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Freitag, Dezember 2, 2022

Neue Nationalgalerie präsentiert Performance Huddle von Simone Forti | 14.09.–18.09.2022

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Die Neue Nationalgalerie zeigt anlässlich der Berlin Art Week vom 14. bis 18. September in der oberen Halle „Huddle“, eine aus dem Jahr 1961 stammende Performance der US-Künstlerin und -Choreografin Simone Forti. Die 15-minütige ebenso skulpturale wie konzeptionelle Performance findet von jeweils 10 bis 18 Uhr zur vollen Stunde statt. „Huddle“ ist Teil der bahnbrechenden Serie „Dance Constructions“, die Forti Anfang der 1960er-Jahre begann und die in Yoko Onos Loft in Manhatten uraufgeführt wurden. „Huddle“ gilt als entscheidendes Werk in der Entwicklung der Konzeptkunst und Performance und kommt als Leihgabe aus der Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art in die Neue Nationalgalerie.

Abb. oben: Simone Forti. Huddle. 1961. Performance. 10 min. The Museum of Modern Art, New York. Committee on Media and Performance Art Funds. © 2019 The Museum of Modern Art, New York (Performance at Fondazione ICA Milano)

Die Performances von Simone Forti beruhen auf dem Bedürfnis, das eigene körperliche Unbehagen zu nutzen. Bei ihren Tanzkonstruktionen handelt es sich zunächst um knappe textliche Anleitungen. Die gleichbleibenden Stücke sollen sich nicht entwickeln, sondern eigenständig im Raum platziert werden und wie Skulpturen erfahrbar sein. Bei der Tanzkonstruktion „Huddle“ klettern die Teilnehmenden zu einer Struktur, die sich aus ihren eigenen Körpern bildet. In konstanter, aber nicht eilender Bewegung lösen sich aus einer eng beieinanderstehenden Gruppe von ca. 10 Teilnehmenden jeweils eine oder zufällig auch zwei Personen heraus, klettern an den Körpern der anderen empor und wieder zurück in die Menge, von wo sofort anschließend eine weitere Gestalt sich löst und nach oben klettert. Wie eine Kugel aus Körpern erschließt sich „Huddle“ so allmählich die Mies’sche Halle.

Simone Forti (geboren 1935 in Florenz) ist eine US-amerikanische Künstlerin und Choreografin des modernen Tanzes sowie expressionistische Malerin. Forti floh 1938 als Kind einer jüdischen Familie aus Italien über die Schweiz nach Los Angeles, wo sie später vier Jahre bei der Choreographin Anna Halprin studierte und seither den größten Teil ihres Lebens verbrachte. Während der Entstehung von Performancekunst, prozessbasierter Arbeit und Minimal Art schloss sie sich der experimentellen Downtown-Kunstszene in New York an und verbrachte Ende der 1960er-Jahre eine fruchtbare Zeit in Rom, wo sie die Räume von L’Attico zum Lernen und Aufführen nutzte. Ihr Werk gilt als Vorläufer des Judson Dance Theatre der frühen 1960er-Jahre – eine Gruppe von Künstler*innen, die mit Tanz experimentieren, darunter Trisha Brown, Robert Morris, Steve Paxton und Yvonne Rainer – und der Minimal Art. Forti bezeichnet sich selbst als „Bewegungskünstlerin“. Zu Fortis jüngsten Einzelausstellungen gehören Centro Pecci, Prato (2021); Kunsthaus Baselland, Basel (2019); Museum of Modern Art (MoMA) New York (zuletzt 2018); Kunsthaus Zürich (2017); Centre Pompidou, Paris (2015); Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2013).

Kurator: Klaus Biesenbach, Assistenzkuratorin: Lisa Botti.

WANN?

Ausstellungsdaten: Mittwoch, 14. September – Sonntag, 18. September 2022.

Öffnungszeit:
Di – Mi + So 10 – 18 Uhr
Do 10 – 20 Uhr
Fr + Sa 10 – 18 Uhr

WO?

Kulturforum, Neue Nationalgalerie

Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin-Tiergarten

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