Dear Museum! Theaterperformance von Albert Ibokwe Khoza – Humboldt Forum | 29./30.05. + 04.-06.06.2026

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Welche Leben und Geschichten sind mit den Objekten in den Museen verbunden? Was bleibt unsichtbar und ungesagt? Und wie könnten die Kulturgüter zu uns sprechen? Dear Museum! ist eine neue Arbeit von Albert Ibokwe Khoza, Performancekünstler*in aus Südafrika, eine Auftragsarbeit der Stiftung Humboldt Forum in Zusammenarbeit mit African Entertainers, Johannesburg. Dear Museum! ist ein Liebesbrief und zugleich ein Abschiedsbrief an die ethnologische Museumspraxis. Die Performance hinterfragt diese und spürt den Leerstellen in den Sammlungspräsentationen nach. Nach der aufsehenerregenden Performance THE BLACK CIRCUS OF THE REPUBLIC OF BANTU über die kolonialen Menschenzoos im Rahmen des Transkontinentale-Festivals 2024 entwickelt Khoza diese Uraufführung speziell für das Humboldt Forum.

Abb. oben: Porträt Performance-Künstler*in Albert Ibokwe Khoza für die Eigenproduktion “Dear Museum!” © African Entertainers

Albert Ibokwe Khoza stellt mit der neuen Performance auf provokante und zugleich versöhnliche Weise die Arbeit der westlichen ethnologischen Museen, im Speziellen des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum, infrage. Der Untertitel von Dear Museum! lautet The Truth of the Matter it Seems Everything Was Better When We Were Not Telling the Truth (dt.: Die Wahrheit scheint zu sein, dass alles besser war, als wir die Wahrheit nicht gesagt haben.), der auf die weiterhin offenen Fragen im Umgang mit den Sammlungen aus der Kolonialzeit verweist.

„Aus meiner Position der ‚abweichenden Präsenz‘ erzähle ich von Erfahrungen, die ich beim Streifen durch die stillen Winkel und leisen Gewalttaten innerhalb von Museumsmauern gemacht habe. Ich widme mich dem, was sorgfältig in Szene gesetzt ist, aber auch dem, was ungesagt bleibt. Ich biete Wahrheiten an, die übersehen oder vielmehr ausgelassen wurden.“ (Albert Ibokwe Khoza)

Albert Ibokwe Khoza, international anerkannter Performancekünstlerin und Sangoma (traditioneller Heilerin), hinterfragt in der künstlerischen Arbeit immer wieder gesellschaftliche Missstände und tief verankerte Normen. Dabei lässt Khoza die vielschichtige Präsenz einer einsamen, nicht-binären, weiblich wirkenden männlichen Person aufscheinen – einer Persönlichkeit, die zwischen Sichtbarkeit und Abweichung oszilliert. Durch Auseinandersetzungen mit Sexualität und überlieferten Praktiken bewegt sich Khoza fließend zwischen verschiedenen künstlerischen Medien. In den Arbeiten werden Umgebung, Führung und das Leben selbst kritisch in Frage gestellt.

Khoza ist vielfach ausgezeichnete*r Künstler*in, unter anderem mit dem Bessie Award 2023 für And So You See … Our Honorable Blue Sky and Ever Enduring Sun … Can Only Be Consumed Slice by Slice … (eine Zusammenarbeit mit Robyn Orlin). Zu Khozas Werk gehören außerdem The Black Circus of the Republic of Bantu, das international durch die USA, Südamerika und Europa tourte, sowie The Red Femicycle und Influence of a Closet Chant, die Khozas unverwechselbare Stimme innerhalb der zeitgenössischen Performancekunst weiter bekräftigen.

Mit: Albert Ibokwe Khoza (Konzept, Performance), Julia Zenzie Burnham (Performance), Princess Mhlongo (Outside Eye & Produktionsleitung), Ngobile “Rick” Natasia (Bühne & Requisiten), Sandile Madi (Video), Noluthando Lobese (Kostüm), Yogin Sullaphen (Composition), Nkululeko Mazibuko (Lichtdesign), Miranda Mogodla (Assistenz & Inspizienz)

WANN?

Uraufführung: am 29. Mai 2026.
29./30. Mai und 4.–6. Juni 2026
Jeweils 19–20:30 Uhr

WO?

Saal 2
Humboldt Forum
Schloßpl.
10178 Berlin

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