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Mittwoch, Februar 21, 2024

Haus der Kulturen der Welt – Internationaler Literaturpreis 2023

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Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) gibt die siebenköpfige Jury des Internationalen Literaturpreises für 2023 bekannt. 78 Verlage haben 151 Bücher eingereicht, die aus 31 Sprachen ins Deutsche übersetzt worden sind. Erstmals konnte auch Lyrik eingereicht werden.

Abb. oben: V.l.n.r.: Juliane Liebert | Foto: Erman Aksoy, Ronya Othmann | Foto: Beliban Stolberg, Ibou Coulibaly Diop | Foto: Thabo Thindi, Ricardo Domeneck | Foto: Jonas Lindstroem, Deniz Utlu | Foto: Suhrkamp Verlag, Asal Dardan | Foto: Sarah Berger, Khuê Phạm | Foto: Alena Schmick

Zum fünfzehnten Mal verleihen das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen den Internationalen Literaturpreis. Dotiert mit 35.000 Euro – 20.000 Euro für Autor*in, 15.000 Euro für Übersetzer*in – zeichnet er ein herausragendes Werk der internationalen Gegenwartsliteratur in deutscher Erstübersetzung aus. Er würdigt in dieser Allianz sowohl Originalwerk als auch Übersetzung. Der doppelte Fokus macht ihn in der deutschen Preislandschaft einzigartig. Aufbauend auf dem Erbe des Preises, das Verständnis für heterogene Formen des Geschichtenerzählens zu erweitern, können seit diesem Jahr auch deutsche Erstübersetzungen internationaler Lyrik eingereicht werden.

Die Jury

Ibou Coulibaly Diop (1979, Segatta) ist Literaturwissenschaftler, Kurator und Dozent. Er ist Jurymitglied von Resonanzen – Schwarzes Literaturfestival, kuratiert von Sharon Dodua Otoo, und veröffentlicht regelmäßig zur Literatur der Transkulturalität und zur Bedeutung der afrikanischen Literatur in der Welt von morgen. Für den Berliner Senat erarbeitet er ein Erinnerungskonzept Kolonialismus, für die Stiftung Stadtmuseum Berlin ist er in der Kompetenzstelle Dekolonisierung tätig. Diop lebt und arbeitet in Berlin.

Asal Dardan (1978, Teheran) ist Autorin und Publizistin. Für ihren Text Neue Jahre wurde sie 2020 mit dem Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Ihr Essayband Betrachtungen einer Barbarin wurde 2021 für den Deutschen Sachbuchpreis und 2022 für den Clemens-Brentano-Preis nominiert. Als freie Autorin schreibt sie mit Fokus auf gesellschaftspolitische Themen u. a. für Zeit Online und Die Presse. Dardan lebt und arbeitet in Berlin und auf der schwedischen Insel Öland.

Ricardo Domeneck (1977, São Paulo) ist Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber der literarischen Zeitschrift Peixe-boi. Er veröffentlichte bislang neun Gedichtbände und zwei Bände mit Kurzgeschichten in Brasilien. Mit einer Verbindung aus Lesung und Performance war er im Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, zu Gast. Seine zweisprachige Gedichtsammlung Körper: ein Handbuch (2013) erschien im Verlagshaus Berlin. Domeneck lebt und arbeitet in Berlin.

Juliane Liebert (1989, Halle an der Saale) ist freie Autorin und Journalistin, unter anderem für den Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Sie schreibt Prosa und Lyrik, war Dozentin für Lyrik an der Universität für angewandte Kunst, Wien, und veröffentlichte mehrere Bücher, darunter lieder an das große nichts (2021), Hurensöhne! Über die Schönheit und Notwendigkeit des Schimpfens (2020), Scheiß auf das Weltall (2017) und Der Körper ist ein billiger Koffer (2016). Liebert lebt und arbeitet in Berlin.

