Das zweitägige Festival „Bauhaus Music. Ich fühle Luft von anderem Planeten“ des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung findet am 13. und 14. November in St. Elisabeth statt. Unter dem Motto „Klang als Farbe, Farbe als Klang“ widmet es sich der Idee der Synästhesie und lädt dazu ein, Klang, Farbe, Raum, Körper und Bewegung neu wahrzunehmen. Das Konzertprogramm zur musikalischen Moderne bewegt sich zwischen Avantgarde, Klassik, Experiment und Jazz. Es wird am 14. November begleitet von Workshops zur Harmonisierungslehre am Bauhaus im Temporary Bauhaus-Archiv in Berlin-Charlottenburg.
Abb.oben: Theodore Lux Feininger, Mitglieder der Bauhaus-Kapelle, Ernst Egeler, Hermann Clemens Röseler und Xanti Schawinsk, um 1928, Bauhaus-Archiv Berlin.
Das Abendkonzert am Freitag, den 13. November, blickt auf verschiedene Wege zum Gesamtkunstwerk – ein Thema, das auch am Bauhaus wichtig war. Dorothea Röschmann (Sopran) und das Deutsche Kammerorchester Berlin unter der Leitung von Karl-Heinz Steffens spielen Werke von Lyonel Feininger, Richard Wagner, Arnold Schönberg und Stefan Wolpe. Das bei Schönberg vertonte Bekenntnis „Ich fühle Luft von anderem Planeten“ wird zum Leitbild einer Musik, die vertraute Ordnungen hinter sich lässt und neue Räume des Hörens und Wahrnehmens erschließt. Das Abendkonzert bringt unterschiedliche Vertreter künstlerischen Grenzdenkens zusammen.
Der Samstag, 14. November, beginnt mit zwei Workshops: „Kandinsky Synths“ von 11 Uhr bis 12:30 Uhr und von 12:30 bis 14 Uhr. Ausgehend von Wassily Kandinskys Farben- und Formenlehre machen selbstgebaute Mini-Synthesizer Farben hörbar und synästhetische Wahrnehmungen erlebbar. Von 14:30 bis 16 Uhr lädt der Workshop „Linke Hand Gelb!“ dazu ein, Gertrud Grunows Harmonisierungslehre mit Bewegung, Farben und dem eigenen Körper praktisch zu erforschen. Alle Workshops sind kostenfrei und finden im Temporary Bauhaus-Archiv in BerlinCharlottenburg statt.
Die drei moderierten Konzerte am Samstag, den 14. November, stehen ganz im Zeichen des Festivalthemas „Klang als Farbe, Farbe als Klang“. In St. Elisabeth stehen ab 17 Uhr Klavierwerke von Skrjabin, Liszt, Ligeti, Messiaen und Takemitsu auf dem Programm. Um 18:30 Uhr folgt Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“. Das Stück verbindet Vogelrufe mit ungewöhnlichen Rhythmen und stellt dabei unser gewohntes Zeitgefühl infrage. Zum Abschluss spielt ab 20 Uhr „The Bauhaus-Kapelle Bauhaus Music“ Musik von Duke Ellington. Dabei treffen Jazz, BauhausGeschichte und vielfältige musikalische Klangfarben aufeinander.
Anlässlich des Festivals erscheint bei Capriccio die Weltersteinspielung von Marc Blitzsteins Oper „Parabola and Circula“. Die einzigartige „kubistische Oper“ wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „Bauhaus Music“ wiederentdeckt und 2025 beim Musikfest Berlin in der Berliner Philharmonie konzertant uraufgeführt.
Seit 2021 untersucht das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung den Zusammenhang von Bauhaus und Musik in einem interdisziplinären Forschungsprojekt. 2023 wurden erstmals Ergebnisse des Forschungsprojekts im Rahmen des Festivals Bauhaus Music präsentiert. 2024 stand das Festival unter dem Motto „Freiheit“. 2025 war Bauhaus Music zu Gast beim Musikfest Berlin, unter anderem mit der Welturaufführung der Oper „Parabola and Circula“ von Marc Blitzstein.
WANN?
Freitag, 13. November – Samstag, 14. November 2026
WO?
St. Elisabeth-Kirche
Invalidenstraße 3
10115 Berlin
KOSTET?
Eintritt pro Konzert: 15 EUR
Ermäßigt: 8 EUR







