THE INTERVIEW IN|DEEDS: WHO IS … Hinrich Kröger-John

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PROLOG | PERSÖNLICHES

Hinrich, stelle Dir vor, Du würdest uns in Deinem Atelier oder Zuhause empfangen. Wo sprechen wir zusammen, wo treffen wir Dich?
Natürlich in meinem Laden in der Eisenacher Strasse 114 in Berlin-Schöneberg, wo all die gemalten Königsspudel, Möpse, Windhunde, Gigolos und Katzen auf meinen Vasen und Skulpturen euch schnurrend angucken würden! Ein kräftiger Kaffee stände bereit mit polnischem Wald-Honig würde es dampfen und duften. Und an meinem Schaufenster würde euch zum Entzücken das eine oder andere Modell aus meinen Tassen und Teeservice lebendig vorbei schlendern……wir befänden uns dann ja mitten im Kiez.

Vielleicht sitzen wir an Deinem Lieblingsplatz?
Ja klar, mit Blick durch das Schaufenster auf die Straße!

Welche Stationen und Menschen haben Dich in Deinem bisherigen Leben besonders geprägt?
Oh, von Frau Schulz aus dem Kindergarten in der Wichertstrasse (sie hatte einen blonden, enorm großen Dutt auf dem Kopf und war vampirartig irre geschminkt – später wusste ich, es war in der Art einer Chansonsängerin, einer französischen, aber nicht in Paris, sondern eher einer verrauchten Berliner Eckkneipe in einem Arbeiterbezirk) bis zu Johann Sebastian Bach. Der Prenzlauer Berg hat mich natürlich geprägt, die Ostsee, wo ich alle meine Ferien verbrachte bei meiner Großmutter und später die Landschaften um Neu-Frauenmark in Nordwestmecklenburg, wohin ich mit meinen Eltern, Hund und drei Katzen, als ich dreizehn war, zog…. und natürlich all die Länder und Städte, die ich besuchte…..

Welche Schriftsteller*innen findest Du derzeit spannend und welche Bücher finden sich in Deinem Bücherregal?
Zur Zeit habe ich die russischen Klassiker für mich wieder entdeckt, um innerlichen Ausgleich und Frieden zu finden, nachdem ich, um zu verstehen, was gerade alles los ist auf der Welt, nonstop politische Literatur der Gegenwart las, wie Michael Lüders, Ulrike Guérot, Hauke Ritz, Gabriele Krone Schmalz, Richard David Precht und andere……  

Bücherregal ist gut. Es ist eine Bibliothek: von kleinen Reclambüchern – Märchen der Welt – bulgarische, persische und und und, über die Gesamtausgabe von Sinn und Form, von Shakespeare bis Bertold Brecht und Heiner Müller, Lexikas und herrlichen Kunstbänden von der Kunst Papua Neuguineas über Afrika bis Picasso und Matisse. 

Welche Bücher haben Dich beeinflusst oder geprägt?
Jedes Lebensalter hat seine Entdeckung der Literatur. Die früheste Erinnerung sind Max und Moritz und Der Struwelpeter – es waren alte Bücher, deren Abbildungen mich derart neugierig machten, daß ich mir mit wenig Hilfe das Lesen beibrachte – holprig erst, weil es dauerte bis ich begriff, daß Max und Moritz in Sütterlin gedruckt war und der Struwelpeter in lateinischen Schriftzeichen. Pippi Langstrumpf las ich dann schon voll flüssig. Noch in der Schulzeit entdeckte ich die Romantiker wie Bettina von Arnim, Clemens Brentano…und zeitgleich Franz Fühmann, der mir den Weg führte in die antiken Welten. „Die Titanenschlacht“ zum Beispiel, und den ich später immer wieder gerne las. PETER HACKS !!!!…es folgten Truman Capote, Harper Lee, Tennessee Williams…und dann die Russische Literatur – angefangen mit Bulgakov, zog es mich in den Bann von Fjodor Michailowitsch Dostojewski…Wassili Schukschin, Stephan Zweig, Tschingis Aitmatov, Gerhard Hauptman, Fontane, Heinrich Mann … ich wurde 18 und entdeckte JAMES BALDWIN! Dann bald die Lateinamerikaner, Gabriel Garcia Márquez! Ingeborg Bachmann, Christa Wolfs „Kassandra“, wobei mir Franz Fühmann sehr geholfen hatte im Verständnis all der antiken Götter … Georg Büchner und ja, Arthur Rimbaud! …In den Jahren vor dem Zusammenbruch und der Übernahme der DDR durch den Westen waren natürlich Heiner Müller und Volker Braun ein absolutes Muss – und heute aktueller denn je….. 

