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Mittwoch, Februar 21, 2024

Margaret Raspé 1933-2023

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Das Haus am Waldsee gibt den Tod der Künstlerin Margaret Raspé bekannt. Margaret Raspé verstarb am 10. November 2023 im Alter von 90 Jahren.

Abb. oben: Margaret Raspé, 1987, Foto: Monika Brand

“Mit großem Bedauern haben wir erfahren, dass Margaret Raspé am 10. November 2023 im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Ihre Radikalität, ihr Scharfsinn und ihr freier Geist, den sie ihr gesamtes Leben bewahrte, haben uns an unzähligen Momenten zutiefst beeindruckt. Das Team des Haus am Waldsee ist dankbar, in direkter Nachbarschaft mit Margaret persönlich an der Retrospektive “Automatik” zusammenarbeiten zu dürfen, die Anfang 2023 eröffnete und ihr Werk einer neuen Generation vorstellte. Ihr allumfassender Ansatz, den sie für die Verbindung von Kunst und Leben einbrachte sowie ihr persönlicher Blick auf über fünfzig Schaffensjahre waren unverzichtbar für die Konzeption der Ausstellung. Lokale wie internationale Besucher*innen und Medien waren begeistert von der Ausstellung einer Künstlerin, die jahrzehntelang weitgehend unabhängig vom Kunstmarkt ein visionäres Werk geschaffen hat.

Im Juli ist die Ausstellung in den Badischen Kunstverein gewandert und Margaret hat die dortige räumliche Setzung – wenn auch aus der Ferne, so doch nicht minder intensiv – begleitet. Das Publikum war beeindruckt und viele, gerade auch jüngere Besucher*innen haben das Werk Margaret Raspés erstmals wahrgenommen und wurden von ihr inspiriert. Trotz ihrer bereits sehr angeschlagenen Gesundheit beendete Margaret das letzte Telefonat zwischen Karlsruhe und Berlin mit dem für sie so typischen Humor und dem entschiedenen Aufruf: „Weitermachen! Weitermachen!“

Zudem bleibt uns die intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit Margaret Raspé bei der digitalen Restaurierung ihres filmischen Werks in Erinnerung, das in der Deutschen Kinemathek archiviert wird. Nun sind diese technisch und thematisch innovativen Filme wieder verfügbar und haben gerade in letzter Zeit eine große Resonanz erfahren, und wir sind froh, dass die Künstlerin diese späte Würdigung noch erleben konnte.

Am 17. Dezember 2023, 16 Uhr, möchten wir im Haus am Waldsee im Rahmen eines Book-Launch die Veröffentlichung des Ausstellungskatalogs zu „Automatik“ mit einer Vielzahl neu in Auftrag gegebener Texte zelebrieren. Gleichzeitig sehen wir die Veranstaltung auch als ein Gedenken an Margarets Leben und Arbeit.

Wir sind sicher, dass das bahnbrechende Werk von Margaret Raspé noch lange nachhallen wird. Man wird sich an ihr radikal selbstreflexives Werk erinnern, das ebenso phantasievoll wie fordernd, ebenso großzügig wie anspruchsvoll ist. Die Galerie Molitor wird den Nachlass der Künstlerin in Zusammenarbeit mit ihren Töchtern vertreten und fühlt sich geehrt, ihr künstlerisches Vermächtnis zu betreuen. Eine Ausstellung von Raspés Werk, die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin konzipiert wurde, wird im Februar 2024 in der Galerie in Berlin eröffnet.

Ruhe in Frieden, liebe Margaret!

Anna Gritz und das Haus am Waldsee-Team
Marie-Christine Molitor and Camila Barshee, Galerie Molitor
Anja Casser, Yvonne Fomferra, Heidi Herzig und Hubert Distel, Badischer Kunstverein
Rainer Rother, Anke Hahn und Elisa Jochum, Deutsche Kinemathek Berlin”

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