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Freitag, April 19, 2024

Haruko Maeda: Über die Schwelle – Pfarrkirche Hallstatt | 18.02.-28.03.2024

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Die kürzlich eröffnete Ausstellung “Über die Schwelle” der japanischen Künstlerin Haruko Maeda (*1983 Tokio, Japan) zeigt bis zum 28. März 2024 in der österreichischen Pfarrkirche Hallstatt, sowie in deren Beinhaus und der Gruftkapelle ihre künstlerische Position zu den Themen Tod und Vergänglichkeit. Maeda initiiert das Sujet des “Memento Mori – Den Tod erinnern” an einem besonderen Ort. Im Hallstätter Beinhaus befinden sich rund 1200 Schädel von Verstorbenen vom Friedhof in Hallstatt. An die 700 Schädel sind bemalt.

Abb oben: Haruko Maeda, Über die Schwelle, © Ulrich Kehrer

Der Tod ist in Hallstatt allgegenwärtig. Er ist Teil des Lebenszyklus der Bewohner und zugleich Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Wie kaum an einem anderen Ort findet diese letzte Wahrheit des Lebens im Beinhaus eine drastische Entsprechung. Die zum Teil kunstvoll mit Lebenssymbolen bemalten und fein säuberlich gestapelten Schädel und Knochen sind seit rund 400 Jahren ein immerwährendes Memento mori. Der Verstorbene blieb meist 10-20 Jahre im Grab, bis der Schädel aus der Erde genommen wurde, danach vom Totengräber gereinigt, und anschließend zum Bleichen in Sonne und Mond im Freien aufgestellt wurde. Die Bemalung erfolgte nach Gutdünken des Malers, es sind jedoch verschiedene Bemalungen in bestimmten Zeitspannen bemerkbar. Heute werden nur noch vereinzelt Schädel im Beinhaus beigesetzt, auf besonderen Wunsch ist es jedoch nach wie vor möglich. 

DEEDS.NEWS - Elektrohalle Rhompberg - Haruko Maeda - © Ulrich Kehrer
Beinhaus der Pfarrkirche Hallstatt © Ulrich Kehrer

Mit dem Kunstprojekt “Über die Schwelle – Künstlerische Positionen zu Tod und Vergänglichkeit” hat die Kirchengemeinde Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihre Werke im Jahr 2024 zu präsentieren und Fragen zu Tod und Vergänglichkeit, dem Davor und Danach, aus zeitgenössischer Sicht zu stellen. Vom Aschermittwoch, an dem die katholische Kirche ihrer eigenen Sterblichkeit gedenkt, bis zum Karfreitag werden in der Kirche, im Beinhaus und in der Gruftkapelle Werke von Haruko Maeda zu sehen sein.

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Ausstellungsansicht Haruko Maeda, Pfarrkirche Hallstatt, 2024 © Ulrich Kehrer

Die in Tokio aufgewachsene Künstlerin lebt nach ihrem Studium der Malerei an der Kunstuniversität Linz heute in Wien. Ausgehend von ihrer Faszination für den Umgang mit Tod und Gebeinen in der christlichen Kultur, der Zurschaustellung und Verehrung, beschäftigt sie sich in ihren Werken mit dem Umgang mit dem Tod in ihrem eigenen Umfeld, ihrer Familie und der japanischen Kultur, die sie geprägt hat.

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Ausstellungsansicht Haruko Maeda, Pfarrkirche Hallstatt, 2024 © Ulrich Kehrer

Haruko Maeda verbindet in ihrer Kunst die Shintō-Traditionen ihres Heimatlandes mit westlichen Konzepten. So nähert sie sich dem Thema der Vergänglichkeit durch religiöse Ikonografie und Symbole aus verschiedenen Kulturen und bezieht sich inhaltlich und formal auf Werke der Renaissance und des Barock. Dabei spricht sie universelle Fragen zu Leben und Tod an und spielt in ihren Auseinandersetzungen gekonnt mit subtilem Humor. Maeda wird von der Salzburger Galerie Elektrohalle Rhomberg vertreten.

WANN?

Sonntag, 18. Februar – Donnerstag, 28. März 2024
geöffnet 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

WO?

Pfarrkirche Hallstatt
Kirchenweg 40
4830 Hallstatt 
Österreich

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