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Montag, November 28, 2022

Museum Würth: Sport, Spass & Spielen der Sammlung Würth | 13.12.2021 – 26.2.2023

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Les Loisirs (Die Freizeit) heißt ein Neuzugang der Sammlung Würth, den der französische Kubist Fernand Léger (1881–1955) im Jahr 1944 schuf. Zu einer Zeit also mitten im Krieg widmet er sich darin dem vergleichsweise jungen Phänomen der Freizeit und seiner Sehnsucht nach Frieden, Unbeschwertheit und Müßiggang für alle.

Abb. oben: Pierre Bonnard – Le port des yachts, Antibes, 1914, Öl auf Leinwand, 46 x 76 cm, Sammlung Würth, Inv. 18354, Erworben 2020, Foto: Archiv Würth

Nach den bleiernen Monaten der Jahre 2020/21 folgt nun, nicht zuletzt angeregt durch dieses Blatt von Fernand Léger, auch die neue Sammlungsausstellung der Kunsthalle Würth den Vergnügungen (wie Überforderungen), die die Freizeit mit sich bringt.

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Donna Stolz – Show Me a Garden that’s Burstin’ into Light, 2007, Öl auf Leinwand, 280 x 200 cm, Sammlung Würth, Inv. 11324, Erworben 2008, Foto: Volker Naumann, Schönaich

Freizeitaktivitäten, ob in Form von Sport oder von Spiel, bieten nicht nur Bewegung und Inspiration, sondern sind als Freiräume des Denkens auch wichtige Faktoren künstlerischer Kreativität.

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Tomi Ungerer – Mr. Muscle, 2004, Collage auf Papier, 27 x 39,5 cm, Sammlung Würth, Inv. 9838, Erworben 2003, Foto: Archiv Würth

Der Müßiggang jenseits festgelegter Spielregeln, Zerstreuungen in unbekümmerter Freiheit, Tagträume, das Sich-Treibenlassen, Umherschlendern, Rumhängen, Chillen oder auch Herumalbern prägen unser Freizeitverhalten und finden ihren Niederschlag in unterschiedlichsten künstlerischen Formulierungen.

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Willi Baumeister – Tennisspieler mit Zuschauern, 1931, Öl und Sand auf Leinwand, 81,5 x 63,5 cm, Sammlung Würth, Inv. 9416, Erworben 2006, Foto: Volker Naumann, Schönaich

Ist am Ende die Kunstwelt sogar der bessere Spielplatz? Auf leichtfüßigem Parcours folgt die Ausstellung klassischen Freizeit-Topoi wie Park, Schwimmbad, Badesee, Manege oder Arena bis hin zu Marina, Pferderennbahn oder Club. Sie widmet sich dem Spielen als schöpferischer Erfahrung – vom kindlichen Spiel bis zum Gesellschaftsspiel.

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Norbert Tadeusz – Karambolage, 2004, Öl auf Leinwand, 430 x 412 cm, Sammlung Würth, Inv. 14109, Foto: Atelier Norbert Tadeusz

Zeigt Puppen- und Schattentheater und findet in den öffentlichen Spielen der Antike, in denen sozial akzeptierter Wettkampf mitunter bis zum Tod führte, die Wurzeln der heutigen Spiel- und Wettkampfkultur. Sie erörtert, warum so viele Künstler von Ernst Ludwig Kirchner über Marcel Duchamp, Man Ray oder Max Ernst bis hin zu Alfred Hrdlicka und François Morellet dem stets mit einer Prise Genialität umwehten Schachspiel ähnlich leidenschaftlich zugetan waren wie dem Boxkampf. Schließlich wendet sie sich der Ars ambulandi, der Ästhetik des Zu-Fuß-Unterwegsseins zu: Sie findet im Gehen den (künstlerischen) Zugang zur Welt, den das Nichtgehen vereitelt, und bietet Besucher*innen Gelegenheit zu Partizipation und körperlicher Ertüchtigung etwa im WortSpielZeug Hans Magnus Enzensbergers oder den humorigen (Park-)Bänken von Jeppe Hein.

WANN?

Ausstellungsdaten: Montag 13 Dezember 2021 – Sonntag 26 Februar

WO?

Museum Würth
Reinhold-Würth-Straße 15
74653 Künzelsau
Deutschland

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