Danke übrigens für die Frage ! Sie hat mich ganz ins Schwelgen gebracht und ich sollte hier abbrechen…..

Was liest Du aktuell und wo liegt das Buch griffbereit?
Nicolai Gogol „Die Toten Seelen“, herrlich! Es liegt, wenn nicht  an meinem Bett, aufgeschlagen auf meinem Schoß, wenn ich längere Fahrten mit der U-Bahn habe oder im Warteraum meines Zahnarztes sitze. Daneben Alexander Puschkin „Der Mohr des Zaren“, das auf dem Höhepunkt des Lesens plötzlich abrupt endete, da es unvollendet uns, wie ich dann erst feststellte, als Fragment erhalten blieb. 

Welche Musik hörst Du und wann?
Das letzte Konzert was ich hörte war in der Berliner Philharmonie, das 1. Klavierkonzert von Brahms, gespielt von der wunderbaren Pianistin Hélène Grimaud mit der Camerata Salzburg.

Wenn Du etwas für uns kochen würdest, was wäre es?
Wenn auch braten gilt, knackiges Gemüse mit Parmesan überbacken. 

Was isst Du am liebsten?
Die mit Liebe gekochten Gerichte meines Freundes.

Und was hältst Du vom Frühstücken?
Sehr viel, aber selten.

Welchen Sport oder Ausgleich zu Deiner künstlerischen Arbeit betreibst Du?
Das Arbeiten mit dem Material Ton ist sehr sportlich. Ist der Körper vom Arbeiten verdreht, verspannt, reicht das Baden und Tauchen in den Berliner Seen im Sommer oder an der Ostsee zum Ausgleich für das ganze Jahr. 

Für welche besonderen Leidenschaften oder Hobbies brennst Du?
Die Welt ansehen und arbeiten und lesen und mit Familie und Freunden zusammen sein.

Welches Persönlichkeitsmerkmal macht Dich besonders aus?
Meine Katze würde sagen „schmusig”.

Hast Du ein Anliegen, das Du mit uns teilen möchtest? Oder eine Antwort auf eine (nicht von uns gestellte) Frage, die Dich aktuell bewegt?
Ja, ich möchte eine komplette Kehrtwende unseres Landes und der EU, Abrüstung und Dialog……echte, verantwortungsvolle Politiker, wie in der Vergangenheit Egon Bahr, Willy Brandt, Helmut Schmidt, statt Parasiten, skrupellose Karrieristen und Lobbyisten von BlackRock und den Rüstungsindustrien etc….

INTERVIEW | KÜNSTLER + POSITION

Hinrich, Du hast Deine künstlerische Grundlage ganz klassisch im Handwerk gelegt: Von 1982 bis 1984 hast Du eine Töpferlehre absolviert und Dir dabei die technischen und materiellen Grundlagen der Keramik erarbeitet. Im Anschluss hast Du von 1985 bis 1995 in verschiedenen Berliner Werkstätten als Töpfer gearbeitet. Parallel dazu hast Du Deine künstlerische Sprache erweitert und von 1989 bis 1995 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studiert. Damit hast Du das Handwerk um eine freie künstlerische Ausbildung ergänzt. Du verbindest also sehr konsequent das klassische Töpferhandwerk mit der akademischen Bildenden Kunst. Nenne uns gern noch weitere Details hierzu, z.B. relevante Dozentennamen, etc. 
Hm, also das mit der akademischen Kunst und Ausbildung würde ich mal ganz weglassen. Ich traf da zwar auf tolle Persönlichkeiten wie die Professoren Gerhard Kettner, Siegfrid Klotz, Elke Hopfe, Manfred Zoller usw… und wir hatten Aktmodelle, aber von einer klassischen akademischen Ausbildung war da nicht so viel in dieser Zeit, denn das Land 1989, als ich da anfing zu studieren, war in Aufruhr und Zusammenbruch und das Leben, Aktionen und die Gedanken fanden auf den Straßen statt, als brav zu studieren und zu pinseln …..

Wie bist Du zur Kunst gekommen? Oder kurz: Warum Kunst?
…..ich weiß gar nicht, ob das Kunst ist, was ich mache. Aber ich weiss, daß es zu 95 % Handwerk ist. Aufgewachsen in einem Künstlerhaushalt in Ost-Berlin, der Hauptstadt der ,DDR (Vater, der Zeichner, Maler und Schriftsteller JOACHIM JOHN ), war ich umgeben von all den Künstlerfreunden meiner Eltern – was man so Kunst nennt, war für mich wie Brot und Kuchen essen…sie war einfach immer anwesend, wie die Luft zum Atmen. 

