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Mittwoch, August 17, 2022

Abgesagt! Räume mit Aussicht. Festival transatlantischer Perspektiven der Fellows von Villa Aurora & Thomas Mann House in Berlin | 09.09.–11.09.2022

Editors’ Choice

Nachtrag: Am 29.07.2022 wurde uns mitgeteilt, dass die Veranstaltung aufgrund des Sparhaushaltes beim Bund leider abgesagt werden musste. Villa Aurora & Thomas Mann House trifft damit nach eigener Aussage dasselbe Schicksal wie das Goethe Institut und den DAAD.

Der Villa Aurora & Thomas Mann House (VATMH) präsentieren “Räume mit Aussicht. Festival transatlantischer Perspektiven” vom 9. September bis zum 11. September 2022 im Silent Green Kulturquartier (Berlin-Wedding) mit einem interdisziplinären Programm aus Musik, Film, Bildender Kunst und Literatur sowie einer Podiumsdiskussion.

Abb. oben: Thomas Mann House, Foto: VATMH / Mike Kelley

Bernhard Pörksen ist eine von mehr als 20 herausragenden Persönlichkeiten aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Musik, Film, Publizistik und Wissenschaft, die im vergangenen Jahr mehrmonatige Aufenthalte in der Künstler-residenz Villa Aurora und im Debattenzentrum Thomas Mann House in Los Angeles verbracht haben. Den Stipendiat:innen wurden dort Räume eröffnet für Begegnungen und einen vielfältigen fruchtbaren Austausch mit Kalifornien und den USA. Zurück über den Atlantik haben sie neue Kunst sowie frische Perspektiven und Impulse für aktuelle gesellschaftliche, kulturelle und politische Diskurse mitgebracht.

„Kalifornien erscheint mir als einzigartiges Verdichtungsphänomen, als Ort dramatischer Gleichzeitigkeiten: bittere Armut in den Zeltsiedlungen der Obdachlosen und obszöner Reichtum hinter den hohen Hecken, vibrierende Kreativität und esoterischer Wahn, surreale Schönheit und tosende, alles zerstörende Feuer, die davon künden, dass die Klimakatastrophe längst da ist.“

BERNHARD PÖRKSEN, THOMAS MANN FELLOW

In einem dreitägigen interdisziplinären Programm aus Musik, Film, Bildender Kunst und Literatur sowie einer prominent besetzten Podiumsdiskussion wird dieser Austausch und die neu gewonnenen Erfahrungen im September 2022 nun für ein breites Publikum in Berlin zugänglich.

MIT Mohamed Amjahid (Journalist und Autor), Fatma Aydemir (Autorin), Ulu Braun (Filmemacher), Nadine Fecht (Bildende Künstlerin), Marc Fromm (Bildender Künstler), Rainer Forst (Philosoph und Politikwissenschaftler), Anna Sofie Hartmann (Filmemacherin), Doris Kleilein (Architektin und Autorin), Labour Farahnaz Hatam & Colin Hacklander (Musiker:innen), Claus Leggewie (Soziologe), Friedhelm Marx (Literaturwissenschaftler), Birte Meier (investigative Journalistin), Friederike Meyer (Architekturjournalistin und Autorin), Christoph Möllers (Rechtswissenschaftler), Heike Paul (Amerikanistin und Kulturwissenschaftlerin), Bernhard Pörksen (Medienwissenschaftler), Robin Stretz (Bildender Künstler), Isabelle Stever (Filmemacherin), Sarah Szczesny (Bildende Künstlerin) und Michael Zürn (Politikwissenschaftler).

Zur Geschichte der Residenzprogramme
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. fördert als unabhängiger und parteipolitisch ungebundener Mittler der Bundesrepublik Deutschland den geistigen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika. Der gemeinnützige Verein vergibt Stipendien in den beiden Residenzen Villa Aurora und Thomas Mann House in Pacific Palisades, einem Stadtteil von Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien, und veranstaltet Kulturprogramme in den Vereinigten Staaten und in Deutschland. Er hält die Erinnerung an die europäische Exilgeschichte in Kalifornien wach, vermittelt ein zeitgemäßes, vielfältiges Deutschlandbild und ermöglicht ein gemeinsames Nachdenken über gesellschaftliche, kulturelle und politische Herausforderungen.

