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Mittwoch, Dezember 7, 2022

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin feiert 25. Jubiläum mit zwei Ausstellungen

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Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens zeigt der Hamburger Bahnhof ab Sonntag, 28. November 2021 zwei große Ausstellungsprojekte: Die beiden Schauen „Church for Sale. Werke aus der Sammlung Haubrok und der Sammlung der Nationalgalerie“ und „Nation, Narration, Narcosis: Collecting Entanglements and Embodied Histories“ thematisieren den Sammlungsauftrag des Museums für Gegenwart. Der ehemalige Endbahnhof der Bahnstrecke Hamburg-Berlin eröffnete 1996 als weiteres Haus der Nationalgalerie für die Kunst nach 1960. Mit dem Jubiläum wird ab Donnerstag, 2. Dezember 2021 zudem der monatliche, eintrittsfreie Donnerstagnachmittag im Rahmen von Volkswagen Art4All fortgesetzt.

Abbildung oben: Hamburger Bahnhof, ca. 2015, Foto Maximilian Meisse

Gabriele Knapstein, Leiterin des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sagt anlässlich des Jubiläums: „Zum Auftrag des Museums für Gegenwart im Hamburger Bahnhof gehört die stetige Ergänzung und Erforschung der Sammlung der Nationalgalerie im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Dafür bauen wir auch langfristige Allianzen mit anderen Museen und öffentlichen wie privaten Sammlungen auf. In der Zusammenarbeit mit internationalen Kolleg*innen gilt es, gemeinsam pluralistische Perspektiven in der Erforschung der jeweiligen Bestände zu entwickeln. Um auch in Zukunft neben attraktiven Sonderausstellungen seinem Sammlungsauftrag nachkommen zu können, benötigt der Hamburger Bahnhof aktuell vor allem eine gesicherte bauliche Perspektive sowie einen Sanierungsplan.“

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Edgar Arceneaux, Church for Sale, 2013, 28 x 35,6 cm, Sammlung Haubrok © Edgar Arceneaux

Church for Sale. Werke aus der Sammlung Haubrok und der Sammlung der Nationalgalerie

28. November 2021 – 19. Juni 2022

Zu seinem 25. Jubiläum zeigt der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin in der Historischen Halle des Museums bedeutende Werke aus der Sammlung Haubrok und aus der Sammlung der Nationalgalerie. Die in der Ausstellung vertretenen Künstler:innen begreifen Kunst als politische Tätigkeit, die sich gegen allgegenwärtige Gewalt und Aggression, gegen Ausgrenzung und mangelnden Schutz von lebensrelevanten Gemeingütern richtet. In ihren Werken thematisieren sie die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz in ihrer sozialen und kulturellen Umgebung und untersuchen Machtstrukturen im privaten und öffentlichen Raum. Die Schau umfasst Skulpturen, Fotografien, Grafiken, Wand- und Videoarbeiten von Edgar Arceneaux, Siah Armajani, Christoph Büchel, Tom Burr, Claire Fontaine, Jenny Holzer, Alfredo Jaar, Emily Jacir, Carolyn Lazard, Park McArthur, Rodney McMillian, Bruce Nauman, Cady Noland, Ruben Ochoa, Santiago Sierra und Kara Walker. Die Ausstellung führt die seit 2009 bestehende Kooperation mit der Haubrok Foundation
fort.

Kuratiert von Gabriele Knapstein; Assistenzkuratorin: Franziska Lietzmann

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Siah Armajani, Glass Front Porch for Walter Benjamin, 2001, Glas, Plexiglas, Edelstahl, eloxiertes Aluminium, 326 x 388 x 543 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 2014 Schenkung des Künstlers an die Freunde der Nationalgalerie © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns © The Estate of Siah Armajani and Rossi & Rossi

