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Mittwoch, April 17, 2024

Berliner Galerie aKonzept zeigt Emmanuelle Rapin in München

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Die Berliner Galerie aKonzept stellt vom 20. bis 22. Oktober 2023 eine raumgreifende Arbeit von Emmanuelle Rapin im Münchner Auktionshaus Karl & Faber aus.

Abb. oben: Emmanuelle Rapin, Selbstporträt im Schweben 1, 2022, Nadelperforationen auf schwarzem Papier, bestickt mit schwarzem Baumwollgarn und Sulky Holoshimmer Garn von Gunold, 120 x 300 cm

Bei dem Werk Levitation aus dem Jahr 2022 handelt es sich um eine schwarze Papierarbeit im Format 120 x 300 cm. Mithilfe von Nadeln und Garn hat die Künstlerin einen Körper gestaltet. Er kann in alle Richtungen gesehen werden, er hat weder oben noch unten, weder rechts noch links. Er ist orientierungslos. Die Perforationen, die den Körper formen, lassen Licht hindurch, das die Knotenpunktstickereien, die aus der Büste der Frau hervorgehen, hervorhebt. Diese Perforation wurde von der emblematischen Levitationsszene in dem Film Der Spiegel (1975) von Andrej Tarkowskij (1932-1986) inspiriert, in der sich Liebe und Tod verbinden.

Wenn der Blick die Horizontalität des schwebenden Körpers in eine vertikale Ebene kippt, erkennt der Betrachter eine Himmelfahrt, ähnlich denen der Jungfrau Maria, wie sie von den italienischen Malern des Manierismus und Barock dargestellt wurde. So befindet sich der Körper in einer Contraposto–Position, ein gebeugtes und ein angewinkeltes Bein deuten auf einen Drang nach oben hin. Die Drapierungen verstärken den Eindruck der Bewegung, indem sie auf der linken Seite wegfliegen. Die Levitation bündelt die Passivität des Aufsteigens und die Dynamik eines Sprungs. Sie ist der Ort, an dem Schwerkraft und Schwerelosigkeit zusammenfließen. In Autoportrait en Lévitation 1 (> Selbstporträt in der Schwebe 1) ist der Körper des perforierten Kunstwerks in voller Ausdehnung entfaltet, die erhobenen Arme bilden eine Kurve. Ein Himmelsgewölbe.

Emmanuelle Rapin wurde 1974 in Épinal, Frankreich, geboren. Ihre künstlerische Ausbildung begann sie an der Kunsthochschule École Nationale Supérieure des Beaux-arts in Paris, wo sie von 1998 bis 2002 unter der Anleitung von Jean-Luc Vilmouth studierte. Davor schloss sie ein Studium der Modernen Französischen Literatur an der Universität von Bourgogne in Dijon und ein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Paris I Panthéon Sorbonne ab. Von 2003 bis 2005 erhielt sie ein Stipendium des Forschungsprogramms La Seine für zeitgenössische Kunst bei Tony Brown an der École Nationale Supérieure des Beaux-arts in Paris. Rapin besitzt Expertise in Kunststickerei („broderie d´art“) und hat an der renommierten Haute Couture Stickereischule („Conservatoire de Broderie“) in Lunéville studiert, wo sie 2018 ihr Diplom erlangte. Rapin lebt und arbeitet in Berlin.

Galerie aKonzept wurde im Frühjahr 2017 von Inhaber Dr. Hermann Braun und dem künstlerischen Leiter Raphaël Lévy eröffnet. Die Galerie präsentiert Kunst der 1950er Jahre bis heute. Die Betreiber distanzieren sich von jeglichen konzeptuellen Einschränkungen und legen Wert auf eine freie Konzeption des Programms nach individuellen Vorlieben. Galerie aKonzept ist in der Niebuhrstraße in Berlin-Charlottenburg ansässig.

Das Auktionshaus Karl & Faber feiert im Jahr 2023 sein 100-jähriges Bestehen. Es zählt heute zu den dynamischsten Auktionshäusern der D-A-CH-Region. Das Stammhaus befindet sich am Rande der Münchner Altstadt. Karl & Faber verfügt nach eigenen Angaben über Repräsentanten in Hamburg, Düsseldorf, Wien, Basel, London, Mailand und New York.

WANN?

Freitag, 20. Oktober bis Sonntag, 22. Oktober 2023

WO?

Karl & Faber
Amiraplatz 3
80333 München

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