14.4 C
Berlin
Sonntag, Mai 19, 2024

Eigenproduktion + Premieren im Mai und Juni 2024 – Schaubude Berlin

Editors’ Choice

Ab Freitag, 3. Mai 2024 steht erneut die Materialperformance Fünf Exponate vom KMZ Kollektiv auf dem Spielplan der Schaubude Berlin. Das TFIM Collective präsentiert ab Freitag, 17. Mai 2024 The Feeling is Mutual, in The Feeling is Mutual werden grundlegende emotionale Erfahrungen durch Projektionen, Materialität und Sinneseindrücke spielerisch erforscht. Auch im Kinderprogramm der Schaubude Berlin gibt es Neues zu erleben: Ab 9. Juni 2024 bringt die Schaubude Berlin ihre Eigenproduktion „Bär. Ein Zeitzeuge erzählt“ – nach der Biografie von Irene Grumach-Shirun, aufgeschrieben von Jill Levenfeld – zur Premiere.

Abb. oben: KMZ Kollektiv, Berlin, Fünf Exponate, Courtesy Schaubude Berlin © Gianmarco Bresadola

Die Mutualität der Dinge
Im Mai steht erneut die Materialperformance Fünf Exponate vom KMZ Kollektiv auf dem Spielplan der Schaubude Berlin. Die international erfolgreiche Inszenierung begibt sich in das komplexe Geflecht um Museum, Erbe, Aneignung, Rückgabe, Wissen und Glaube. Sie nimmt ihren Ausgangspunkt bei Alexander von Humboldt und seinen Reisen nach Lateinamerika. Selbst in der Rolle der Entdeckten als auch der Entdeckenden brechen drei Latinx Performer*innen den humboldtschen Blick: In Skulpturen, Pflanzen, Steinen und ihren eigenen Biografien suchen sie nach dekolonialen Gegengeschichten und kreieren aus zwei alltäglichen Produkten – Kartoffeln und Gips – ein schillerndes Gespinst aus unvermuteten Bildern und dichten Erzählungen. (3.-5.5.)
Zur immersiven Selbsterfahrung lädt Mitte Mai das TFIM Collective ein: In The Feeling is Mutual werden grundlegende emotionale Erfahrungen durch Projektionen, Materialität und Sinneseindrücke spielerisch erforscht. An der Schnittstelle von Physical und Digital – mit Sound, Performance-Installation und 3D-Medien – erschafft die hybride Performance individuelle und gemeinschaftliche Momente zwischen Zuschauenden und Künstler*innen. Die Zyklen der Natur und die Fluidität von Wasser führen in einen empathischen Zustand, der daran erinnert, dass wir nicht nur wir selbst sind. (Premiere 17.5.) Auch im Kinderprogramm der Schaubude Berlin gibt es Neues zu erleben:
Im Juni bringt die Schaubude Berlin ihre Eigenproduktion „Bär. Ein Zeitzeuge erzählt“ – nach der Biografie von Irene Grumach-Shirun, aufgeschrieben von Jill Levenfeld – zur Premiere. Ein dokumentarisches Objekttheater über das Leben eines jüdischen Kindes in der NS-Zeit, erzählt aus der Sicht eines Teddybären. Bär, genannt „Bärchen“, ist ein Teddy und über 100 Jahre alt. Seine Augen haben schon viel gesehen. Er war in sehr schönen, aber auch in sehr schlimmen Momenten dabei, zum Beispiel, als die Wände wegen der Bomben wackelten. Oder als Irenes Großmutter deportiert wurde. Bisher ist Bär diesen Erinnerungen lieber ausgewichen. Nun betritt er mit uns lange verschlossene Räume, in denen wichtige Stationen seiner Biografie mit Schattenspiel und Sound wieder lebendig werden. (Premiere 29.6.)