Die Villa Aurora im ehemaligen Exildomizil des deutsch-jüdischen Schriftstellers Lion Feuchtwanger hat im vergangenen Jahr ihr 25-jähriges Bestehen als Residenz für jährlich bis zu 20 in Deutschland lebende Künstler:innen gefeiert. Mehr als 450 Künstler:innen setzten dort seit ihrer Gründung künstlerische Projekte in den Sparten Literatur, Film, Bildende Kunst und Komposition um.

Das noch junge Thomas Mann House wurde 2018 von der Bunderegierung als Residenz eröffnet, mit dem Ziel, einen lebendigen transatlantischen Debattenort zu schaffen, an dem herausragende Persönlichkeiten im Austausch untereinander und mit dem Gastland grundlegenden politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Gegenwarts- und Zukunftsfragen nachgehen.

DEEDS NEWS - courtesy of VATMH - Villa Aurora - Foto VATMH Mirko Lux
Villa Aurora, Foto: VATMH / Mirko Lux

PROGRAMM

Räume mit Aussicht – Die Ausstellung
Freitag, 9. September bis Sonntag, 11. September. Fr + Sa: 13 bis 19 Uhr und So: 10 bis 16 Uhr – Betonhalle Silent Green
Die von Hendrike Nagel kuratierte Ausstellung mit Installationen, Video- und Audioarbeiten sowie Fotografien der Villa Aurora-Alumni Ulu Braun, Nadine Fecht, Marc Fromm, Anna Sofie Hartmann, Robin Stretz und Sarah Szczesny berichtet von Los Angeles als verheißenem und verbranntem Land, als „Sugardaddy und Saltmama“ (Ulu Braun), als Traumwelt und Albtraum.

Räume mit Aussicht–Der Talk
Freitag, 9. September, 19 bis 21 Uhr – Betonhalle Silent Green
In dieser Talkrunde kommen die Thomas Mann Fellows des Jahres 2021 ins Gespräch: Es wird um die Polarisierung der Gesellschaften, die Bedrohung der Demokratie, die Repräsentation von BIPOC in US-amerikanischen Serien, das globale Melodrama, den Gender Pay Gap und viele weitere Themen gehen. Die große von Shelly Kupferberg und einem weiteren Moderator geleitete Talkrunde wird aber auch einen Blick hinter die Kulissen des Thomas Mann House wagen und zeigen, wie das ist, für mehrere Monate in einer Debatten-Wohngemeinschaft in der gleichen Nachbarschaft mit Steven Spielberg, Goldie Hawn und anderen Hollywood-Bekanntheiten zu leben. Mit den Thomas Mann Fellows Mohamed Amjahid (Journalist und Autor), Rainer Forst (Philosoph und Politikwissenschaftler), Doris Kleilein (Architektin und Autorin), Claus Leggewie (Soziologe), Friedhelm Marx (Literaturwissenschaftler), Birte Meier (investigative Journalistin), Friederike Meyer (Architekturjournalistin und Autorin), Christoph Möllers (Rechtswissenschaftler), Heike Paul (Amerikanistin und Kulturwissenschaftlerin), Bernhard Pörksen (Medienwissenschaftler) und Michael Zürn (Politikwissenschaftler). Moderation: Shelly Kupferberg & N.N.

