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Freitag, April 19, 2024

Vorprogramm in März und April: Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart – Humboldt Forum | 17.05.2024-16.02.2025

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Am 17. Mai 2024 eröffnet das Humbolt Forum die Sonderausstellung “Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart”. Das Vorprogramm zu dieser Ausstellung umfasst ein Konzert von Das Resident Music Collective vom 28. bis 31. März 2024 und die Performance “Raumspiel” der Künstlerin katrinem am 13. April 2024.

Abb. oben: Visual der Ausstellung “Hin und Weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart”, © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss; bpk / Gerhard Kiesling

Wo sich heute das Humboldt Forum befindet, stand bis 2008 der Palast der Republik. Er war bis 1990 Sitz der Volkskammer und Ort der Repräsentation der DDR, aber auch eine Stätte der Alltagskultur mit modernem Design, Kunst, Theater und Diskothek, Restaurants und Cafés. Länger als in der DDR stand der Palast in der Bundesrepublik Deutschland: Viele Menschen erinnern sich bis heute begeistert an die kulturelle Zwischennutzung im entkernten Gebäude Anfang der 2000er Jahre. Ab 2006 erfolgte der durch den Bundestag beschlossene Abriss. Was für die einen die Befreiung von einem Repräsentationsbau des DDR-Unrechtsstaates war, empfanden andere als Auslöschung von Geschichte und Entwertung ostdeutscher Lebensleistung.

Mit dem Programm Der Palast der Republik ist Gegenwart setzt das Humboldt Forum in diesem Jahr einen Programmschwerpunkt – 50 Jahre nach dem Beginn des Baus des Palastes der Republik und 35 Jahre nach dem Fall der Mauer. Ausgangspunkt ist die Begegnung mit dem vieldeutigen Ort, der viele auch ein Symbol für das Ende der DDR ist. Er ist Erzähl- und Gesprächsanlass für eine kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von identitätsstiftenden Orten und für eine Diskussion politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen und Teilhabe – über Berlin und Deutschland hinaus.

DEEDS.NEWS-Stiftung Humboldt Forum - Wikimedia Commons - Istvan
Palast der Republik © Wikimedia Commons / Istvan, CC-BY-SA 3.0

28. März bis 31 März 2024: Mit Pauken und Palästen – Das Resident Music Collective Konzert
Mit seinem neuen Konzertprogramm bezieht sich das Resident Music Collective auf die geplante Sonderausstellung „Hin und Weg – Der Palast der Republik ist Gegenwart“. Musik hat im Palast der Republik eine große Rolle gespielt, von der Grundsteinlegung bis zur Zwischennutzung. Wo einst die Verwaltung – und Überwachung – des Palastes der Republik saß, im Marstall-Gebäude, befindet sich heute die Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Daher spielen diesmal auch Studierende und Instrumente aus der Hochschule im 15köpfigen Ensemble mit, das sich dem Phänomen des Kulturpalastes und seinen Räumen vielstimmig nähert. Paläste zeichnen sich durch eine im Vergleich zum städtischen Umfeld hervorgehobene Fassade aus; die Palast-Fassade lässt sich wie eine Partitur lesen.

Großer Saal, Foyer mit Gläserner Blume, Bowlingbahn, Jugendtreff, Milchbar, Theater im Palast – diese Orte klingen in der Erinnerung derer nach, die sie erlebt haben – und sind für die Nachwelt unerhörte Möglichkeitsräume. Zum Palast des Volkes wird ein Kulturhaus durch die Möglichkeit zur Teilhabe; diese hat das Publikum im ungewöhnlichen, transtraditionellen Konzert.

Das Resident Music Collective, gegründet im Sommer 2021 zur Eröffnung des Humboldt Forums von Musiker*innen aus der diversen Stadtgesellschaft Berlins, lädt immer wieder zu einer Entdeckungsreise mit Musik jenseits von Traditionen ein.