Nation, Narration, Narcosis
Collecting Entanglements and Embodied Histories

28. November 2021 – 3. Juli 2022

„Nation, Narration, Narcosis: Collecting Entanglements and Embodied Histories“ im Hamburger Bahnhof widmet sich dem Verhältnis von Kunst zu politischen Protesten, historischen Traumata und gesellschaftlichen Narrativen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die gezeigten Werke setzen sich mit den Auswirkungen von Nationenbildung, Kolonialismus oder dem Anthropozän auf Gemeinschaften, ihre Erzählungen und die Ökologie unseres Planeten auseinander. Ausgehend von Joseph Beuys’ Konzept der sozialen Plastik konfrontiert die Ausstellung den im Namen „Nationalgalerie“ enthaltenen Begriff der Nation mit alternativen Konzepten von Verbundenheit, Solidarität und Individualität. „Nation, Narration, Narcosis“ bringt Kunstwerke und Dokumente aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin mit Leihgaben unter anderem aus Chiang Mai (Thailand), Jakarta (Indonesien) und Singapur in Dialog. Zu sehen sind Werke von über 50 Künstler:innen wie Amanda Heng, Apichatpong Weerasethakul, Arahmaiani, Ho Tzu Nyen, Käthe Kollwitz, Kawita Vatanajyankur, Marina Abramović, Melati Suryodarmo, Tita Salina, Willem de Rooij und anderen.

Kuratiert von Anna-Catharina Gebbers mit Grace Samboh, Gridthiya Gaweewong und June Yap; Assistenzkuratorin: Charlotte Knaup; GoetheInstitut Fellow: Rosalia Namsai Engchuan

„Collecting Entanglements and Embodied Histories“ ist ein seit 2017 durch das Goethe-Institut initiierter und geförderter Recherche-Dialog der beteiligten Kuratorinnen und der von ihnen ausgewählten Sammlungen der Galeri Nasional Indonesia, des MAIIAM Contemporary Art Museum, der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und dem Singapore Art Museum. Der Hamburger Bahnhof will im Sinne von „Shared Collections“ den Austausch der beteiligten Kuratorinnen und Institutionen auch in Zukunft fortführen.

Volkswagen Art4All

Mit dem Jubiläum wird ab Donnerstag, 2. Dezember 2021 zudem der monatliche, eintrittsfreie Donnerstag (1. Donnerstag im Monat von 16 bis 20 Uhr) im Rahmen von Volkswagen Art4All fortgesetzt. Ab dem 16. Dezember wird das Format erstmals in der Neuen Nationalgalerie eingeführt werden und künftig an jedem 3. Donnerstag eines Monats (16 bis 20 Uhr) stattfinden können.

Der Hamburger Bahnhof wird 25

Am 1. November 1996 wurde der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin als weiteres Haus der Nationalgalerie für die Kunst nach 1960 eröffnet. Im Jahr 2004 konnte das Museum mit den sogenannten Rieckhallen seine Ausstellungsflächen nahezu verdoppeln, um neben der Präsentation von Sonderausstellungen auch die umfangreichen Bestände der Nationalgalerie sowie privater Sammlungen wie der Sammlung Marx, der Sammlung Marzona, der Haubrok Foundation und der Friedrich Christian Flick Collection zu zeigen. Als Endbahnhof der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wurde der Bau im Dezember 1846 in Betrieb genommen und ist heute als einziges historisches Bahnhofsgebäude jener Zeit in der Stadt erhalten. Das Ensemble mit dem von Josef Paul Kleihues umgebauten historischen Gebäude und den von Kuehn Malvezzi sanierten Speditionshallen gilt als einzigartiger Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst in Berlin. Angesichts der im Jahr 2020 noch unsicheren Zukunft der Rieckhallen verlängerte der Sammler Friedrich Christian Flick die seit 2004 bestehende Kooperation mit der Nationalgalerie nicht. Die noch bis zum 28. November 2021 laufende Ausstellung „Scratching the Surface“ ist die letzte Präsentation, die auf die Leihgaben der Friedrich Christian Flick Collection zurückgreifen kann, während die umfangreichen Schenkungen von Friedrich Christian Flick an die Nationalgalerie auch nach dem Ende des Leihvertrags am Haus verbleiben und die Sammlung nachhaltig bereichern. Im September 2021 verständigte sich das Land Berlin mit der CA Immo in einem Memorandum of understanding auf den Erwerb der Rieckhallen im Rahmen eines wertgleichen Grundstückstausches.

WO?

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin

WANN?

Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr

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