Ein Schwimmbad, dessen Becken von Licht und Sound anstatt von Wasser durchflutet werden: Im fast einhundert Jahre alten Stadtbad Lichtenberg übernimmt ab dem 7. November 2026 erneut die Kunst die Regie. Mit LICHTenberg – Licht, Sound & Atmosphäre verwandelt sich das denkmalgeschützte Gebäude in eine begehbare audiovisuelle Inszenierung. Lichtinstallationen und musikalische Kompositionen aus Film, Elektronik und Gaming lassen die beiden historischen Schwimmhallen in wechselnden Stimmungen erscheinen. Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar 2027 zu erleben.
Abb. oben: LICHTenberg, © Dennis Peqas
Wo einst Berlinerinnen und Berliner ihre Bahnen zogen, bestimmen heute Licht und Klang das Geschehen. Für das installative Kunstprojekt LICHTenberg werden die beiden ehemaligen Schwimmhallen des 1928 eröffneten Hubertusbads zu eigenständigen Erlebnisräumen, in denen die außergewöhnliche und weite Architektur des Bades Teil der Inszenierung.
In der großen Schwimmhalle verwandeln bewegte Lichtkompositionen den Raum. 17 LED-Linien ziehen sich durch das ehemalige Becken, ergänzt durch einen rund 10 × 20 Meter großen LED-Boden. Farben breiten sich im Rhythmus der Musik aus und verändern die Wahrnehmung der historischen Architektur. Die musikalische Gestaltung verbindet bekannte Klangwelten aus Filmen und Videospielen mit elektronischen Rhythmen. Das ineinander greifende Licht und der Sound lassen eine fortwährend wechselnde Raumwirkung entstehen.



Die zweite Schwimmhalle eröffnet eine andere Perspektive. Auf einer rund 200 Quadratmeter großen LED-Fläche entstehen abstrakte Bildwelten aus fließenden Formen und dynamischen Farbbewegungen. Während die Haupthalle mit ihrer monumentalen Architektur eine raumgreifende Wirkung entfaltet, setzt die Nebenhalle auf eine intimere Atmosphäre.

Eine besondere Rolle spielt das Tageslicht. Bei Tag bleiben die architektonischen Details des ehemaligen Volksbads deutlich sichtbar. Die Lichtinstallationen treten in einen Dialog mit den historischen Oberflächen und der Patina des Gebäudes. Mit einsetzender Dunkelheit verändert sich die Wirkung: Die künstlichen Lichtquellen gewinnen an Intensität, die räumlichen Konturen treten zurück und die audiovisuellen Kompositionen rücken stärker in den Vordergrund.
Das Stadtbad Lichtenberg wurde zwischen 1925 und 1928 nach Entwürfen von Rudolf Gleye und Otto Weis errichtet. Das expressionistische Bauwerk, das ursprünglich über getrennte Schwimmhallen für Frauen und Männer verfügte, wurde 1991 geschlossen. Seine ungewöhnliche Architektur bildet seit einigen Jahren den Schauplatz für temporäre digitale Kunstprojekte wie Stadtbad RELOADED und BEYOND (DEEDS berichtete). Mit LICHTenberg setzt Produzent Dennis Peqas die künstlerische Nutzung des historischen Ortes fort.
Gut zu wissen – Hinweise für den Besuch
Die Ausstellung LICHTenberg ist für Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen geeignet. Für den Rundgang durch die beiden historischen Schwimmhallen sollten etwa 60 bis 90 Minuten eingeplant werden. Die große Halle ist beheizt und bietet Sitzmöglichkeiten, um die Licht- und Klanginstallationen in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Die kleinere Halle ist hingegen unbeheizt; entsprechend warme Kleidung empfiehlt sich.

Die Ausstellung ist überwiegend barrierefrei zugänglich, allerdings sind nicht alle Bereiche für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erreichbar. Begleitpersonen von Menschen mit Schwerbehindertenausweis und dem Merkzeichen B erhalten freien Eintritt. Zu beachten ist außerdem, dass Stroboskoplichteffekte eingesetzt werden.
Die Besichtigung ist sowohl bei Tageslicht als auch nach Einbruch der Dunkelheit möglich. Besonders reizvoll dürfte die Übergangszeit sein, wenn das natürliche Licht langsam schwindet und die künstlichen Lichtinszenierungen zunehmend den Raum bestimmen.

Tickets sind ausschließlich online erhältlich und an feste Einlasszeiten gebunden. Vor Ort werden weder Speisen noch Getränke angeboten. Parkplätze sind nur begrenzt vorhanden, weshalb sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfiehlt.
Das Stadtbad Lichtenberg
Das Stadtbad Lichtenberg, auch Hubertusbad genannt, eröffnete im Jahr 1928. Es entstand als ein mehrgliedriger kubischer Baukörper im Stil des Expressionismus mit, nach damaligen Vorstellungen, sehr modernen Ausstattungen: medizinischen Bädern, einer russisch-römische Abteilung als Saunabereich mit Warm- und Heißluftraum, Massagekabinen und einem Duschraum mit Kaltwasserbecken, einem großen Wassertauschbehälter im Keller, wodurch eine schnelle Reinigung des Wassers der Schwimmbecken möglich war, je einem frei gelagerten Schwimmbecken für Frauen (20 Meter) und für Männer (25 Meter), Wannen- und Brauseabteilungen, Galerien zu den Schwimmhallen, einem Gymnastiksaal, Bereichen für physiotherapeutische Behandlungen, einer Sonnenterrasse sowie einem Fahrstuhl.






Ansichten aus dem Stadtbad Lichtenberg, Fotos: Dennis Peqas
1991 wurde das Stadtbad Lichtenberg wegen Baumängeln und fehlenden Geldes für seine eigentliche Funktion geschlossen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
WANN?
Samstag, 7. November 2026 bis Sonntag, 31. Januar 2027
Öffnungszeiten
Samstag: 12:00 – 20:00 Uhr
Sonntag: 12:00 – 19:00 Uhr
Dauer des Rundgangs: ca. 60-90 Minuten
Barrierefreiheit: Der Großteil der Ausstellung ist rollstuhlgerecht.
WO?
Stadtbad Lichtenberg (Hubertusbad)
Hubertusstraße 47
10365 Berlin
ÖPNV
S-Bhf Lichtenberg (4 Min zu Fuß)
KOSTET?
Tickets ab 9,90 EUR, abhängig von Ticketkategorie und Besuchszeit.
Tickets sind ausschließlich online erhältlich.
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