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Mittwoch, November 30, 2022

Sound in the Garden – Neue Nationalgalerie | 06.08.-04.09.2022

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Erstmals seit 1986 finden im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie wieder Live-Konzerte statt: An fünf Wochenenden vom 6. August bis 4. September 2022 treten zwischen den Skulpturen von Bernhard Heiliger, Henri Laurens oder René Sintenis so unterschiedliche Musik- und Performance-Acts wie Älice, Wandermüd, Imran Ayata & Bülent Kullukcu mit Cavidan Ünal, caner teker & Nkisi sowie die Deep Gold Band auf.

Abb. oben: Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie, © Ludwig Mies van der Rohe / VG Bild-Kunst, Bonn 2022 / Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker

Der Skulpturengarten, der seit der Sanierung und Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie im letzten Jahr wieder zugänglich ist, wird als abendlicher Ort für Konzerte wiederbelebt: Mit „Sound in the Garden“ startet eine neue Konzertreihe, die an das historische Format „Jazz in the Garden“ anknüpft, das hier in den 1970er-Jahren bis Mitte der 1980er-Jahre stattgefunden hat. Dabei wird „Sound in the Garden“ das musikalische Spektrum erweitern und zeitgenössische Formate auf die Bühne bringen. Musiker*innen und Bands verschiedenster Backgrounds und Genres sind eingeladen, in ihren Liveauftritten mit Werken der aktuellen Sammlungspräsentation „Die Kunst der Gesellschaft“ in Dialog zu treten. Ganz persönliche Verbindungen und Assoziationen finden so Eingang in die musikalische oder performative Auseinandersetzung.

DEEDS NEWS - courtesy of SMB Neue Nationalgalerie - Jazz in the Garden - Foto Ludwig Windstosser
Jazz in the Garden, Konzertreihe im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie, 1972, Foto: Ludwig Windstosser

PROGRAMM

Älice
Samstag, 6. August 2022, 20 Uhr
Die Sängerin, Songwriterin und Performerin Alice Martin setzte bereits als Gründungsmitglied der Band Chefboss neue Standards für deutschsprachigen, Female* Dancehall und positionierte sich gegen Sexismus und Homophobie mit ihrer ganz eigenen Originalität und energiegeladenen Rhythmik. Nun startet sie als Älice ihr Soloprojekt und bewegt sich auf ihrem Debütalbum „Zebra“ zwischen R’n’B, Hip Hop und etwas, das man ungern als Pop bezeichnen will, weil ihre Songs dafür einfach zu viel Seele haben. Zudem legt sie Wert auf kulturellen und internationalen Austausch mit anderen Künstler*innen und Organisationen. Für ihren Auftritt in der Neuen Nationalgalerie hat sich Älice vom Bild „Bogenschützen“ von Sascha Wiederhold inspirieren lassen.

Wandermüd
Samstag, 13. August 2022, 20 Uhr
In ihrem feinfühligen Zusammenspiel präsentieren Winnie Brückner (Gesang, Electronics) und Susanne Paul (Cello, Electronics) Kunstlied-Reboots und modernen Artpop. Mit Soundschleifen, Hallfahnen und Pixelgewittern erschaffen die beiden Berliner Musikerinnen einen opulent orchestralen Sound, um im nächsten Moment wieder ganz pur und kammermusikalisch zu klingen. Hinreißende Perlen des romantischen Liedguts fächern sie respektvoll auf, um sie frisch und gegenwärtig zu Gehör zu bringen. Umgekehrt bürsten sie in ihren eigenen Songs Indie-Pop und Jazz auf eine Weise gegen den Strich, dass deren empfindsame, romantische Seele hervortritt.

AYKU
„Songs of Gastarbeiter“ Samstag, 20. August 2022, 20 Uhr
Für ihre Compilation-Reihe „Songs of Gastarbeiter” wühlten der Berliner Autor Imran Ayata und der Münchner Künstler Bülent Kullukcu in Archiven, durchforsteten die Musiksammlungen ihrer Eltern und Bekannten, fragten Freunde und Fremde, um Songs der ersten Einwanderergeneration zu finden. „Songs of Gastarbeiter“ ist ein musikalisches Diorama migrantischer Milieus in Deutschland und erzählt die popkuturelle Geschichte der BRD aus der migrantischen Perspektive. Ayata und Kullukcu laden ein zu einer musikalischen Reise und präsentieren ihren Musikfundus als Musical Lecture. Als Special Guest haben sie Cavidan Ünal, Protagonistin des Films „Ask, Mark ve Ölüm – Liebe, D-Mark und Tod“, eingeladen.

caner teker & Nkisi
Samstag, 27. August 2022, 20 Uhr
Mit einer Sound-Performance basierend auf Bewegungen des traditionell türkischen Öl-Ringkampfes werden Nkisi und caner teker den psycho[1]akustischen Resonanzraum ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gemeinsam erforschen. Auf einer Prozession durch das Museum, zwischen sozialen Choreographien und Poesie, werden sie die Geister rufen und in die Unterwelt der Neuen Nationalgalerie führen. caner teker ist eine Unterstützerin*, Überlebend*e, Verbündet*e und Choreograph*in, wurde 1994 in Duisburg geboren und lebt zwischen Amsterdam, Berlin und Düsseldorf. Melika Ngombe Kolongo alias Nkisi ist eine Londoner Produzentin, bildende Künstlerin und DJ. Nkisi produziert intensive, kraftvolle Klänge, die von alten Kongo, rhythmischem Lärm, dem elektromagnetischen Netz unseres Planeten und experimenteller Improvisation beeinflusst sind.

Deep Gold Band & Gäste
Sonntag, 4. September 2022, 16 Uhr
Das vierköpfige Ensemble um den Komponisten und Musiker Hans-Jörn Brandenburg entstand anlässlich von Julian Rosefeldts Filminstallation „Deep Gold“ (2013/2014). Der Schwarz-Weiß-Film, der aktuell in der Ausstellung „Die Kunst der Gesellschaft“ zu sehen ist, ist eine Hommage an Luis Buñuels surrealistischem Klassiker „L’Âge d’Or” (1930). Die Deep Gold Band spielt heute Musik aus dem Film und Werke aus dem Theaterstück „Oben&Unten“ (1929.) von Kurt Schwitters. Als Gäste sind die Sopranistin Amanda Halgrimson-Walzer, die Puppenspielerin und Sängerin Suse Wächter und als Schwitters-Rezitator Axel Werner eingeladen.

Konzeption und Projektleitung: Janet Röder auf eine Initiative von Klaus Biesenbach.

Tickets für Konzert und Ausstellung sind online erhältlich: www.smb.museum/veranstaltungen. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im Innenbereich statt.

WANN?

Samstag, 6. August – Sonntag, 4. September 2022

WO?

Kulturforum, Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50
10785 Berlin-Tiergarten

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