Berlin Art Week 2026—Festivalprogramm | 09.09.-13.09.2026

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Vom 9. bis 13. September 2026 feiert die Berlin Art Week ihr 15. Jubiläum und präsentiert gemeinsam mit rund 120 Museen, Privatsammlungen, Projekträumen, Galerien sowie der Kunstmesse Positions Berlin Art Fair ein umfangreiches Programm über die gesamte Stadt hinweg. In diesem Jahr wird der Berlin Art Week Garten am Kulturforum mit der Neuen Nationalgalerie und der Gemäldegalerie zum zentralen Treffpunkt des Festivals.

Abb. oben: Berlin Art Week 2026, ChertLüdde, Stephanie Comilang, Installation view of ›Coordinates at Dawn‹, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Frankfurt am Main, 2025 – 2026.

Mehrere rote Fäden ziehen sich in diesem Jahr durch das Programm: Geschichtsdurchdrungene Blicke auf Gegenwart und Zukunft—insbesondere der Blick von Berlin nach Osten und darüber hinaus—auf geteilte Geschichte, Migration, Beziehungen zu Nachbarregionen und dekoloniale Perspektiven. Kraftvolle politische Statements—von feministischem Widerstand bis zu ökologischer und geopolitischer Dringlichkeit—setzen sich zudem in einem umfangreichen Programm aus Performance, Sound und Theater durch, mit mehreren mit Spannung erwarteten Premieren. Besonders sichtbar wird der Dialog zwischen etablierten Institutionen, internationalen Namen und Grassroots-Initiativen der freien Szene: Mit der Sektion ›Featured‹ rückt die Berlin Art Week 2026 erneut rund 30 von einer Jury ausgewählte Sonderprojekte und Off-Spaces in den Fokus.

Berlin, lokal, global: Neue Blickachsen

Der Gropius Bau widmet sich mit ›Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960‹ der Geschichte migrantischer Communities im Kiez, u. a. mit Beiträgen von Mehmet Aksoy, Nuray Demir und Pınar Öğrenci. Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) und der Schinkel Pavillon eröffnen mit ›Projektionen auf den Osten‹ ein gemeinsames Ausstellungsprojekt; an der Fassade des n.b.k. ist zudem eine eigens für den Ort konzipierte Arbeit der Guerrilla Girls zu sehen. Am Hamburger Bahnhof—Nationalgalerie der Gegenwart diskutieren ›Hamburger Bahnhof Art Week Talks‹ unter dem Titel ›Kunsträume Ost‹ die Rolle von Museen in den ostdeutschen Bundesländern. Die ifa-Galerie Berlin zeigt Lecture Performances zur internationalen Rolle von Kunst in der DDR.

Weitere Positionen zum Erbe der DDR und translokale Erfahrungen von Berlins diasporischen Gemeinschaften zeigen die Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank mit ›Vietnam. Kunst. DDR. Reclaiming Solidarity‹, der Kvost—Kunstverein Ost (Featured Sektion) mit ›Izabella Gustowska: Home’s Shadows‹ sowie die nGbK—station urbaner kulturen, die sich der Architektur und der ›ernsten‹ Postmoderne in der DDR widmet. Die Akademie der Künste richtet in ›Metaxy: Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau‹ den Blick auf jenen gesellschaftlichen Zwischenmoment, den Kriege und Krisen produzieren.

Die Bienal de São Paulo im Haus der Kulturen der Welt verhandelt die Frage der Verortung: 1951 gegründet, ist sie zum ersten Mal in Deutschland vertreten mit der Berlin Edition ›Nicht alle Reisenden folgen Wegen—Humanität als Praxis‹ u. a. mit Arbeiten von Forensic Architecture, Cevdet Erek, Leiko Ikemura, Emeka Ogboh und Wolfgang Tillmans. Parallel zeigt Savvy Contemporary mit ›Vilanismo: Architectural Echotones—A Poetics Of The Surrounds‹ eine eigene Position zur 36. Bienal, als kuratorische Brücke zwischen Berlin und São Paulo.