Was macht Dich aktuell glücklich?
Dass ich den großen Umzug nach 25 jährigem Standort in Berlin Mitte mit meiner Werkstatt und Galerie in größere, hellere  Räume nach Berlin Schöneberg geschafft habe und seit fünf Jahren mittlerweile schon, wieder in einer perfekt eingerichteten Werkstatt arbeiten kann mit zusätzlichen Räumen für Ausstellungen, Begegnungen und Events.

Und was macht Dir aktuell Angst?
All die Kriege auf der Welt bis hin zu Völkermorden und die Rolle der deutschen Regierungen seit Antritt der grünen Ampelregierung mit ihren Rüstungsexporten und Waffendeals mit kriegführenden Staaten. Der brutale Aufrüstungswahn und die sogenannte Kriegstüchtigkeit. Das deutsche Politiker*innen sich händeschüttelnd präsentieren vor laufenden Kameras der Weltöffentlichkeit ungeniert lächelnd mit Massenmördern und Kriegsverbrechern ablichten und sich feiern lassen. Die Kriegspropaganda und der Populismus in den deutschen Leitmedien, das Ausgrenzen Andersdenkender und der massive Abbau von Demokratie und Sozialstaat erinnern mich, anders natürlich, an die Zeiten vor den jeweiligen Weltkriegen.

Glaubst Du, dass Kunst eine gesellschaftliche Verantwortung trägt? Und was denkst Du, was sie bewirken kann?
Da möchte ich knapp mit einem Zitat von Jane Goodall antworten: „…that we as individuals make a difference.“ , daß wir als Einzelpersonen etwas bewirken! Egal in welchem Bereich, mit welcher Begegnung und in welcher Situation! 

Ein anderes Zitat, auf diese Frage, die auch die Präsidentin der Akademie der Künste an alle Mitglieder stellte: „Was ist die Aufgabe der Kunst im 21.Jahrhundert ?“, antwortete Joachim John sehr richtig, wie folgt: “Sie hat keine. Das Gebären des Weltfriedens kann sie der Gesellschaft nicht abnehmen. Die Kunst hat zu sein. Wie Ackererde und Trinkwasser.”

“Das Gebären des

Weltfriedens kann 

sie der Gesellschaft

nicht abnehmen. Die

Kunst hat zu sein.

Wie Ackererde

und Trinkwasser.”

Joachim John

Was macht Deine Kunst aus? Worum geht es in Deinem Werk – was sind die zentralen Themen?
Das sollten andere beurteilen ….nach jahrelangem Modellieren, hatte ich mich Ende letzten Jahres wieder dem Gefäß gewidmet – einfache Formen bemalt mit Pudeln und Katzen, der Welt was Lustiges und Schönes zu geben ….komme jetzt aber gerade wieder auf die Skulptur.

INTERVIEW | ZENTRALES WERK

THE DEED | DAS WERK: Hinrich Kröger-John

Bitte beschreibe das Kernthema und die zentrale Botschaft Deines künstlerischen Werks. 

„ Ich zeichne 
es, und indem 
ich es zeichne,
ist es mehr als
ich weiß“ 
nach Volker Braun, sprachlich  modelliert von Joachim John, besser könnte ich es nicht knapp ausdrücken.

Stelle uns die Arbeit vor, die exemplarisch für die Botschaft Deines Werks steht, oder diese aus Deiner Sicht am besten verkörpert.

Ihr habt Fragen, wie kann ich das beantworten? Irgendwie strömt alles hinein, die Aufregung und Erregungen des Lebens ….das Hauptmaterial sind Terrakotten und verschiedene Porzellane ….es entstehen Figuren und im Entstehen fliest alles möglich hinein, immer dem Handwerk und der Konzentration und Geduld unterstellt zwischen Märchenhaftem, Träumen und der Brutalität der Welt…. 

Was ist das Ziel Deiner Kunst, Deines künstlerischen Werks? Was soll es beim Betrachtenden bewirken?

