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Mittwoch, Februar 21, 2024

Kunst gegen die Gewöhnung an den Ausnahmezustand des Krieges. Städtische Galerie Wolfsburg zeigt Fabian Knecht | 26.08.2023-14.01.2024 – verlängert bis 01.06.2024

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Die Städtische Galerie Wolfsburg zeigt vom 26. August 2023 bis 2. Juni 2024 (in Verlängerung) die umfangreiche Einzelausstellung “Der Weg des größten Widerstandes” mit neuen Werken von Fabian Knecht. Die Arbeit und das Handeln des Berliner Künstlers werden aktuell vom Krieg in der Ukraine bestimmt. In der Präsentation in Wolfsburg verhandelt er das Thema eindringlich mit den Medien Installation, Malerei, Video und Performance.

Abb. oben: Lachen ist Verdächtig, Fabian Knecht, 2023; Foto Henning Rogge, Tom Reichstein Contemporary, Hamburg

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 ist Knecht Teil des ukrainischen Widerstandes und als freiwilliger Helfer etliche Male in die Ukraine gereist. Seine Reisen brachten ihn u. a. direkt an die Front nach Charkiw, Isjum, Kiew, Tschernihiw und Odessa. Die Erfahrungen des Krieges, die während seines humanitären Engagements entstanden sind, hinterließen Spuren in Knechts künstlerischer Praxis, zusammengefasst in seiner Werkserie Der Weg des größten Widerstandes. „Neben dem sozialen Engagement ist die Kunst für mich die einzige sinnvolle Aktion, um mit den gemachten Erfahrungen umzugehen.“ sagt er. Knecht versteht die entstandenen Werke als soziale Plastiken, die wiederum dabei helfen, humanitäre Projekte zu finanzieren.

DEEDS NEWS - Courtesy of Stadtische Galerie Wolfburg - Der Tod lässt sich nicht auswaschen, Fabian Knecht, 2022; Foto Studio Fabian Knecht, alexander levy Berlin
Der Tod lässt sich nicht auswaschen, Fabian Knecht, 2022; Foto Studio Fabian Knecht, alexander levy Berlin

Mit raumgreifenden Installationen im Innen- und Außenraum – er plant einen Explosionskrater aus Izjum in den Park von Schloss Wolfsburg zu übertragen – erzeugt Knecht eindringliche Bilder. Er überschreitet Konventionen und Grenzen, um die Umwälzungen im visuellen Gedächtnis zu verankern und stellt sich gegen eine Gewöhnung des Ausnahmezustandes.

Hauptinstallation im Innenraum werden etliche bunte handgeknüpfte Tarnnetze. Bei seinen Fahrten in die Ukraine tauscht er diese regelmäßig gegen professionelle Tarnnetze und überträgt sie in die Kunst. Der inhaltliche Kontrast der Netze, die in emotionaler Handarbeit erstellt wurden, und Schutz vor den hochtechnisierten Kriegsgerätschaften bieten sollen, ist mit ästhetischer Spannung aufgeladen.

Die unglaubliche Situation des Krieges demonstriert auch ein großes, in schwarze Farbe getauchtes Gemälde von 5 x 3 m. Hierbei schüttet Knecht Malerei-Leinöl in ausgebrannte Panzer und verbranntes Kriegsmaterial. Danach taucht er die Leinwände in diese Panzer-Asche, welche als Pigmente und Farbe an den Leinwänden haften bleiben. Knecht sieht es als eine Batik-Technik, die gemeinhin der Hippie- und Peace-Kultur zugeordnet wird.

Weitergehend werden Videoarbeiten und eine zweimonatige Performance Teil der Ausstellung sein.

Fabian Knecht wurde 1980 in Magdeburg geboren, er studierte an der Universität der Künste Berlin und war Meisterschüler bei Olafur Eliasson. In seiner künstlerischen Praxis verändert Fabian Knecht Wahrnehmungs- und Handlungsmuster, reflektiert Kunstbegriffe und Machtstrukturen und stellt soziale Verhältnisse und Normen durch Gegenbilder infrage.

DEEDS NEWS - Courtesy of Stadtische Galerie Wolfsburg - Credits. Fabian Knecht
Credits. Fabian Knecht

WO?

Städtische Galerie Wolfsburg
Schloßstraße 8
38448 Wolfsburg

WANN?

Eröffnung: Freitag, 25. August 2023

Ausstellungstermine: Samstag, 26. August 2023 – Sonntag, 14. Januar 2024, verlängert bis 2. Juni 2024!

Öffnungszeiten:

Mo geschlossen
Di 13-20 Uhr
Mi-Fr 10-17 Uhr
Sa 13-18 Uhr
So 11-18 Uhr

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