raum, Zeit und Vertrauen, um Risiken einzugehen – genau das machen diese Auszeichnungen möglich.“
Cate Blanchett, Schauspielerin und Mitgastgeberin: „Heute Abend feiern wir unter anderem einen Ort, der kreative Kakophonie zulässt, an dem verschiedene Stimmen, Visionen und Energien aufeinandertreffen. Orte wie der Hamburger Bahnhof sind unverzichtbar, um diese Reibungen, dieses zutiefst menschliche Verlangen erleben zu können. Diese elektrisierenden Umgebungen laden Menschen dazu ein, sich gemeinsam zu öffnen und sich den Visionen anderer hinzugeben.“ Cate Blanchett ist dem Hamburger Bahnhof seit vielen Jahren verbunden und verkörperte 13 verschiedene Charaktere in Julian Rosefeldts Filminstallation „Manifesto“, die 2016 im Museum als Europapremiere gezeigt wurde.

Den Hamburger Bahnhof Studio Award 2026 erhalten Abdulhamid Kircher, Monilola Olayemi Ilupeju und Jonas Roßmeißl. Die Auszeichnungen wurden von den Künstler*innen Katharina Grosse, Ayoung Kim und Gabriele Knapstein, stllv. Direktorin, überreicht.
Abdulhamid Kircher wurde 1996 in Berlin geboren und lebt und arbeitet zwischen Berlin und New York. In seiner künstlerischen Praxis arbeitet er vor allem mit Fotografie, die er häufig mit Archivmaterial und installativen Elementen verbindet. Seine Kunst thematisiert Erinnerung, Familie und Identität und bewegt sich zwischen dokumentarischer Fotografie und erzählerischen Bildformen. Monilola Olayemi Ilupeju wurde 1996 in Takoma Park, Maryland geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Ihre transdisziplinäre Praxis verbindet Malerei, Installation, Performance und Text und verknüpft Erinnerung, Körperlichkeit und Zugehörigkeit mit kultureller und politischer Identität. Sie ist auch als Autorin tätig; ihre erste Sammlung von Texten, Earnestly, erschien 2022 bei Archive Books. Jonas Roßmeißl wurde 1995 in Erlangen geboren und lebt und arbeitet in Wuppertal. In seiner künstlerischen Praxis arbeitet er mit Skulptur, Installation und Zeichnung. Seine Werke verbinden handwerkliche, architektonische und gesellschaftliche Fragestellungen und untersuchen, wie öffentliche Räume, Materialien und Formen von sozialen und politischen Bedingungen geprägt sind.
Der Hamburger Bahnhof Studio Award ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert und unterstützt drei Künstler*innen unter 35 Jahren, die in Deutschland leben und arbeiten. Die Auswahl der Preisträger*innen 2026 traf eine Jury bestehend aus den Künstler*innen Mark Bradford, Ayoung Kim und Katharina Grosse gemeinsam mit Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart sowie Gabriele Knapstein, stellvertretende Direktorin und Sammlungsleiterin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart. Die Kandidat*innen wurden auf Vorschlag des kuratorischen Teams des Hamburger Bahnhof sowie internationaler Expert*innen ausgewählt, darunter Sebastian Baden (Schirn Kunsthalle Frankfurt), Ulrike Groos (Kunstmuseum Stuttgart), Boaz Levin (C/O Berlin), Azu Nwagbogu (African Artists’ Foundation) sowie Kathleen Reinhardt (Georg Kolbe Museum).
Der Hamburger Bahnhof Lifetime Achievement Award 2026 geht an Mona Hatoum. Die Auszeichnung wurde von Frances Morris, Direktorin Emerita der Tate Modern, überreicht.

Die 1952 in Beirut geborene Mona Hatoum lebt seit 1975 in London und arbeitet zwischen London und Berlin. 2003/04 war sie Stipendiatin des Berliner Künstler*innenprogramms des DAAD Artists-in-Berlin Program; seitdem unterhält sie seit vielen Jahren neben London auch ein Studio in Berlin. Hatoum präsentierte ihre Arbeiten in zahlreichen bedeutenden Ausstellungen weltweit, darunter auch mehrfach in Berlin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den KätheKollwitz-Preis der Akademie der Künste, Berlin (2010), den Joan Miró Prize (2011), den Praemium Imperiale der Japan Art Association (2019). Ihr Werk ist heute in über fünfzig der bedeutendsten Museumssammlungen weltweit vertreten, darunter im Museum of Modern Art, NY, in der Tate Modern, im Centre Pompidou, im Solomon R. Guggenheim Museum, National Gallery of Canada, Ottawa, im British Museum, sowie im Kunstmuseum Basel und M+ Museum in Hongkong. In Deutschland ist ihr Werk unter anderem in der Sammlung des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart vertreten.
Der Hamburger Bahnhof Lifetime Achievement Award würdigt Künstler*innen, deren Werk die zeitgenössische Kultur weltweit maßgeblich geprägt hat und die einen langjährigen Bezug zu Berlin und Deutschland haben.
Der Hamburger Bahnhof Global Arts Patronage Award 2026 geht an Kiran Nadar. Die Auszeichnung überreichte Glenn D. Lowry, Direktor Emeritus des Museum of Modern Art.

