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Montag, März 4, 2024

Planungswettbewerb für Neubau Pina Bausch Zentrum in Wuppertal + Ausstellung | 07.06.-18.06.2023

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Ein wichtiger Meilenstein zum Neubau des Pina Bausch Zentrums in Wuppertal-Elberfeld wurde erreicht. Im Wettbewerb um den Neubau des Pina Bausch Zentrums unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Schauspielhauses und Sopp’schen Pavillons vergab das Preisgericht am 1. Juni 2023 drei Preise. Im Rahmen einer Ausstellung im Schauspielhaus, das zentraler Bestandteil des zukünftigen Zentrums werden soll, können sich alle Interessierten vom 7. bis 18. Juni 2023 ein Bild aller acht Teilnehmer-Beiträge der Endrunde machen.

Abb. oben: Siegerentwurf Diller Scofidio + Renfro LLC, New York / Foto und Copyright: Diller Scofidio + Renfro LLC, New York

Im Zentrum von Wuppertal-Elberfeld soll auf der sogenannten »Kulturinsel«, auf der sich auch das Schauspielhaus befindet, am Wupperbogen das Pina Bausch Zentrum mit internationaler Strahlkraft entstehen. Das Pina Bausch Zentrum soll zukünftig ein lebendiger, kreativer Ort für Kunst und Begegnung sein. Die Tänzerin und Choreografin Pina Bausch (1940–2009) gilt als Pionierin des modernen Tanztheaters und als eine der einflussreichsten Choreograf*innen und Künstler*innen des 20. Jahrhunderts. Seit 1973 prägte die Künstlerin als Leiterin des Tanztheaters Wuppertal einen neuen, revolutionären Stil, der weltweit Maßstäbe gesetzt und das Ensemble zu höchsten internationalen Erfolgen geführt hat. Mit dem geplanten Pina Bausch Zentrum wird erstmals weltweit eine Choreografin mit dem Bau eines großen, ihr gewidmeten Zentrums der Künste geehrt. Das inhaltliche Konzept umfasst dabei vier Handlungsfelder:

– das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

– die Pina Bausch Foundation

– ein (zu gründendes) internationales Produktionszentrum für spartenübergreifende Produktion

– das (zu gründende) Forum Wupperbogen zur Implementierung der Partizipation in allen Handlungsfeldern

Die neue Kultureinrichtung Pina Bausch Zentrum (Schauspielhaus, ergänzender Neubau und Sopp‘scher Pavillon) sollte ein exponierter, zeitgenössischer, zur breiten Teilhabe einladender, offener Ort für Wuppertal und die Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen mit einem hohen Anspruch an Ökologie und Nachhaltigkeit werden. Die zentrale Herausforderung für die Ästhetik des Neubaus lag in dieser Öffnung und den Verbindungsachsen, sowohl innerhalb des Bauwerks sowie in die Stadt. Es sollte in seiner zukünftigen Nutzung und Neuausrichtung ein nachhaltiges Zeichen des Selbstverständnisses der Stadtgesellschaft und ihrer Perspektiven setzen und zugleich nationale und internationale Strahlkraft entwickeln.

DEEDS NEWS - Platz Hascher Jehle Design GmbH, Berlin - Foto Hascher Jehle Design GmbH, Berlin
2. Platz Hascher Jehle Design GmbH, Berlin / Foto und Copyright: Hascher Jehle Design GmbH, Berlin

Das Pina Bausch Zentrum sollte nicht nur Zentrum für Exzellenz sein, sondern auf experimentelle Kooperation der vier Handlungsfelder untereinander setzen und als Haus mit anderen Zielen und als ein für möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen »rund um die Uhr« offener Ort gestaltet werden. Hierfür war eine Transformation des bestehenden Theaterbaus notwendig.

Zur Umsetzung des Konzepts soll zum einen das bestehende Schauspielhaus im Wesentlichen erhalten, funktional ertüchtigt und modernisiert werden. Zum anderen soll ein Neubau mit einer Bruttogrundfläche von ca. 5.000 m2 entstehen, um den vier Handlungsfeldern ausreichend Platz zu bieten. Die Grundrisskonzeption, die Gestalt des denkmalgeschützten Schauspielhauses und des geplanten Neubaus sowie die Integration des sogenannten Sopp‘schen Pavillons am nordöstlichen Grundstücksrand in das Raumkonzept sollten im Rahmen des vorliegenden Wettbewerbs geklärt werden. Ebenso sollten Aussagen zur Freiraumgestaltung getroffen werden.