KMZ Kollektiv, Berlin: Fünf Exponate
(Performance und Materialtheater)

Ein Abend mit Alexander von Humboldt – super Wissenschaftler, Namensgeber des Humboldt-Forums, zweiter Entdecker Amerikas! Selbst sowohl in der Rolle der Entdeckten als auch der Entdecker*innen brechen drei Latinx Performer*innen den humboldtschen Blick. In Skulpturen, Pflanzen, Steinen und ihren eigenen Biografien suchen sie nach dekolonialen Gegengeschichten: Aus zwei Produkten – Kartoffeln und Gips – kreieren sie ein schillerndes Gespinst aus unvermuteten Bildern und dichten Erzählungen.

Die biografische Materialperformance „Fünf Exponate“ von KMZ Kollektiv ist ein Plädoyer gegen den westlichen Blick. Das lateinamerikanisch-europäische Team zeigt dekoloniale Perspektiven auf das komplexe Themengeflecht um Museen, Erbe, Aneignung, Rückgabe, Wissen und Glaube in einer postkolonialen Gegenwart und verhandelt die Möglichkeiten von Dialog und Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen globalem Süden und Norden.

TFIM Collective, Berlin: THE FEELING IS MUTUAL
(Hybride Performance)

DEEDS.NEWS - Schaubude - TFIM Collective - THE FEELING IS MUTUAL - © TFIM Collective
© TFIM Collective

»The Feeling is Mutual« ist eine hybride Performance, die grundlegende emotionale Erfahrungen durch Projektionen, Materialität und Sinneseindrücke spielerisch erforscht. An der Schnittstelle von Physical und Digital mit Sound, Performance-Installationen und 3D-Medien schafft sie individuelle und gemeinschaftliche Momente zwischen Zuschauenden (online und vor Ort) und Künstler*innen. Die Zyklen der Natur und die Fluidität von Wasser führen in einen empathischen Zustand, der daran erinnert, dass wir nicht nur wir selbst sind.

OutOfTheBox, Berlin/Hildesheim: IN SKILLS WE TRUST
(Interaktive Installation)

DEEDS.NEWS - Schaubude - OutOfTheBox - IN SKILLS WE TRUST - @ Anna-Kristina Bauer
@ Anna-Kristina Bauer

Aufstieg durch Bildung. Bildung durch Internet. – Zwei Versprechen, die viele Jahre Motoren der Leistungsgesellschaft waren. Doch während die einen digitale Dienste selbstbestimmt für den Karrieresprung nutzen, wird die Arbeit anderer zunehmend durch digitale Technologien getaktet und überwacht. »In Skills we Trust« macht basierend auf Interviews Biografien von Menschen sichtbar, die eine sogenannte »Klassenreise« vollzogen haben. Mithilfe einer eigens entwickelten Software begeben sich die Teilnehmenden in einem spielerischen Setting auf Erkundung des biografischen Materials.

OutOfTheBox entwickelt spekulative Software und gestaltet performative Erfahrungsräume an der Schnittstelle von Theater, Medienkunst und Gamedesign.
Das Projekt ist der zweite Teil der Programmreihe »Algorithms of poverty« zum Thema digitale Ungleichheit von OutOfTheBox.

Schaubude Berlin: Bär. Ein Zeitzeuge erzählt
(Ein dokumentarisches Objekttheater über das Leben eines jüdischen Kindes in der NS-Diktatur nach der Biografie von Irene Grumach Shirun, aufgeschrieben von Jill Levenfeld)

DEEDS.NEWS - Schaubude - Schaubude Berlin - Bär. Ein Zeitzeuge erzählt - © Luise Ehrenwerth
© Luise Ehrenwerth

Bär, genannt „Bärchen“, ist ein Teddy und über 100 Jahre alt. Seine Augen haben schon viel gesehen. Er war in sehr schönen, aber auch in sehr schlimmen Momenten dabei, zum Beispiel, als die Wände wegen der Bomben wackelten. Oder als Irenes Großmutter deportiert wurde. Bisher ist Bär diesen Erinnerungen lieber ausgewichen. Nun betritt er mit uns lange verschlossene Räume, in denen wichtige Stationen seiner Biografie mit Schattenspiel und Sound wieder lebendig werden. 