Performance, Theater und Sound

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Berlin Art Week 2026, Pickle Bar, Filpka Rutkowska, The Iron Lipstick, Performance at Survival Kit Festival Riga, 2025. Courtesy of Filipka Rutkowska

Performance ist zu einem tragenden Element der Berlin Art Week geworden. Die Neue Nationalgalerie lädt zur 5. Ausgabe von ›Perform!‹ mit Trisha Browns ›Walking on the Wall‹ (1971) und einer neuen Präsentation von Kiani del Valle; zeitgleich zeigt das Haus mit Maurizio Cattelans ›Night‹ die Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie 2026. Bei KW Institute for Contemporary Art zeigt Labour (Farahnaz Hatam und Colin Hacklander) die Performance ›soft thought‹. Im Residency Space von Between Bridges (Featured Sektion) zeigt caner teker mit ›b2b / nothing new‹ ein Performance-Programm mit Space Afrika, Rayne, Emil Ertl und Martin Hansen. Das Georg Kolbe Museum lädt zum Performance-Festival ›everybody‹, bei dem die Ausstellungsthemen rund um Körperpolitiken um ein Live-Programm erweitert werden. Und für nur einen Abend zur Featured Night wird das Hotel Adlon Kempinski (Featured Sektion) zur Bühne: In ›Ordinary Tales of City Madness‹ verwandelt Sunny Pudert es in eine Lesungs- und Performance-Suite.

Im Theater feiert die Berlin Art Week gleich mehrere Premieren: Anlässlich der Festivalwoche bespielt das Berliner Ensemble in Kooperation mit der Gemäldegalerie erstmals deren Räume: Ersan Mondtag und Nadim Samman zeigen dort die Premiere von ›Alternde Meister‹. Am HAU Hebbel am Ufer eröffnen Sophia Süßmilch mit ›Etwas Schreckliches wird passieren: Die Menschenfresserin‹ und Theresa Reiwer mit ›Internet Explorer‹. Am Gorki wird eine neue Wand am Platz der Märzrevolution erstmals als öffentliche Ausstellungs- und Aufführungsfläche aktiviert, zugleich der Auftakt der neuen Intendanz von Çağla Ilk.

Klanglich zeigt sich die Berlin Art Week in diesem Jahr besonders vielseitig und führt in unterschiedlichsten Ausdrucksformen in alle Ecken der Stadt: Der Hamburger Bahnhof—Nationalgalerie der Gegenwart präsentiert mit ›Ryuichi Sakamoto: seeing sound, hearing time‹ eine große Retrospektive des japanischen Komponisten. Das Reethaus (Featured Sektion) lädt mit ›The Ear is the Eye of the Soul‹ zu einer Listening Experience, kuratiert von Hans Ulrich Obrist und Ben Vickers in Kooperation mit Soundwalk Collective, mit Beiträgen u. a. von Brian Eno, FKA twigs, Patti Smith und Kali Malone. Im Konzerthaus Berlin (Featured Sektion) tritt Leyla Yenirce gemeinsam mit Solomon Garçon auf und verwebt Spoken Word, Field Recordings, Noise, Ambient und Techno zu einem kraftvollen politischen Statement feministischen Widerstands. Community-Radios übernehmen im Rahmen des Berliner Hörspielfestivals (Featured Sektion) die Frequenzen, u. a. mit einer Übernahme bei Cashmere Radio. Ebenfalls mit Klang-Performance dabei: JJJJJerome Ellis, der im Haus am Waldsee Stottern, Stimme und Schwarze musikalische Traditionen in Performance verwebt; Wadada Leo Smith in einem Schaufenster bei MALA (Music Art Life And…) (Featured Sektion); die LAS Art Foundation mit einer Live-Soundarbeit von Tati au Miel und einem Soundwalk von Omsk Social Club; und die Aktivierung von Nevin Aladağs Skulptur ›Public Resonator‹ im PalaisPopulaire, das zeitgleich mit ›Moving Clouds‹ die Ausstellung zum Deutsche Bank ›Artist of the Year‹ 2026 von Lucia Tallová präsentiert.

Kunstmarkt

Der Berliner Kunstmarkt zeigt sich vielfältig: Bei der Gallery Night in Kooperation mit dem Gallery Weekend Berlin öffnen rund 50 Berliner Galerien ihre Türen mit neuen Präsentationen, u. a. Wu Tsang bei Isabella Bortolozzi, Kerstin Brätsch und Katharina Sieverding bei Galerie Thomas Schulte, Jeremy Shaw bei Galeria Plan B, und David Horvitz, Alfredo Jaar und Zhang Peili bei Hua International.

