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Samstag, Januar 29, 2022

Inauguration der monumentalen Sandsteinskulptur “Why I Bear / Großer Lastenbär” von Stefan Rinck an der Zionskirche am 09.11.2021

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Kunstwerk: Stefan Rinck, „Why I bear / Großer Lastenbär“, 2021 Sandstein, 170 x 185 x 120 cm (Foto: KvW)

Ein vielbeachtetes Kunstwerk der Ausstellung Points of Resistance, die im April 2021 in der Berliner Zionskirche präsentiert wurde, war der “Kleine Lastenbär” des Steinbildhauers Stefan Rinck. Aus dem Feedback auf dieses Werk hin ist die Idee einer zeichenhaften, großen Version des Lastenbären für den öffentlichen Raum hervorgegangen, die nun verwirklicht werden konnte. Am 9. November 2021 wird die Einweihung des Werks am zukünftigen, für zwei Jahre festgelegten Standort Zionskirche zelebriert, eingebettet in ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm.

Mit großer Unterstützung aller Beteiligten einschließlich der zuständigen Berliner Behörden ist diese Idee für das öffentlich ausgestellte Kunstwerk innerhalb eines halben Jahres Wirklichkeit geworden. Von der großen Aufmerksamkeit der Besucher:innen inspiriert, in Folge für den öffentlichen Raum konzipiert und ganz bewusst in diesem Kontext aufgestellt, kann der große „Lastenbär“ von Stefan Rinck (*1973) an der Zionskirche in Berlin-Mitte nun bald relevante, wirkkräftige Alltagskultur werden. Die monumentale Sandsteinarbeit „Why I bear /Grosser Lastenbär“ entstand 2021 und wurde aus Elbsandstein gefertigt. Das Werk misst 185 x 170 x 120 cm. Die große Skulptur ist eine Neufassung der kleinen „Lastenbär“ von Stefan Rinck aus dem Jahr 2007.

DEEDS NEWS - Stefan Rinck - Kleiner Lastenbaer 2007 Grosser Lastenbaer Why I Bear 2021
Stefan Rinck, rechts: „Why I bear / Großer Lastenbär“, 2021, Sandstein,, 170 x 185 x 120 cm; links: „Lastenbär“, 2007, Foto: KvW

Dieser Lastenbär war sein Ausstellungsbeitrag zur Gruppenausstellung „Points of Resistance“, die zu Zeiten strengsten Corona-Shut-Downs gemeinsam mit Beiträgen von über 50 international bekannten Künstler:innen in der Berliner Zionskirche gezeigt werden konnte und die im Tagesspiegel als “Osterwunder” bezeichnet wurde. Dieser Ausstellungsbeitrag hatte besonders viele Menschen berührt – unabhängig von Alter, Konfession, politischer Zugehörigkeit oder sozialem Status: Ein eigentlich zu kleiner Bär, der seine eigentlich zu große Last trotzdem trägt. Das hat spontane Empathie bei den BetrachterInnen hervorgerufen. Seine Unbeugsamkeit hat erstaunt und begeistert. Ganz gleich, ob Kunstpublikum oder nicht: Der „Lastenbär“ wurde unmittelbar zur Projektionsfläche für private, gesellschaftliche und politische Themen.

Offensichtlich vermögen Kunstwerke es besonders in Krisenzeiten, Menschen zu verbinden, aufzurichten und zu motivieren. Kunstwerke sind Tore zum Gedächtnis, vor allem aber auch zu neuen Denk- und Zukunftsräumen. Die Skulptur „Why I bear / Großer Lastenbär“ kann das offensichtlich leisten. Das Aufstellen der großen Version des Lastenbären soll ein verbindendes Zeichen sein für alle, die die Freude am eigenen Nachdenken und die Lust am eigenen Standpunkt motiviert, nicht nur das eigene Leben selbst zu bestimmen. Die Skulptur wird ab 9. November 2021 für zwei Jahre im öffentlichen Raum an der Berliner Zionskirche sichtbar sein.

