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Patricia Morosan – (I) Remember Europe | Rumänisches Kulturinstitut in Paris | 10.05.-22.06.2023

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Das Pariser Rumänische Kulturinstitut präsentiert vom 9. Mai bis 22. Juni 2023 fotografische Arbeit von Patricia Morosan in ihrer ersten Einzelausstellung in Paris. Die Ausstellung zeigt ihr Projekt (I) Remember Europe, das 2019 den Preis der Jury bei den “Rencontres photographiques de Montpellier” gewann und für den Wüstenrot Dokumentarfilmpreis und den Haus am Kleistpark Berlin Kunstpreis 2019 nominiert war.

Abb. oben: (I) REMEMBER EUROPE, Buch von Patricia Morosan, Fotohof Edition, 2022 

(I) Remember Europe ist eine fotografische Reise, die das Zentrum als existenzielle Suche und als politische Metapher offenbart. Für ihre Arbeit besuchte Patricia Morosan Orte in sieben mittel- und osteuropäischen Ländern (Estland, Litauen, Weißrussland, Ukraine, Slowakei, Deutschland und Polen), die in verschiedenen historischen Epochen als “geographisches Zentrum Europas” galten. Die Arbeit zeigt nicht nur die Variabilität von Grenzen – sondern auch eine emotionale Positionierung in den Koordinaten, die sich selbst als das geografische Zentrum Europas definieren.

“Morosans Reise ins Herz Europas, oder sollte man sagen, in die Herzen Europas, führt sie weit über die sieben von den Kartografen festgelegten Punkte hinaus an unzählige Orte. Das Projekt der Fotografin besteht nicht so sehr darin, das Wesen einer vermeintlichen europäischen Identität zu erfassen oder zu versuchen, die Seele Europas zu lokalisieren, sondern vielmehr darin, sich von einer solchen Idee zu verabschieden, um mit jeder Begegnung neue Zentren zu entdecken, die ihrerseits neue Ränder, neue “Ränder der Welt” und neue Zwischenräume bezeichnen. In jedem Moment seiner Reise scheint Europa so zu kippen, um etwas weiter hinten ein neues Gleichgewicht zu finden.

(…..) Was ist dieses Europa, das dem Projekt seinen Titel gibt, und was bedeutet das vorangestellte “(I) Remember”? Soll man darin, abgesehen von der Zurücknahme des Themas, den Ausdruck des Bedauerns über eine untergegangene Welt lesen, oder die Erinnerung, die Ermahnung, in ihrem Namen eine Gemeinschaft von Werten, Bildern, Männern und Frauen am Leben zu erhalten? Sicherlich ein bisschen von beidem: In einer Zeit, in der die Polarisierung der Welt die langsame Sedimentation unserer Geschichten zu leugnen scheint, erinnert Morosan daran, dass unser gemeinsames Europäertum nur im ständigen Schwanken und in der ständigen Erneuerung unserer Identitäten existieren kann. Den Etymologen zufolge erinnert der Name “Europa” an die Weite (eurys, das “breite” Land) des Blicks (ops, das “Auge”). Das wäre es also: ein Kontinent, der nur durch die Blicke, die wir auf ihn werfen, existiert, dessen Grenzen durch den kollektiven Ausdruck der Millionen von Subjektivitäten, die ihn bevölkern, ständig verschoben oder neu definiert werden.”

Sonia Voss

(I) REMEMBER EUROPE, Buch von Patricia Morosan, Fotohof Edition, 2022 

Das rumänische Kulturinstitut befindet sich in der Rue de l’Exposition im 7. Arrondissement in Paris und ist von mehreren renommierten Kunstgalerien umgeben, was es – neben der Nähe zum Eiffelturm – ermöglicht, an einem Tag zahlreiche kulturelle Aktivitäten zu genießen.

Patricia Morosan wurde 1984 in Rumänien geboren. Sie lebt und arbeitet zwischen Berlin, Bukarest und Athen.

PATRICIA MOROSAN ist eine visuelle Künstlerin, die mit Fotografie und Film arbeitet. Sie studierte Fotografie an der Ostkreuzschule in Berlin und an der Akademie der Bildenden Künste in Leipzig. Ihre Arbeit befasst sich mit den Themen Intimität und Identität durch eine poetische Bildsprache. Sie wird von der Galerie Marc Franzkowiak in Berlin vertreten und ist Teil des internationalen Fotografenkollektivs Temps Zero mit Sitz in Frankreich. Ihre Arbeit wurde in internationalen Ausstellungen gezeigt: Les Rencontres de la Photographie d’Arles, Fotohaus Paris-Berlin; Les Boutographies, Pavillon Populaire Montpellier; Villa Perochon Niort; im Musée d’Art Contemporain, Goethe Institut, Switch Gallérie in Bukarest; Haus am Kleistpark, Berlin ; Kommunale Gallérie, Berlin; Benaki Museum, Metamatic TAF, TV Control Center (KET), Athen; Atelier Varan, Paris; ICR Gallérie Lissabon, 12-14 contemporary/FotoWien, Wien; das Noorderlicht International Festival, Foto Forum, Bozen unter vielen anderen. Sie hat mehrere Preise gewonnen: 2019 den Preis der Jury von Les Boutographies, Montpellier, und den Preis für Mut des Journalistinnenbundes Deutschland. Sie war nominiert für den Art Award Haus am Kleistpark in Berlin (2019), für den Wellcome Photography Award London (2020), Wüstenrot Dokumentarfilmpreis (2020), Gomma Grant (2021), BUP Award (2022). Sie wurde 2022 für das FUTURES-Programm nominiert und erhielt zahlreiche Stipendien: Initial der Akademie der Künste Berlin (2021) und verschiedene Zuwendungen des Berliner Senats (2020, 2021, 2022, 2023). Ihre Werke sind Teil öffentlicher Sammlungen, wie der ständigen Sammlung des Museums für zeitgenössische Kunst in Bukarest und der Sammlung der Stadt Montpellier in Frankreich, sowie mehrerer privater Sammlungen in Europa.

WO?

Galerie Macadam
1 Rue de l’Exposition
75007 Paris
France

WANN?

Vernissage & Buchvorstellung:

Dienstag, 9. Mai 2023 ab 18:30 Uhr

Ausstellung:

Mittwoch, 10. Mai – Donnerstag, 22. Juni 2023

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