Die Positions Berlin Art Fair bringt über 90 internationale Galerien aus rund 20 Ländern in Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof zusammen. In diesem Jahr liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Galerien aus der Türkei.

In den Wilhelm Hallen in Reinickendorf zeigen Berliner Galerien und Institutionen ›Hallen 07‹ eine 9.000 qm große Gruppenausstellung, mit dabei sind u. a. ChertLüdde, Esther Schipper oder Robert Grunenberg.

Der VBKI-Preis Berliner Galerien zeichnet im Rahmen der Berlin Art Week junge Berliner Galerien aus—auf der Shortlist stehen in diesem Jahr die galerie burster, Gallery Gudmundsdottir und Super Super Markt.

Private Sammlungen

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Berlin Art Week 2026, Bastian, Robert Rauschenberg, Crosstown [Anagram (A Pun)], 1997

Im Rahmen der Open Houses öffnen private Sammlungen ihre Türen mit neuen kuratierten Ausstellungen oder besonderen Zugängen—darunter die Boros Collection, Fluentum, die Kienzle Art Foundation, die Miettinen Collection, die Sammlung Hackelsberger und das Achim Freyer Kunsthaus. Die Julia Stoschek Foundation verabschiedet sich mit einer Closing Week von ihrem Berliner Standort. Beim Format ›Meet the Artist‹ geben Künstler*innen im Gespräch mit Sammler*innen aus erster Hand Einblicke in ihre Werke, u. a. bei der Sammlung Ivo Wessel im Taut-Haus am Engelbecken. Bei ›Discovering Collections!‹, einem gemeinsamen Format von Berlin Art Week und Collection Night, erhalten Besucher*innen mit Anmeldung erstmals Einblicke in fünf Privatsammlungen, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren. Die haubrok foundation öffnet sich mit ›Another Sunday Afternoon for Berlin Art Week‹ für einen Tag mit neuen Ausstellungen, Open Studios und Live-Events; anlässlich der gleichnamigen Publikation zeigt ›Hardcore. Die Ausstellung zum Buch‹ Positionen u. a. von Karin Sander und Heimo Zobernig, während ›HAR I‹ mit Seongwon Park die erste Abschlussausstellung der Haubrok Artist Residency präsentiert.

Weitere Highlights

Wichtige Preise, umfangreiche Einzelausstellungen und thematische Gruppenpräsentationen im Fokus: Die Berlinische Galerie zeigt mit Jeewi Lee (›Residual Memories‹) die Position zum Gasag Kunstpreis 2026, während beim Kindl—Zentrum für zeitgenössische Kunst vier Ausstellungen zu sehen sind: Kira Freije (›Between Sunlight‹), Mischa Kuball (›boiler house‹), Thu-Van Tran (›Write As Beasts Scream at Night‹) und das Künstlerinnenduo Neozoon (›together‹). Bei C/O Berlin zeigt eine Einzelausstellung Carrie Mae Weems (›The Heart of the Matter‹), parallel zu ›After Nature‹ mit Arbeiten von Stelios Kallinikou und Susanne Kriemann im Rahmen des Ulrike Crespo Photography Prize 26 sowie bei der Schering Stiftung ›7 Summers‹—das Ergebnis eines gemeinsamen künstlerischen Experiments von Diakron und Emil Rønn Andersen. Das Haus am Lützowplatz zeigt mit ›On Landscape. Zwischen Eskapismus und Entspannung‹ eine Gruppenausstellung zur Landschaftsmalerei. Die nGbK zeigt mit ›In touch—Goldrausch 2026‹ die Absolvent*innen des gleichnamigen Künstlerinnenprogramms, begleitet von einem umfangreichen Programm.

Ab sofort finden Sie den vollständigen Programmkalender auf berlinartweek.de—mit wöchentlichen Updates bereits jetzt über den Berlin Art Week Newsletter

WANN?

Mittwoch, 9. September – Sonntag, 13. September 2026

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