Auch da möchte ich wieder mit einem Zitat antworten. Dieses Mal mit einem Gedicht meines Vaters, das die Frage am Schönsten und Leichtesten beantwortet, dem Zeichner JOACHIM JOHN: 
„    vorbei
fliehen Erfolg und Ruhm
das eitle Herdenwild
den Bogen gespannt
Zielwasser löscht keinen Durst
Die Sehne lass ich gelassen los
ich ziele nicht ich schieße
um mich zu freuen
am Schweben des Pfeils. „

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Die Frage nach THE DEED | DAS WERK ist ein ergänzender und separat präsentierter Teil des THE INTERVIEW IN|DEEDS mit Hinrich Kröger-John

Wie schützt Du Dich in der heutigen Zeit vor zu viel Inspiration?
Oh, ich glaube und hoffe, da schützen und lenken uns ganz natürlich die Grenzen der Natur des Aufnehmbaren.

Wie viel in Deinen Arbeiten ist vorher geplant – wie viel entsteht intuitiv?
Da muß ich wieder auf das Handwerkliche weisen – das seine Planung bedingt…am Ende ist es die Form – ist sie gelungen, ist es die Form, die im besten Falle intuitiv die Bildsprache oder Dekor komponiert und dekoriert – man sollte ihr folgen wie Tönen in der Musik. Klar hat man immer ein Thema. 

Was sind Deine (nächsten) Ziele?
…gesund bleiben.

Wie stehst Du zum Thema Glauben? Hast Du Glaubensgrundsätze oder gibt es einen Leitspruch?
Weiter an das Gute und die Kraft in uns Menschen zu glauben und uns nicht zerstören, zermürben zu lassen durch das vernichtende letzte Aufbäumen des Kapitalismus, der sich alles aneignet durch Kriege und Vernichtung von Kulturen und Völkern bis hin zu den kaum erforschten wundersamen Welten, dem Leben in der Tiefsee, den Regenwäldern und den Polargebieten…..

Welches Projekt würdest Du gerne noch realisieren, wenn fehlende Zeit, mangelnder Mut oder finanzielle Ressourcen keine Rolle spielen würden?
Also ganz zum privaten Vergnügen? Ui, da weiß ich gar nicht ob ich das verraten sollte, aber nun gut, oft werde ich ja nicht interviewt …….mein Traum war immer ein Ort mit Werkstatt und Galerie kombiniert mit einem Café und eigener Schokoladenherstellung (kleinere Porzellan-Objekte meiner Produktion, wie Häschen und Kerle, gäbe es dann auch aus Schokolade) oder und mit Bar und einer kleinen Bühne für Lesungen, Cabarett und so….mit einem kleinen Kollektiv, in dem jeder seine selbständige Aufgabe hat im Zusammenspiel. In der Werkstatt einen zuverlässigen Assistenten, der das Handwerk beherrscht und liebt und nicht den Drang hat sich künstlerisch selbst zu verwirklichen – dafür wären andere Orte angemessener. Meine Werkstatt ist in den Jahren so ausgeufert und aufgebaut, ich könnte eine Manufaktur betreiben….aber ich weiss gar nicht mehr, ob ich das noch wollte …und sowas muß ja auch entstehen auf natürlichem Wege und das war nie geschehen, wegen der finanziellen Ressourcen nicht und weil ich den Leuten nicht begegnete, die ernsthaft so etwas mitgestalten wollten auf Dauer mit viel Arbeit und Vergnügen.

Was sind aus Deiner Sicht Attribute für gute Kunst?
…daß das Staunen und Ergiffensein beim hundertsten Male der Begegnung bleibt, wie, als man die Musik das erste mal hörte, das Bild das erste mal sah, die Skulptur das erste mal umrundete …..usw…. eine Malve, einen blühenden Baum jedes Jahr neu bestaunt.

Wird man als Künstler*in geboren? Oder ist ein Kunststudium Pflicht?
Kunst heutzutage zu studieren ist das beknackteste was ich empfehlen würde. Wer unbedingt studieren möchte, zum Beispiel Malerei, sollte Handwerk lernen – vielleicht in einem Studium der Restauration, wo man wenigstens noch Techniken gelehrt bekommt oder wie man Farben herstellt. Wer keine Idee hat, keinen Drang, mit der Kombination aus einem betuchten Elternhaus zu kommen, sollte allerdings unbedingt KUNST studieren gehen.

Wie siehst Du die Zukunft von Kunst im Zeitalter von KI?
Interessant.