Am 13. April 2024: Mitmach-Performance: Klang und Gang auf dem Umriss des Palastes der Republik

Welche Dimensionen hatte der Palast der Republik, der bis 2006 da stand wo sich heute das Humboldt Forum befindet? Wie wackelig war und ist der Boden? Was hat das Schlurfen beim Gehen mit zivilem Ungehorsam zu tun?

Anlässlich der Sonderausstellung „Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart“, wird die Gebäudekontur auf den Boden gebracht. Zur Eröffnung dieser Umrissmarkierung entwickelte die Sound- und Performancekünstlerin katrinem ein Hör- und Geherlebnis. Schreiten, schlurfen und gehen Sie mit ihr und 24 trainierten Raumspieler*innen auf den Spuren des Palasts der Republik.

katrinem ist ausgebildete Musikerin und Komponistin und arbeitet als internationale Klang- und Performancekünstlerin mit Basis in Berlin (Deutschland) und Linz (Österreich).

Ein wesentliches Merkmal ihrer künstlerischen Arbeit ist die Erlebbarkeit von Klang und Raum. Seit 2004 untersucht katrinem in ihrer künstlerischen Forschung die Begehbarkeit von Städten für Fußgänger*innen und die damit verbundene Raumwahrnehmung. Zwei Perspektiven ihres Ansatzes sind: die Beobachtung von Orten (Place Studies) und die Selbsterfahrung im Raum beim Gehen (Path of Awareness). Beide Werkformate wurden bisher in vielen Städten weltweit umgesetzt.

Ab 13. April 2024: Draußen & digital: Re-Set. Der Palast der Republik in Augmented Reality

Auf dem Grundriss sind QR-Codes aufgetragen, die den Palast virtuell entstehen lassen – einfach mit dem Handy die QR-Codes scannen und sieben markante Einblicke als Augmented Reality entdecken: Ansichten der Ost- und Westfassaden, des Foyers, der Espresso-Bar, der Volkskammer sowie des Großen Saals.

DEEDS.NEWS-Stiftung Humboldt Forum - Deutsches Historisches Museum - digitale Reproduktion
Auftritt einer FDJ Singegruppe im Großen Saal des Palasts der Republik, Blick von der Bühne ins Publikum, © Deutsches Historisches Museum / digitale Reproduktion: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Ab 17. Mai 2024: Theaterspektakel Bau auf! Bau ab! – Theaterspektakel zum Palast der Republik mit Auszügen aus Der Bau von Heiner Müller und Franziska Linkerhand von Brigitte Reimann

Die rund 30 Jahre der Existenz des DDR-Prestigeobjekts stehen im Mittelpunkt einer theatralen Zeitreise, in der die Geschichte des „Palastes für das Volk“ lebendig wird. Ein Bürgerinnen-Ensemble, Zeitzeuginnen, Chöre in Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und der Hochschule für Musik Hanns Eisler lassen das Gebäude in einem Theaterhappening auferstehen und zeigen, welche Spuren dieser verschwundene Ort eingeschrieben hat. Premiere ist am 17. Mai 2024, insgesamt gibt es sieben Vorstellungen.

17. Mai 2024 bis 16. Februar 2025: Sonderausstellung

Die Ausstellung Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart beleuchtet auf 1.300 Quadratmetern und mit etwa 300 Exponaten die Geschichte und Gegenwart des Palastes. Viele davon sind erstmals wieder zu sehen. Zu entdecken sind Objekte aus dem und zum Palast, Entwürfe, Modelle, Plakate und Fotografien, Audio- und Videointerviews aus dem Projekt Erinnerungsarbeit im Humboldt Forum und partizipative Angebote.

