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Baubezogene Kunst in der DDR: Wandgestaltung Karl-Heinz Adler + Friedrich Kracht von 1976 am Neuen Rathaus Plauen | ab 21.06.2024

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Im Rahmen der Langen Nacht der Museen in Plauen wird erstmals nach der Restaurierung das große, historische Wandbild von Karl-Heinz Adler (1927–2018) und Friedrich Kracht (1925–2007) am Neuen Rathaus in Plauen gezeigt, welches nach Jahrzehnten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Durch das Engagement Plauener Bürgerinnen und Bürger und der Galerie EIGEN + ART entschlossen sich 2019 die Stadt Plauen und die Wüstenrot Stiftung zu einer vollständigen denkmalgerechten Freilegung und Restaurierung des Wandbildes.

Abb. oben: Thomas Wolf, Wüstenrot Stiftung

Das große, historische Wandbild von Karl-Heinz Adler (1927-2018) und Friedricht Kracht (1925-2007) am Neuen Rathaus in Plauen ist nun erstmals seit Jahrzehnten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Dank des Engagements der Plauener Bürgerinnen und Bürger und der Galerie EIGEN + ART haben sich die Stadt Plauen und die Wüstenrot Stiftung 2019 dazu entschlossen, das Wandbild freizulegen und denkmalgerecht vollständig zu restaurieren.

Dipl. Rest, Stadt Plauen

Das 250 Quadratmeter große abstrakte Werk entstand zwischen 1975 und 1976 und war über 30 Jahre hinter Betonplatten des Neuen Rathauses verborgen. Adler und Kracht sind bedeutende Vertreter der baubezogenen Kunst der ehemaligen DDR und gewannen in den 1970er Jahren einen Wettbewerb um die Wandgestaltung im Plauener Neuen Rathaus. Ihr Bild zeigt keine Arbeiterführer oder Wissenschaftler*innen, Friedenstauben oder Weltraumraketen, sondern rhythmisch angeordnete und sich durchdringende geometrische Formen, hergestellt mittels einer eigens entwickelten, experimentellen Technologie. Farbige Glassplitter wurden bei dem patentierten Verfahren per Sprühpistole aufgebracht. 

Dipl. Rest, Stadt Plauen

Umgangssprachlich von den Bürgern damals oft  «Geisterbahn» genannt, stieß das Werk bereits kurz nach Fertigstellung u.a. auch aufgrund seiner Farbigkeit auf Kritik. Es war nur elf Jahre sichtbar. 1987 wurde es mit Sandsteinplatten verkleidet und geriet in Vergessenheit. Heute gilt das Wandbild zu Recht als Meilenstein der Ostmoderne.

Im Rahmen der 17. Nacht der Museen ist am 21. Juni von 18 – 1 Uhr die Wanderausstellung „Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht– Ein Kunstwerk der Ostmoderne neu entdeckt“ im Plauener Rathaus zu sehen. Die Ausstellung widmet sich der Vorstellung der beiden Künstler und gibt Einblick in ihr Schaffen. Um 20 Uhr und 22 Uhr wird es außerdem Erläuterungen zur Restaurierung der Wandgestaltung von Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht durch Dipl.-Restaurator Martin Fliedner geben.

Die nächste Einzelausstellung des Künstlers zeigt die Galerie EIGEN + ART in Berlin ab 14. November bis 20. Dezember 2024. Eröffnung ist am Donnerstag, 14. November von 17 bis 20 Uhr.

WANN?

Eröffnung: Freitag, 21. Juni 2024, 18:00-01:00 Uhr

WO?

Nordfassade
Unterer Graben 1
08523 Plauen

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