Kiran Nadar ist eine 1951 in Indien geborene Kunstmäzenin und Sammlerin, deren Engagement die Entwicklung moderner und zeitgenössischer Kunst nachhaltig geprägt hat. Sie lebt und arbeitet in New Delhi. Mit der Gründung des Kiran Nadar Museum of Art im Jahr 2010 etablierte sie eine der wichtigsten Institutionen für moderne und zeitgenössische Kunst in Südasien. In den kommenden Jahren wird ein groß angelegter Museumsbau des KNMA in Delhi eröffnen, der als erstes privat initiiertes Museum dieser Größenordnung in Indien neue Maßstäbe für Kunstvermittlung, Forschung und internationale Zusammenarbeit setzen soll. Darüber hinaus unterstützt Kiran Nadar weltweit Museen, Ausstellungen und Bildungsprogramme und engagiert sich für den internationalen Austausch zwischen Künstler*innen und Institutionen. Für ihr außergewöhnliches Engagement für Kunst und Kultur wurde sie vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Padma Shri der indischen Regierung (2024) sowie dem Chevalier de la Légion d‘Honneur (2023).
Der Hamburger Bahnhof Global Arts Patronage Award ehrt Persönlichkeiten, deren philanthropisches Engagement internationale künstlerische Gemeinschaften nachhaltig stärkt.
Die Delfina Foundation in London erhält den Hamburger Bahnhof Changemaker Award 2026. Die Auszeichnung überreichte Füsun Eczacıbaşı, Gründungsvorsitzende SAHA Foundation und Mitglied der Hamburger Bahnhof International Companions e.V.

Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart würdigt die Delfina Foundation in London für ihr wegweisendes Engagement in der Förderung zeitgenössischer Kunst und internationaler kultureller Zusammenarbeit. Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 hat sich die Stiftung zu einer der bedeutendsten Plattformen für künstlerische Residenzen weltweit entwickelt und unterstützt Künstlerinnen, Kuratorinnen und Kulturpraktikerinnen durch Programme, die Austausch, Forschung und langfristige Netzwerke ermöglichen. Mehr als 600 Künstlerinnen und Kurator*innen aus über 40 Ländern haben bislang an ihren Residenzen teilgenommen. Durch langfristige Partnerschaften mit internationalen Museen, Biennalen und Kulturinstitutionen – darunter die Venedig Biennale, die Sharjah Biennale, die Tate Modern sowie das Museum of Contemporary Art Chicago – hat die Delfina Foundation ein globales Netzwerk aufgebaut, das neue Stimmen stärkt und den internationalen Austausch in der zeitgenössischen Kunst nachhaltig prägt. Mit ihrem besonderen Fokus auf Care, Gastfreundschaft und gemeinschaftliche Praxis schafft die Stiftung Räume, in denen künstlerische Ideen entstehen, wachsen und weltweit Wirkung entfalten können.
Der Hamburger Bahnhof Changemaker Award wird an Institutionen verliehen, die die Reichweite, Relevanz und gesellschaftliche Wirkung zeitgenössischer Kunst auf transformative Weise erweitern.

Die Benefizgala A Night in Berlin fand am Abend des 14. März 2026 im Hamburger Bahnhof mit einem Auftritt von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und der Staatsoper Unter den Linden mit Ellen Allien, einem Solo der Pianistin Alice Sara Ott und mit dem Tipi am Kanzleramt in einer Rauminstallation des Künstler*innenduos Elmgreen & Dragset mit einer Intervention von Monica Bonvicini in der historischen Halle des Museums statt. Die Benefizveranstaltung war ein Dank für die zahlreichen Förder*innen des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof unter dem Vorsitz von Sam Bardaouil und Till Fellrath sowie Monique Burger und Christine Wuerfel-Stauss Mitglieder des Leadership Council des Hamburger Bahnhof International Companions e.V. Der Abend war ein gemeinsames Zeichen für die Bedeutung Berlins als Kulturstadt gemeinsam mit Hauptakteur*innen der Stadtkultur.
Mitgastgebende waren die Film- und Bühnengrößen Edward Berger, Cate Blanchett, Matt Dillon, Nina Hoss, Thomas Ostermeier und Wim Wenders, die Künstler*innen Monica Bonvicini, Mark Bradford, Elmgreen & Dragset, Anne Imhof und Wolfgang Tillmans, Techno-Pionierin Ellen Allien sowie führende Persönlichkeiten aus Mode, Design und Verlagswesen Jörg Koch von 032C, Christa Boesch und Cosima Gadient von Ottolinger, Carla Sozzani und Kerstin Weng, gemeinsam mit Berliner Größen wie der Berlinale, vertreten durch Tricia Tuttle, den Berliner Philharmonikern, vertreten durch Andrea Zietzschmann, und der Staatsoper Unter den Linden, vertreten durch Elisabeth Sobotka.





