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Freitag, Dezember 2, 2022

„Entfernte erträgliche Morde“ – Polnisch-Ukrainische Kunstausstellung im öffentlichen Raum im Zentrum Berlins | 31.08.2022-19.09.2022

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Mit ihren Arbeiten drücken die polnischen und ukrainischen Künstler:innen Solidarität und Unterstützung für die Ukraine und ukrainische Künstler in Zeiten der russischen Aggression aus. Ab dem 31. August ist das Ergebnis der Zusammenarbeit im Berliner Stadtraum zu sehen. Die vom Adam-Mickiewicz-Institut initiierte und organisierte Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit polnischen Kulturinstitutionen und Kunstgalerien und mit Unterstützung des polnischen Ministeriums für Kultur und nationales Erbe realisiert.

Abb. oben: Foto IAM

Die Ausstellung besteht aus 19 Kunstwerken – kollaborativ und in unterschiedlichen Techniken im Tandem von 18 polnischen und 19 ukrainischen Künstlern geschaffen – und
wird bis zum 19. September in Berlin präsentiert. Berliner Passant:innen, die jetzt am Alexanderplatz, rund um den Potsdamer Platz oder in der Nähe des Hackeschen-Marktes unterwegs sind, können die großformatig aufgezogene Kunst auf den Plakatwänden für jede:n zugänglich entdecken. „Mit Öl getränkt, kohleverstaubt, fossil befeuert, Freiheiten (…), beginnt der Text auf einer Zeichnung, die eine Pipeline mit roter Flüssigkeit abbildet. Andere Bilder zeigen ein Smartphone mit Fliegeralarm-App in zerlaufende Farben oder eine Fotocollage mit Bildern von Straßenblockaden – Metall, Säcke und Steine ineinander aufgehäuft. Im Dialog miteinander sind so aussagekräftige Bilder entstanden, die unter anderem unterschiedliche Reaktionen auf Gewaltgefahr, Fluchterfahrungen und den Waffenhandel, den Willen zum Freiheitskampf sowie Umwelt- und Ressourcenmanagementfragen dokumentieren.

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Foto IAM

„Wir begannen mit der Arbeit an der Ausstellung „Distant Tolerable Murder“ in den ersten Tagen der russischen Invasion in der Ukraine. Ihre Struktur geht von einem engen Austausch zwischen Künstlern aus der Ukraine und Polen aus und spiegelt ihre gemeinsamen Erfahrungen und verstärkten Gefühle der Solidarität in Kriegszeiten wider.“, erklären die Ausstellungskuratorinnen Anna Lazar und Lada Nakonechna.

Der Entstehungsprozess fand hauptsächlich online statt – die Künstler:innen aus Polen waren sich dabei bewusst, dass ihre Gesprächspartner in unmittelbarer Todesgefahr waren und sind. Die Ausstellung „Distant Tolerable Murder“ ist daher nicht nur ein künstlerisches Statement, sondern auch ein Bericht über einen bestimmten Abschnitt der
europäischen Geschichte des 21. Jahrhunderts.

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Foto: IAM

Die Direktorin des Adam-Mickiewicz-Instituts, Barbara Schabowska, betont den Wert und die Bedeutung dieser Initiative: „Da das Engagement für die Ukraine und das Interesse der westlichen Öffentlichkeit am Krieg nachzulassen scheinen, wird diese Ausstellung eine unvermeidliche Erinnerung sein, eine klares und direktes Warnsignal. Es wird uns nicht nur vor unserer eigenen Gleichgültigkeit warnen, sondern auch vor einem falschen Sicherheitsgefühl – der Krieg ist viel näher, als wir vielleicht denken.”

Im heutigen Zeitalter der Globalisierung und Popkultur wird unsere Wahrnehmung von Krieg zunehmend vereinfacht, während die Stimmen der Betroffenen in der Öffentlichkeit selten gehört werden. Dank der Ausstellung „Distant Tolerable Murder“ können die Erfahrungen ukrainischer Künstler – auch derer, die sich noch in unmittelbarer Gefahr befinden – ein breiteres Publikum erreichen. Die Bildserie stellt auch Fragen zur Zukunft

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Foto IAM

Europas in einer Zeit nach der russischen Aggression und macht dem Publikum bewusst, dass der Krieg nicht nur die Ukraine, sondern auch ihre Heimatländer betrifft.

Teilnehmende polnische und ukrainische Künstler:innen: Yana Bachynska and Piotr Pauk, Anatoliy Belov and Kacper Szalecki, Oleksandr Burlak and Marcin Polak, David Chichkan and Karol Radziszewski, Yaroslav Futymskyi and Ewa Zarzycka, Zukentiy Horobiov and Anna Konik, Alina Yakubenko and Bogdan Babenko, Alevtyna Kakhidze and Piotr Bosacki, Lesia Khomenko and Mikołaj Chylak, Olexii Kuchanskyi, Nastia Teor and Kasia Hertz, Katia Libkind and Max Skorwider, Kateryna Lysovenko and Monika Drożyńska, Daniil Nemyrovskyi, Denis Pankratov and Zuzanna Hertzberg, Valentyna Petrova and Lesia Pczołka, Nina Savenko and Ada Rączka, Anna Scherbyna and Liliana Zeic, Larisa Venediktova and Marek Wasilewski, Vova Vorotniov and Zbiok Czajkowski.

Zusammen mit dem Adam-Mickiewicz-Institut wird die Ausstellung gemeinsam organisiert vom Muzeum Sztuki in Łódź, der Arsenal-Galerie in Białystok, der Städtischen Galerie Arsenal in Poznań, der Labyrinth-Galerie in Lublin, der Städtischen Galerie Danzig, dem Internationalen Kulturzentrum in Krakau, BWA in Zielona Góra und die Staatliche Kunstgalerie in Sopot. Das Projekt wird vom Ministerium für Kultur und nationales Erbe kofinanziert.

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Foto IAM

Über das Adam-Mickiewicz-Institut
Das Adam-Mickiewicz-Institut ist eine nationale Kulturinstitution, die im Jahr 2000 gegründet wurde. Ziel des Instituts ist es, in Zusammenarbeit mit Partnern im Ausland und durch internationalen Kulturaustausch im Dialog mit dem Publikum und im Einklang mit dem Polnischen ein dauerhaftes Interesse an der polnischen Kultur auf der ganzen Welt aufzubauen Außenpolitik. Bisher hat das Institut Projekte in mehr als 70 Ländern auf 6 Kontinenten durchgeführt. Das Adam-Mickiewicz-Institut wird vom Ministerium für Kultur, nationales Erbe und Sport gefördert.

WANN?

Mittwoch 31 August Bis Montag 19 September 2022

WO?

Alexanderplatz, rund um den Potsdamer Platz und in der Nähe des Hackeschen-Marktes

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