Ronya Othmann (1993, München) ist Autorin und Journalistin. Für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt sie eine Kolumne über Innen- und Außenpolitik, Islamismus und Diktaturen. Zuletzt erschien ihr Gedichtband die verbrechen (2021), für den sie den Orphil-Debütpreis und Horst-Bienek-Förderpreis erhielt, und der Roman Die Sommer (2020), für den sie mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde. Sie ist Mitglied im Board des neugegründeten PEN Berlin.

Khuê Phạm (1982, Berlin) ist Journalistin und Schriftstellerin. Für ihre journalistische Arbeit wurde die Zeit-Redakteurin mit dem Deutschen Reporter:innenpreis ausgezeichnet und für den Egon-Erwin-Kisch-Preis nominiert. Ihr Debütroman Wo auch immer ihr seid (2021) ist eine literarische Annäherung an die eigene Familie. Mit Alice Bota und Özlem Topçu veröffentlichte sie Wir neuen Deutschen (2012), das von Einwander*innenkindern und ihrem Platz in Deutschland handelt. Phạm lebt und arbeitet in Berlin.

Deniz Utlu (1983, Hannover) ist Schriftsteller und Essayist. Für einen Auszug aus dem Roman Vaters Meer (erscheint 2023) erhielt er den Alfred-Döblin-Preis. 2019 erschien der Roman Gegen Morgen. Sein Roman Die Ungehaltenen (2014) wurde im Maxim Gorki Theater für die Bühne adaptiert. Utlu forscht am Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin zu internationaler Menschenrechtspolitik. Er lehrt literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig sowie am Institut für Sprachkunst, Wien. Utlu lebt und arbeitet in Berlin.

Einreichungen

78 Verlage haben 151 Bücher eingereicht, die aus 31 Sprachen ins Deutsche übersetzt worden sind, darunter 11 Lyrik-Titel. Verlage, die internationale Literatur in deutscher Übersetzung publizieren, hatten bis zum 31. März Zeit, bis zu drei Titel vorzuschlagen. Erstmals konnten auch lyrische Texte und Ihre Übersetzung ins Deutsche eingereicht werden. Aus den Einreichungen wird die Jury zunächst eine Shortlist aus sechs Titeln und in einem zweiten Schritt das Preisträgerinnen-Duo aus Autorin und Übersetzer*in ermitteln.

Partner

Der Internationale Literaturpreis wird verliehen vom Haus der Kulturen der Welt und der Stiftung Elementarteilchen (Hamburg).

Die Stiftung Elementarteilchen wurde 2007 von Jan Szlovak (Vorstandsvorsitzender) gegründet. Sie unterstützt als Förderstiftung gemeinnützige Organisationen und Projekte im Klima- und Umweltschutz, im Kampf gegen die Mädchenbeschneidung, die Landminenräumung sowie insbesondere im Raum Hamburg weitere gemeinnützige Organisationen aus verschiedenen Bereichen. Gemeinsam mit dem HKW hat sie 2009 den Internationalen Literaturpreis entwickelt, der – getragen vom gemeinsamen Interesse an der Förderung internationaler Literaturen und ihrer Übersetzungen – seither mit ihrer maßgeblichen finanziellen Unterstützung jährlich verliehen wird.

Informationen zum Besuch

Aufgrund von Renovierungs- und Wartungsarbeiten ist das HKW bis Ende Mai 2023 geschlossen. Wiedereröffnet wird das Haus vom 2. bis 4. Juni 2023 mit einem Eröffnungswochenende und der Eröffnung des groß angelegten Gruppenausstellungsprojekts O Quilombismo: Von Widerstand und Beharren. Von Flucht als Angriff. Von alternativen demokratisch-egalitären politischen Philosophien.

Das Restaurant Weltwirtschaft ist täglich geöffnet. Unter der Woche von 12 bis 24 Uhr und am Wochenende von 10 bis 24 Uhr. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Weltwirtschaft.

WO?

Haus der Kulturen der Welt (HKW)
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin-Tiergarten

WANN?

Bekanntgabe der Shortlist: mitte August 2023

Preisverleihung auf der Dachterrasse des HKW: Samstag, 9. September 2023

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