Kurzbiografie Irene Grumach-Shirun
Irene Grumach-Shirun wurde im März 1937 in Königsberg als Tochter eines jüdischen Vaters und einer protestantischen Mutter geboren und zog zusammen mit ihren Eltern im Mai nach Berlin. Ihr Vater folgte dem Ruf an die Hochschule für die Wissenschaften des Judentums, wo er bis zu deren Schließung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1942 lehrte. Danach wurde er als Zwangsarbeiter zur Leitung jener Bibliothek gezwungen, in der die aus jüdischem Eigentum gestohlenen und beschlagnahmten Bücher gesammelt wurden. Irene wuchs in einem jüdisch geprägten Umfeld in Berlin-Charlottenburg auf, wo die Familie in der Schlüterstraße wohnte. Hier erhielt sie von einer befreundeten Familie, die aus Deutschland floh, den Steiff-Teddybären, den sie „Bärchen“ nennen sollte und der sie bis zu ihrem Lebensende begleitete. Ihre ersten Lebensjahre waren durchzogen von der allgegenwärtigen antisemitischen Diskriminierung und zunehmend von den Folgen des Kriegs. Irene und ihre Eltern konnten den Deportationen entgehen; die Großmutter Rika Grumach, die bei der Familie wohnte, wurde 1943 hingegen von den Nazis nach Theresienstadt gebracht und dort ermordet. Diese Erfahrung und die stetige Angst um ihren Vater sollten sie nachhaltig prägen und traumatische Spuren hinterlassen. Irene war ein wissbegieriges Kind und verbrachte viel Zeit mit Büchern; eine Schule konnte sie aber erst als Achtjährige ab Sommer 1945 besuchen. Sie studierte ab 1954 Ägyptologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und wurde 1966 an der Universität Basel promoviert. 1969 wanderte sie nach Israel aus, wo sie weiterhin als Ägyptologin arbeitete bis zu ihrem Tod 2021 in Jerusalem lebte.

WANN?

Fünf Exponate:
Freitag 3. und Samstag 4. Mai 2024, um 20:00 Uhr
Sonntag, 5. Mai 2024, um 19:00 Uhr

THE FEELING IS MUTUAL:
Freitag, 17. Mai 2024, um 19:00 Uhr Premiere und um 21:00 Uhr
Samstag, 18. Mai 2024, um 19:00 und 21:00 Uhr   
Sonntag, 19. Mai 2024, um 17:00 und 19:00 Uhr

IN SKILLS WE TRUST
Donnerstag, 20. Juni 2024, um 18:00 Uhr Berlin Premiere und um 20:30 Uhr
Freitag, 21. Juni und Samstag, 22. Juni 2024, um 18:00 und 20:30 Uhr
Sonntag, 23. Juni 2024, um 17:00 und 19:30 Uhr

Bär. Ein Zeitzeuge erzählt
Donnertag 27. Juni und Freitag, 28. Juni 2024, um 10:00 Uhr
Samstag, 29. Juni 2024, um 18:00 Uhr Premiere
Weitere Vorstellungen:
Freitag, 13. September 2024, um 10:00 Uhr
Samstag, 14. September, um 18:00 Uhr mit Tastführung und Audiodeskription

WO?

Schaubude Berlin
Greifswalder Straße 81-84
10405 Berlin 

KOSTET?

Fünf Exponate, THE FEELING IS MUTUAL und IN SKILLS WE TRUST:
Regulär: 16,50 €
Ermäßigt: 11,50 €

Bär. Ein Zeitzeuge erzählt
Regulär: 10 €
Ermäßigt 9 €
Kind: 7 €
Gruppe mit JKS-Schei: 5 €
Gruppe ohne JKS-Schein: 5,50 €

- Advertisement -spot_img

IHRE MEINUNG | YOUR OPINION

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

+++++++++ O P E N C A L L 2024 +++++++++

spot_img
- Advertisement -spot_img

Latest article