Grand Jeté (D, 2022)
Samstag, 10. September, 16 Uhr – Betonhalle Silent Green
Filmvorführung und Gespräch mit der Regisseurin und Villa Aurora-Alumna Isabelle Stever. Moderation: Jenni Zylka, Sektionsleiterin Perspektive Deutsches Kino bei der Berlinale. Als junge Frau hat Nadja mit Mario einen Sohn zur Welt gebracht. Um in ihrer Karriere als Balletttänzerin nicht unterbrochen zu werden, gab sie ihn bei ihrer Mutter ab. Obwohl Nadja nicht dazu fähig war, mütterliche Gefühle für ihr Kind zu entwickeln, steht sie eines Tages vor Marios Tür. Er hat sie lange Zeit nicht gesehen. Ähnlich wie Nadja damals beim Tanzen, stählt Mario seinen Körper täglich im Fitnessstudio. Aus dem Interesse wird bald Begehren nach ihrem Sohn und dessen trainierten Körper. Nadja und Mario beginnen sich einander körperlich immer stärker anzunähern. „Isabelle Stevers Leibesbetrachtungen bekommt man so schnell nicht aus dem Kopf. Ihr anstößiges Porträt einer Mutter-Sohn-Affäre ist ein Skandal, weil es gerade nichts skandalisiert, nichts erklärt oder diskutiert, sondern nur darstellt. Und wie intensiv das gelingt! Mit einem virtuosen Spiel mit Licht, Unschärfe, Nahaufnahmen, entfesselter Kamera, teils kaum zu ertragender Körperlichkeit. Stever ist eine Meisterin haptischer Kinobilder.“ ARTECHOCK.DE

Dschinns (2022)
Samstag, 10. September, 19 Uhr – Betonhalle Silent Green
Lesung und Gespräch von und mit der Autorin und Villa Aurora-Alumna Fatma Aydemir. Moderation: Miryam Schellbach Dreißig Jahre hat Hüseyin in Deutschland gearbeitet, nun erfüllt er sich endlich seinen Traum: eine Eigentumswohnung in Istanbul. Nur um am Tag des Einzugs an einem Herzinfarkt zu sterben. Zur Beerdigung reist ihm seine Familie aus Deutschland nach. Fatma Aydemirs großer Gesellschaftsroman erzählt von sechs grundverschiedenen Menschen, die zufällig miteinander verwandt sind. Alle haben sie ihr eigenes Gepäck dabei: Geheimnisse, Wünsche, Wunden. Was sie jedoch vereint: das Gefühl, dass sie in Hüseyins Wohnung jemand beobachtet. Voller Wucht und Schönheit fragt „Dschinns“ nach dem Gebilde Familie. Fatma Aydemir wurde 1986 in Karlsruhe geboren. Sie lebt in Berlin und ist Kolumnistin und Redakteurin bei der taz. Bei Hanser erschien 2017 ihr Debütroman „Ellbogen“, für den sie mehrfach ausgezeichnet wurde. 2019 gab sie gemeinsam mit Hengameh Yaghoobifarah die Anthologie „Eure Heimat ist unser Albtraum“ heraus.

Labour
Samstag, 10. September, 19 Uhr – Betonhalle Silent Green
Konzert von Labour (Farahnaz Hatam und Colin Hacklander). Für Farahnaz Hatam und Colin Hacklander alias Labour sind kreativer Ausdruck und philosophische Untersuchung untrennbar miteinander verbunden. Ihre Kompositionen und Performances stellen das transformierende Potenzial von Sound in den Mittelpunkt. Die ausgebildete Molekularbiologin Farahnaz Hatam arbeitet hauptsächlich mit SuperCollider, einer Programmierumgebung für algorithmische Komposition. Colin Hacklander ist Perkussionist, Schlagzeuger und Komponist mit einem Hintergrund in post-tonaler Theorie und elektronischer Musik. Gemeinsam komponieren LABOUR ambitionierte und andächtig-experimentelle Hörwerke, die aktives Zuhören voraussetzen und zugleich eine sinnliche Bewusstseinssteigerung herbeiführen. In der exklusiv für VATMH entwickelten Konzert-Performance reagieren sie auf die Situation in der Betonhalle des Silent Green und die Ausstellung der Arbeiten der anderen Alumni und schöpfen dabei aus den Erfahrungen ihres Aufenthaltes in der Villa Aurora.

Filmvorführung
Sonntag, 11. September, 11 Uhr – Betonhalle Silent Green
Filmvorführung und Gespräch mit der Regisseurin und Villa Aurora-Alumna Anna Sofie Hartman. Moderation: N.N..

WANN?

Freitag, 9. September bis Sonntag, 11. September

leider abgesagt

WO?

Villa Aurora & Thomas Mann House (VATMH)
Silent Green Kulturquartier
Gerichtstraße 35
13347 Berlin-Wedding

KOSTET?

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei

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