Meine Person betreffend, hätte ich allerdings nicht die Geduld vor einem Gerät zu sitzen und irgendwas zu kreieren, auch wenn ich mir vorstelle es muss irre sein, vielleicht aber auch bald erschöpfend, geistig aushöhlend (eine Befürchtung mich betreffend), weil es existiert erstmal nur auf dem Bildschirm – ich kann nur befehlend per Mausklick oder Sprachbefehl was verändern…. ich brauche meine Hände, Material zwischen den Fingern, die Berührung – die Feuchtigkeit des Tons, die Temperaturen, den „Schmutz”, einfach durch meiner Geistes Willen Hände etwas zu formen, zu modellieren und wenn es mich überfordert, kann ich es einfach auf den Werkstattboden werfen, zusammenklatschen und neu beginnen ….

Wie stehst Du zum Thema NFT?
Da hab ich keine Meinung,  weil ich mich damit nicht beschäftigt habe und auch keinen Grund sehe mich in diese Thematik zu begeben. 

Im Gegenteil, das einzige mal, daß ich mit diesem Thema konfrontiert wurde, war eine mir schon immer unangenehme Person, die unbedingt mich überreden wollte, meine Arbeiten als NFT´s irgendwie auf irgendeinen Markt zu bringen – sie bekäme 80% Anteile, ich 20. Ich hörte von diesen drei Buchstaben das erste Mal und sah sie verblüfft an und sie akrobatisierte mich immer mehr in Verwirrnis. Als sie mich endlich in Ruhe gelassen hatte und verschwunden war, interessierte ich mich kurz eher für diese Person, als für diese drei Buchstaben und fand auf Instagram, wo wir uns bis dato gegenseitig folgten, heraus, daß sie eine glühende Anhängerin und Verehrerin der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen ist und jeden Beitrag dieser Flinten-Uschi fleissig mit roten Herzen bestückte, ja, fast fanatisch bombardierte…..da wußte ich, das kann nur ein schmutziges Geschäft sein und lies die drei Buchstaben, was immer sich dahinter verbirgt, drei Buchstaben sein.

Wem zeigst Du ein neues Werk zuerst?
Meiner Katze.

Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus?
…wie ein Pfeil nach oben springen und aus dem Bett, mit Schlüpfer oder Bademantel runter in die Werkstatt….irgendwas machen, was gemacht werden muss – geht oft über die erste Stunde hinaus….nach oben wieder und dann leidlich in die übliche Routine wie Zähneputzen, Wasser kochen, Pflanzen giessen, sich anziehen…..

Sind im Zeitalter des Internets der Dinge Galerien noch notwendig? Wenn ja, warum und wofür?
Ja, unbedingt natürlich. Ein Original zu sehen ist was anderes als es im Internet zu sehen. Das Internet kann für Aufmerksamkeit sorgen und der Verbreitung. Ein sich befruchtendes Wechselspiel. Aber das Original physisch zu erfahren ist ein Erlebnis, daß die Kälte eines Bildschirms dir nicht geben kann. 

Social-Media – Segen oder Fluch?
Beides.

EPILOG | AKTUELLES

Findet aktuell eine Einzelausstellung mit Deinen Arbeiten statt oder ist zeitnah eine solche geplant? Wann und wo?
Ja, neben den wunderbaren Handzeichnungen von JOACHIM JOHN,  Diana & Äkteon und Zeichnungen nach Nicollo Machiavelli’s Mandragula, Gouachen und Pastellen und anderen Arbeiten in der permanenten Ausstellung im JOACHIM JOHN-Museum, gelegen über der hiesigen Galerie, werden zur Berlin Art Week vom 9. bis 13.September 2026, erstmals Porzellane und Keramiken von Joachim John ausgestellt sein, zusammen mit den neuesten Arbeiten von Hinrich Kröger. 

Und am Samstag, den 12. September 2026 zum 30. Jubiläum der Galerie & Werkstatt Hinrich Kröger-John, findet die Eröffnung des JOACHIM JOHN Archiv und Museums in den Privaträumen der Galerie statt, mit einer Ausstellung seiner Arbeiten mit Zeichnungen zur Französischen Revolution, América Latina, Franz Kafka, Woyzeck etc….

www.galerie-hinrich-kroeger.de

www.instagram.com/hinrichkroegerjohn


DEEDS-Interviews werden von unserer Redaktion nicht redigiert oder gekürzt und stets im O-Ton wiedergegeben. Daher nehmen wir auch keine Übersetzung des Interviews in Englische bzw. Deutsche vor, es sei denn, diese wird seitens des/der Interviewten eingereicht, oder wir werden mit der Übersetzung betraut. Hier wurde die deutsche und die englische Version des Interviews durch den Künstler eingereicht.

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