Die ifa-Galerie Berlin präsentiert die Ausstellung „Rauschen: Echos einer Institution“, die sich mit der Geschichte und dem Vermächtnis des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK) auseinandersetzt. Anhand von Werken aus den Sammlungen des ZfK und des ifa sowie zeitgenössischer künstlerischer Praktiken beleuchtet die Ausstellung die Rolle der Institution bei der Gestaltung des kulturellen Austauschs während der DDR-Zeit. Die Ausstellung läuft vom 26. Juni bis zum 27. September 2026.
Abb. oben: Uwe Pfeifer, Straße I, 1979, Farblithografie von Zinkplatte auf Papier, Aus dem Bestand des ZfK / ifa-Kunstsammlung. Foto: die arge lola © Uwe Pfeifer und VG Bild-Kunst, Bonn 2026.
Wie erzählt man die Geschichte einer Institution, die weltweit Kunst ausstellte und heute nahezu vergessen ist? Welche Intentionen waren mit der Arbeit des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR verbunden?
Die Ausstellung Rauschen: Echos einer Institution untersucht die Arbeit des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK) und beleuchtet seine komplexe Rolle im Spannungsfeld von staatlicher Kulturpolitik und internationalem Kulturaustausch. Im Auftrag des Ministeriums für Kultur organisierte das ZfK von seiner Gründung 1973 bis zu seiner Auflösung 1990 Ausstellungen im In- und Ausland und wurde zu einem zentralen Akteur der Kunst- und Kulturvermittlung in der DDR. Mit seiner Schließung zum 31.12.1990 ging der grafische Bestand des ZfKs von rund 10.000 Werken an das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen über.
Das “Rauschen” steht in der Ausstellung für die leisen Nebengeräusche, die hinter den offiziellen Erzählungen einer Institution hörbar werden. Für den Medientheoretiker Friedrich Kittler bezeichnet es jenen Moment, in dem ein Medium selbst sichtbar wird – nicht mehr nur als transparenter Träger von Botschaften, sondern als Struktur. Die unterschiedlichen Stimmen der Archivmaterialen, Zeitzeug:innen und künstlerischen Positionen verdichten sich zu einem vielschichtigen Bild, das die Arbeit des ZfKs widerspiegelt. So rekonstruiert die Ausstellung in einer chronologischen Dramaturgie Ausschnitte eines bis bislang wenig erforschten Kapitels internationaler Kunstgeschichte.

Neben den Werken aus den Sammlungsbeständen des ZfKs und des ifas eröffnen zeitgenössische künstlerische Positionen neue Zugänge zur Geschichte des ZfKs. Nadja Abt und Katharina Marszewski widmen sich Robert Rauschenbergs ROCI-Ausstellung und verbinden historische Dokumente mit einer eigenen künstlerischen Perspektive. In ihrer Neuproduktion Vagant Orient untersucht Anna Bromley die Verflechtungen von Kultur- und Handelsbeziehungen zwischen der DDR und Syrien. Während Suse Weber den Blick auf das Werk Werner Schinkos und dessen weit verbreitete Illustrationen für Schul- und Kinderbücher der DDR richtet, beschäftigt sich David Polzin in seinen Plakaten mit gesellschaftlichen Möglichkeitsräumen nach 1990.
Mit Werken von Nadja Abt, Gerhard Altenbourg, Alfred Beier-Red, Henryk Berg, Anna Bromley, Hermann Glöckner, Gotthard Graubner, HAP Grieshaber, Heidrun Hegewald, Irmgard Horlbeck-Kappler, Katharina Mercedes Marszewski, Karl Erich Müller, Uwe Pfeifer, Sigmar Polke, David Polzin, Nuria Quevedo, Robert Rauschenberg, Hans Theo Richter, Werner Schinko, Emil Stumpp, Günther Uecker, Suse Weber und Karla Woisnitza
Kuratiert von Susanne Weiß in Zusammenarbeit mit Nadja Abt, Swantje Greve, und Petronela Soltesz; Szenografie: Eran Schaerf in Zusammenarbeit mit Flo Gaertner.
Die Ausstellung in der ifa-Galerie Berlin bildet den Auftakt der ifa-Ausstellungsreihe Publik Machen – Zu Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR in Berlin. Das Projekt findet in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung statt und wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. In Zusammenarbeit mit dem Schloss Biesdorf, KVOST – Kunstverein Ost, der Prater Galerie und der Galerie im Turm sowie dem Kunsthaus Dresden.
WANN?
Eröffnung: Donnerstag, 25. Juni 2026, 19 Uhr
Ausstellungsdaten: Freitag, 26. Juni – Sonntag, 27. September 2026
Öffnungszeiten: Dienstag – Mittwoch, Freitag – Sonntag, 14 – 18 Uhr, Donnerstag, 14 – 20 Uhr
WO?
ifa-Galerie Berlin
Linienstrasse 139/140
D-10115 Berlin