Kunstwerk + Künstler

Der Titel für die große Version des Bären wurde vom Künstler ebenso spielerisch wie leichtfüßig erweitert. Der große Lastenbär teilt sich und seine Mission jetzt deutlicher mit: „Why I bear / Grosser Lastenbär“. Dabei wird mit der Wortidentität im Englischen von „bear“ /„Bär“ und „bear“/„tragen“ gespielt und gezeigt: „Warum ich trage“ kann heißen: „ … weil ich den Willen dazu habe. …“ Das geheimnisvolle Werk von Stefan Rinck entwirft phantastische Gegenbilder zum menschlichen Alltag, zeigt allegorisch die Condition humaine – ein burleskes, groteskes Pandämonium von befreiendem Humor entgegen allen Geschmacksregeln und eingeimpften Verhaltensritualen. Es sucht dabei immer wieder künstlerische Korrespondenz zu „primitiven“ archaischen und mittelalterlichen Werken, ist Antiposition zu abstrakten Modernismen.

Im Schaffen von Stefan Rinck setzte um 2005 eine vitale Produktion von zunächst eher kleinformatigen, figurativen und narrativen Steinskulpturen ein. Die Werke greifen immer wieder die Motivwelt von afrikanischen Masken und das skulpturale Vokabular von Ritualen rund um die mexikanischen Pyramiden auf. Beispiele solcher markanten Einzelfiguren bei Stefan Rinck sind beispielsweise der Cruisader, der Affe mit dem Spiegel, der Nautilus, der Racist, der Maitre de Plaisir, der Buffone, das Angekettete Frettchen und der Hase mit Seelenwaage. Insbesondere stand die mystisch-dämonische Figurenwelt romanischer Kathedralen hier Pate – sei es mit deren Wasserspeiern, Tympana oder den Kapitellen, die als bildnerische Werke die Aufgabe hatten, unheilvolle Chimären abwehren.

Stefan Rincks Arbeiten werden mittlerweile international gezeigt, so 2020 in Madrid auf der Kunstmesse Arco, 2019 auf der Art Basel Miami und im selben Jahr im Jardin de Tuileries zur FIAC. Ein Film über seine bildhauerische Arbeit („Ein Herz aus Stein“) feierte kürzlich Première in Berlin. Inzwischen arbeitet Stefan Rinck mit tonangebenden Galerien und erhält Einladungen zu Museumsausstellungen überall in der Welt. Seine neuesten, über 5 m hohen Arbeiten zeigt er aktuell zur diesjährigen FIAC in Paris.

Für interessierte Sammler + Unterstützer wurde eine Bronze-Edition aufgelegt

Stefan Rinck, „Lastenbär“, 2021, Bronze-Edition, 1/10, Edition 10 + 3AP (Größe der Originalskulptur von 2007 aus Sandstein)

DEEDS NEWS - Stefan Rinck - Lastenbaer 2021 Bronze 10 + 3AP
Stefan Rinck, Lastenbär, 2021, Edition 1 von 10, Bronze-Edition von 10 + 3AP, Originalgröße der Originalskulptur von 2007 aus Sandstein, 26 x 16 x 25,5 cm, Spielplatz Berlin Mitte

3D Tour Zionskirche | Point Of Résistance | Galerie  KLEINERVONWIESE by ART@Berlin

INAUGURATIONSPROGRAMM

WANN + WO?

Dienstag, 9. November 2021 im öffentlichen Raum an der Zionskirche, Berlin-Prenzlauer Berg

VORMITTAGS (3G-Regel)

11.00 Uhr
Begrüßung + Einführung
Inauguration der Skulptur von Stefan Rinck „Why I bear / Großer Lastenbär“, 2021


11.30 Uhr
Film HERZ AUS STEIN
Ein Film von Sonja Baeger über den Steinbildhauer Stefan Rinck, D-2021 31min DmeU


12.00 Uhr
Podiumsgespäch mit David Elliott „TAKING FLIGHT:  birds & bicycles Berlin“ mit David Elliott sowie u.a. mit Dr. Rachel Rits-Volloch, Direktor MOMENTUM BERLIN