DEEDS NEWS - Platz Auer Weber Assoziierte GmbH, München - Foto Auer Weber Assoziierte GmbH, München
3. Platz Auer Weber Assoziierte GmbH, München / Foto und Copyright: Auer Weber Assoziierte GmbH, München

Die Stadt Wuppertal und die Nutzer erwarteten eine in städtebaulicher, gestalterischer, wirtschaftlicher und funktionaler Hinsicht zukunftsweisende und nachhaltige Lösung der Wettbewerbsaufgabe. Nachhaltigkeit, Strahlkraft und ästhetische Innovation, Transparenz und Offenheit waren nur einige Aspekte, die damit verbunden sind.

Die Finalisten in der Ausstellung

Die Gewinner:innen des internationalen Planungswettbewerbs zur Entwurfsauswahl für das Pina Bausch Zentrum stehen nun fest. Die Jury wählte in einem anonymen Verfahren auf den ersten Platz den Entwurf des Architekturbüros Diller Scofidio + Renfro aus New York, der zweite Platz geht an das Büro Hascher Jehle Design GmbH aus Berlin und der dritte an Auer Weber Assoziierte GmbH aus München. Namhafte nationale und internationale Architekturbüros haben, meist in Kooperation mit Landschaftsarchitekturbüros, Entwürfe eingereicht, die den internationalen Stellenwert des Pina Bausch Zentrum unterstreichen. Eine hochkarätig besetzte Jury wählte in einem zweistufigen Verfahren die Preisträger:innen aus. Im Rahmen der Ausstellung im Schauspielhaus, das zentraler Bestandteil des zukünftigen Zentrums werden soll, können sich alle Interessierten vom 7. bis 18. Juni 2023 selbst ein Bild aller acht Teilnehmer-Beiträge der Endrunde machen.

Mehr zu den Preisträger*innen

Mit Diller Scofidio + Renfro geht der erste Preis an eines der weltweit führenden Architekturbüros für Kulturbauten. Das New Yorker Büro sieht einen Glasriegel aus recyceltem Stahl mit variablen Arbeitsräumen, Innen- und Außenbühnen sowie Begrünung für das Pina Bausch Zentrum vor. Als Referenzen kann das Büro die Renovierung und Erweiterung für das Museum of Modern Art (MoMA) und Museumsbauten in New York, Los Angeles, Boston und China vorweisen. Die Berliner Architekten Hascher Jehle Design schlagen einen horizontal begrünten Holz- und Glaskubus mit Pavillon vor dem Gesamt-Ensemble vor. Sie haben sich mit vielen Bildungs- und Verwaltungsgebäuden profiliert. Das Büro aus München, Auer Weber Assoziierte, hat eine Kreis-Konstruktion für das geplante Pina Bausch Zentrum entworfen. Die Münchner zeichnen auch für das olympische Wassersportstadion in Paris und die Arena in Aix-en-Provence verantwortlich. Alle Entwürfe schaffen attraktive Verbindungen zwischen Alt- und Neubau, zur Wupper hin und zwischen Stadt und Kunst.

PROGRAMM

7. Juni 2023, 12 Uhr Ausstellungseröffnung
Ab 15:30 Sitzung der Ratskommission Pina Bausch Zentrum und des Kulturausschusses.
Ab 19 Uhr öffentliche Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Prof. Uwe Schneidewind und Christoph FelgerDavid Chipperfield Architects und Mitglied des Preisgerichts, zum Thema „Orte der Kunst für das 21. Jahrhundert“. Bei einem gemeinsamen Ausstellungrundgang kann sich die Öffentlichkeit über die kulturpolitischen Ziele und das Verfahren informieren.

Mittwoch, 14. Juni, 19 Uhr: Gespräch „LANDMARKS DESIGNED IN TERMS OF DANCE – Kunst- und Kulturorte der Zukunft“ mit Boris Charmatz, neuer künstlerischer Leiter des Tanztheater Wuppertal Pina BauschSalomon Bausch, Gründer und Leiter der Pina Bausch Foundation, sowie Eva Pepper und Nadia BalfeManchester International Festival und Mikael Aaltonen für das 2022 neu eröffnete Dance House Helsinki.
 
Die Ausstellung wird täglich Montag bis Samstag von 11 bis 18 UhrSonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet sein. Es werden spezielle Führungen angeboten.

WO?

Schauspielhaus
Bundesallee 260
42103 Wuppertal

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