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Etgar Keret präsentiert die Ausstellung Inside out im Jüdischen Museum Berlin | 21.10.2022-05.02.2023

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Ab dem 21. Oktober 2022 zeigt das Jüdische Museum Berlin (JMB) die Ausstellung Inside out – Etgar Keret. Ausgehend von Er­innerungen an seine Mutter hat der israelische Autor Keret eigens für die Aus­stellung neun Kurz­geschichten verfasst, die nun erstmals öffentlich präsentiert werden.

Abb. oben: Meine Mutter, Polen, ca. 1937; Etgar Keret

Mit diesen Kurz­geschichten knüpft Keret explizit an die jüdische Tradition an, Er­innerungen von Generation zu Generation weiter­zugeben. Er erzählt von ge­meinsamen Erlebnissen mit seiner Mutter, die 1934 in Polen geboren worden ist, und gibt Geschichten wieder, die sie ihm als Kind erzählt hat – all­tägliche Geschichten ebenso wie trau­matische Kriegs­erlebnisse und Gewalt­erfahrungen. Dabei wechselt Keret wieder­holt zwischen der Perspektive des erwachsenen Erzählers und der des Kindes. Er erhebt mit seinen literarischen Texten keinen Anspruch darauf, eine Realität abzubilden oder ein voll­ständiges Bild seiner Mutter zu ver­mitteln, im Gegen­teil, er betont, ein solcher Versuch sei zum Schei­tern verurteilt, und er will das Un­sichere und das Frag­mentarische seiner Erinnerung auch in der Ausstellung zeigen.

Die Kurz­geschichten werden mit von Etgar Keret aus­gewählten Objekten aus der JMB-Sammlung sowie zwei In­stallationen, einer Video­arbeit und Illustra­tionen präsentiert, die in Ko­operation von Etgar Keret mit zeit­genössischen Künstler*innen entstanden sind. Etgar Keret will mit seiner Ausstellung die Erwartungen der Museums­besucher*innen brechen: Er will ihnen kein Wissen vermitteln, ihnen nichts erklären, sondern mit ihnen die per se un­vollständigen und nicht veri­fizier­baren Erinnerungen an seine verstorbene Mutter teilen. Im Zusammen­spiel von Erinnerungen, Objekten und künstlerischen Installationen eröffnet die Ausstellung Räume für Assoziationen und Gefühle.

DEEDS NEWS - Etgar Keret - Foto Lielle Sand
Etgar Keret; Foto: Lielle Sand

Alle Geschichten sind in der Ausstellung – und mit Ausstellungs­beginn auf der Website des JMB – drei­sprachig in gedruckter Form und als Audios zugänglich. Etgar Keret selbst hat seine Texte auf Hebräisch und Englisch eingesprochen, der vielfach aus­gezeichnete Schriftsteller Daniel Kehlmann die deutsche Über­setzung. Kehlmann, der mit Keret befreundet ist, wird auch am Begleit­programm der Ausstellung teilnehmen: Am 29. November 2022 lädt das JMB zu einem Gespräch der beiden samt Lesung ein. Etgar Keret und seine Frau Shira Geffen werden bereits am 27. November 2022 beim Screening der Miniserie Mein sprechender Goldfisch (The Middleman, 2019) anwesend sein, die sie gemeinsam geschrieben und bei der sie zusammen Regie geführt haben. Zwei Schreib­workshops mit Ausstellungs­führung und Lunch am 20. November und am 12. Dezember runden das Begleitprogramm ab.

WO?

Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9–14
10969 Berlin

WANN?

Freitag, 21. Oktober 2022 bis Sonntag, 5. Februar 2023

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