Die Ausstellung widmet sich den verschiedenen Phasen des Gebäudes: von seiner Planung und Errichtung (1973–1976) über seine Nutzung als politisch-kulturelles Mehrzweckgebäude der DDR, seine Bedeutung als Sitz der ersten frei gewählten Volkskammer bis hin zur kulturellen Zwischennutzung und dem 2008 vollendeten Abriss in der Bundesrepublik Deutschland. Zahlreiche Kunstwerke und Ausstattungsstücke aus dem Palast der Republik veranschaulichen die verschiedenen Nutzungen des Hauses, darunter Fragmente der Gläsernen Blume oder das Gemälde Die Rote Fahne von Willi Sitte. Ausschnitte aus rund 50 Interviews stehen im Zentrum der Ausstellung und zeigen die Perspektiven von Menschen, die im Palast gearbeitet haben, die ihn besucht oder auch bewusst gemieden haben. Dabei kommen prominente und bislang ungehörte Stimmen zu Wort.

DEEDS.NEWS-Stiftung Humboldt Forum - Visualisierung des Palasts der Republik - Cyberräuber
Ausschnitte aus dem virtuellen Modell zum Palast der Republik von den CyberRäubern, © Visualisierung des Palasts der Republik: Cyberräuber

VR-Installation, Veranstaltungen, Führungen und Workshops

Führungen und Workshops stellen die Geschichte und Bedeutung des Palastes der Republik vor und laden dazu ein, sich auszutauschen und eigene Gedanken mitzuteilen. Bau, Funktion und Nutzung des Palastes zu verschiedenen Zeiten sind ebenso Thema wie die vielfältigen Erinnerungen daran. Tandem- und Kurator*innenführungen schaffen besondere Einblicke und Perspektiven. Workshops für Schulklassen und Erwachsene nehmen den Palast der Republik als Anlass für Interviewanalyse und kreatives Schreiben.

Publikation

Die Publikation Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart positioniert den Palast in den gegenwärtigen gesamtdeutschen Fragen um Repräsentation, Vielstimmigkeit und Teilhabe. Das Buch behandelt Aspekte wie Asbest, Ausverkauf, Baustellen, Erinnerung, Gläserne Blume, Kulturpaläste, Marx & Engels, Rekonstruktion, Solidaritätsbasare, Sowjetunion, Stasi, Volkskammer, Zweifel, Zwischennutzung und mehr. Es eröffnet neue Perspektiven durch künstlerische Positionen, Forschung sowie Erfahrungswissen. Mit Textbeiträgen u. a. von Victoria Helene Bergemann, Aron Boks, Gesine Danckwart, Hanno Hochmuth, Dagmar Hovestädt, Zsófia Kelm, Ilko-Sascha Kowalczuk.

DEEDS.NEWS-Stiftung Humboldt Forum - bpk - Max Ittenbach
Blick in die Treppenhalle vom Palast der Republik Aufnahmedatum: 1970er Jahre, © bpk / Max Ittenbach

WANN?

Ausstellungsdaten: Freitag, 17. Mai 2024 bis Sonntag, 16. Februar 2025
Öffnungszeiten: Mi – Mo, 10:30 – 18:30 Uhr
Dienstag geschlossen

Konzertdaten: Donnerstag, 28. März bis Sonntag, 31 März 2024
19:00 – 21:00 Uhr

Mitmach-Performance: Samstag, 13. April 2024
15:00 – 16:00 Uhr

Theaterspektakel:
Freitag, 17. Mai – Samstag, 18. Mai 2024
Montag, 20. Mai – Freitag, 24. Mai 2024
und Freitag, 31. Mai 2024
19:00 – 21:00 Uhr

WO?

Humbolt Forum
Schloßplatz
10178 Berlin

Konzert: Saal 1, EG
Mitmach-Performance: Passage, Schlüterhof

KOSTET?

Ausstellung ticket:
Early Bird Ticket buchbar bis 16. Mai: Regulär 9 EUR / Ermäßigt 4,50 EUR
ab 17. Mai: Regulär 12 EUR / Ermäßigt 6 EUR

Mit Pauken und Palästen Konzert:
Regulär 12 EUR / Ermäßigt 6 EUR

Klang und Gang Mitmach-Performance:
kostenlos

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