Das Museum für Asiatische Kunst erhält eine bedeutende Erweiterung seiner Sammlung zeitgenössischer ostasiatischer Kunst: Die monumentale fotografische Installation Family Tree des chinesischen Künstlers Mao Tongqiang gelangt als Schenkung aus der Sammlung Sigg in die Sammlung des Museums. Die Sammlung Sigg wurde von Dr. Uli und Rita Sigg aufgebaut und gilt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen chinesischer Gegenwartskunst. Präsentiert wird das Werk erstmals in Berlin ab dem 28. November 2025 in der Ausstellung „Alles unter dem Himmel. Harmonie in der Familie und im Staat“, kuratiert von Maria Sobotka, im Humboldt Forum.
Abb. oben: Ausstellungsansicht Mao Tongqiang Family Tree in „Alles unter dem Himmel. Harmonie in der Familie und im Staat“, Foto: Maria Sobotka.
Mit einer Fläche von rund 400 Quadratmetern zählt „Family Tree“ zu Mao Tongqiangs eindruckvollsten Arbeiten. Das Werk entstand über mehrere Jahre intensiver Feldforschung und umfasst Bildmaterial von rund 1.000 Familien. Es zeigt die Vielfalt chinesischer Familienstrukturen der Gegenwart und verweist zugleich auf die tiefgreifenden Veränderungen, die China seit der konfuzianisch geprägten Familienordnung der Kaiserzeit bis in die mobile Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts durchlaufen hat.
Die historischen Bestände des Museums für Asiatische Kunst, das Kunst und materielle Kultur über viele Jahrhunderte hinweg dokumentiert, werden durch „Family Tree“ in entscheidender Weise erweitert. Das Werk eröffnet einen unmittelbaren Blick auf die gesellschaftlichen Transformationsprozesse des modernen China und ergänzt die longue durée der Sammlung um eine prägnante zeitgenössische Perspektive. Im Zusammenspiel dieser zeitlichen Ebenen wird sichtbar, wie radikal sich soziale Ordnungen, Haushaltsformen und Alltagswirklichkeiten innerhalb weniger Jahrzehnte gewandelt haben.