13.00 Uhr – 13.30 Uhr
Video-Screening AES+F / Allegoria Sacra
Anschließendes Get-Together im Freien vor der  Kirche

Anmeldung 11.00 – 13:30  Uhr (90 Plätze in der Kirche a 2 Haushalte):
info@points-of-resistance.org / www.points-of-resistance.org

+ + +

ABENDS (2G-Regel)

18.30 Uhr
Begrüßung + Einführung
Inauguration der Skulptur von Stefan Rinck „Why I bear / Großer Lastenbär“, 2021


19.00 Uhr
Film HERZ AUS STEIN
Ein Film von Sonja Baeger über den Steinbildhauer Stefan Rinck, D-2021 31min DmeU

19.30 Uhr
Christian Posthofen „Heterotopien – Die Kirche, der Widerstand und der Bär“

Die historische Zionskirche als Ort in Berlin-Mitte lässt sich frei nach Michel Foucault auch als Heterotopie beschreiben – als realisierte, tatsächlich gebaute Utopie, an der sich gesellschaftliche Verhältnisse in besonderer Weise ablesen lassen. Die drei Relationselemente: Kirche, Widerstand und Bär besitzen ihrerseits jeweils ein verstörendes bis ermächtigendes Imaginationspotential. Materielle und immaterielle, mental-emotionale Strukturelemente treffen hier aufeinander und schaffen an diesem Ort Situationen für besondere Möglichkeitsräume. Christian Posthofen lebt und arbeitet in Berlin, lehrt Philosophie an der ETH in Zürich.

20.30 Uhr
Pause + Konzert-Einlass

21.00 Uhr
Konzert TRES MOMENTOS
Konzert von Sven Helbig, dirigiert von Wilhelm Keitel

“Tres Momentos” beschreibt einen Abschnitt der unendlichen Spirale, in welcher Unordnung und Struktur, Heiliges und Profanes, Leben und Tod einander bedingen. Der Leichtigkeit einer unerklärlichen, flüchtigen Idee oder Zuneigung folgt der unbedingte Wille. Aus mechanischer Gewohnheit wird zunächst Zwang und später unbeherrschbare Gewalt, die schließlich kollabiert und sich in einem melancholisch-skurrilen Walzer auflöst.

22.00 – 22.30 Uhr
Video-Screening AES+F / Allegoria Sacra

Anschließendes Get-Together

Zum Ablauf am Abend

Nach der Begrüßung wird auf großer Leinwand neben dem Altar in der Kirche der Film der Künstlerin Sonja Baeger über Stefan Rinck / HERZ AUS STEIN (30min) gezeigt. Danach gibt es ein Grußwort des Philosophen und Architekturtheoretikers Christian Posthofen „Heterotopien – Die Kirche, der Widerstand und der Bär“. Danach Pause + 2. Einlass für alle, die nur zum Konzert kommen möchten. Nach diesem 2. Einlass ab 20.30 beginnt das Konzert TRES MOMENTOS um 21.00 Uhr.Zum Abschluss wird als Video-Screening die Arbeit „Allegoria Sacra“ von AES+F gezeigt.

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EINLASS + TICKETS

Tickets werden nur für das Konzert um 21.00 Uhr als Bestandteil der Abendveranstaltung (2G) benötigt. Jeder Konzertbesucher kann gern das vollständige Abendprogramm miterleben und bereits ab dem 1. Einlass ab 18.00 Uhr (Eintritt für alle frei) dabei sein. Für alle, Ticketinhaber ist ein Platz bevorzugt reserviert.

Es gibt zudem ab 11.00 Uhr eine Vormittagsveranstaltung (3G / ebenfalls Eintritt frei) mit einem Podiumsgespräch „TAKING FLIGHT:  birds & bicycles Berlin“ mit David Elliott sowie u.a. mit Dr. Rachel Rits-Volloch, Direktor MOMENTUM BERLIN

TICKETS

https://www.eventim-light.com/de/a/6166d9decf64ac5d49f47468/

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