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Criss-Cross Pollination – Gruppenausstellung bei SomoS | 28.09.-01.10.2022

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SomoS präsentiert Criss-Cross Pollination, eine Gruppenausstellung die die sozio-politische Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen im Rahmen der Migration untersucht, mit Video, Installation und Malerei von Anwar Al Atrash, İnci Eviner, Jasmina Metwaly, Manaf Halbouni und Verena Kyselka, kuratiert von Ayça Okay. Sie nutzt die Narration als Instrument, um die anhaltende Kritik an der globalen Migrationspolitik und deren Auswirkungen auf Immigranten zu thematisieren, wobei es auch um Themen wie Zugehörigkeit, Identität und Entfremdung geht.

Abb. oben: İnci Eviner, Parliament, 2010, Einkanal-HD-Video, 3′-Loop, 2-Kanal-Ton

Die Ausstellung, die die Ergebnisse botanischer Archivrecherchen und einer Reihe von Umfragen integriert, baut auf den persönlichen Erfahrungen der Kuratorin und der teilnehmenden Kunstschaffenden bei der Suche nach ethnischer Koexistenz in einem für sie fremden Land auf.

Mit der Botanik als zentraler Metapher erforscht sie die Verbindungen zwischen der Bewegung von Menschen und der von Pflanzen und hebt die lebenswichtige Bedeutung von Vielfalt und Querbestäubungen im Gegensatz zu den negativen Auswirkungen von Monokulturen hervor.

DEEDS NEWS - courtesy of SomoS - Verena Kyselka
Verena Kyselkak, Il tavolo è preparato, 2022, Setzlinge, Tischtuch, Teller, Tisch, Maße variabel

An der von Ayça Okay im Rahmen ihres Kuratorenaufenthalts bei SomoS kuratierten Ausstellung nehmen namhafte Künstler aus der Türkei, Deutschland, Syrien und Ägypten teil: Anwar Al Atrash, İnci Eviner, Jasmina Metwaly, Manaf Halbouni und Verena Kyselka.

In dem Projekt stützt sich Okay auf ihre umfangreichen Forschungen zu Urbanismus, Post-Anthropozentrismus, Ökokritik, Verflechtungstheorie (in der Archäologie) und kritischer Kunsttheorie, um die Rolle der Botanik und des Menschen in der Perspektive des urbanen Lebens zu analysieren. Die Erfahrungen der Kuratorin, die als türkische Kunstschaffende in Berlin lebte, beeinflussten das Projekt.

“Ich habe gelernt, dass Pflanzen, wie auch Menschen, verschiedenen biologischen Einflüssen durch die dominanten Arten des Ökosystems, in das sie einwandern, ausgesetzt sind. Diese Migration, die manchmal verheerend für den Migranten ist, kann auch für das migrierende Ökosystem verheerend sein. Und auch Pflanzen durchlaufen einen Prozess, bei dem sie genauso viel ‘Papierkram’ ausgesetzt sind wie Menschen.”

Ayça Okay

Es ist jedoch klar, dass das Organische das Legale übertrumpft. Criss-Cross Pollination schlägt neue Sichtweisen auf die Migration vor und lädt das Publikum ein, den Wert der Mobilität für bestehende soziale Strukturen und Ökosysteme zu bedenken, da es die Erfahrungen von Individuen berührt, die sich genau wie Pflanzen anpassen. Auf diese Weise schlägt die Ausstellung in Anlehnung an den französischen Schriftsteller und Dichter Eduard Glissant eine andere Art des Denkens über Migration vor, indem sie diese durch den Ausdruck “SoJourner” ersetzt.

DEEDS NEWS - courtesy of SomoS - Anwar Al Atrash - Red Carpet
Anwar Al Atrash, Red Carpet, Installation documenta15, kassel

Die Ausstellung greift in ihren verschiedenen künstlerischen Positionen hochaktuelle Themen auf, die aus der Sicht von Migranten betrachtet und interpretiert werden, und ist ein Plädoyer für eine zugängliche, vernetzte globale Welt.

Ayça Okay (geb. 1991) ist eine in Istanbul lebende unabhängige Kuratorin, Forscherin und Kunstautorin. In Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen Institutionen hat Ayça Okay mehrere forschungsbasierte kuratorische Projekte zu den Themen Urbanismus, Ökokritik, Post-Anthropozentrismus, Verschränkungstheorie (in der Archäologie), feministisches und queeres Kuratieren und kritische Kunsttheorie geleitet. Okay nimmt derzeit am International Curatorial Program (ICP) des Berliner NODE Center for Curatorial Studies teil. Sie ist Mitglied des Tukey-Zweiges der Pariser Vereinigung AICA (Association Internationale des Critiques d’Art). Darüber hinaus ist sie Mitglied des CIMAM (Internationales Komitee für Museen und Sammlungen moderner Kunst) mit Sitz in Madrid, Spanien. Derzeit schreibt sie Artikel und Rezensionen für die in Istanbul erscheinende Milliyet Sanat Newspaper, das ArtDog Magazine und StirWorld, eine internationale Publikation über zeitgenössische Kunst und Design.

WANN?

Eröffnungsempfang: Dienstag, 27. September, 16 – 19 Uhr

Ausstellungsdaten: Mittwoch, 28. September bis Samstag, 1. Oktober 2022

Öffnungszeiten: 14 – 19 Uhr

WO?

SomoS
Kottbusser Damm 95, 1.0G
10967 Berlin-Kreuzberg

ÖPNV

U8 – Schönleinstraße

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