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Donnerstag, Mai 23, 2024

Museum Barberini: Edvard Munch. Lebenslandschaft | 18.11.2023-01.04.2024

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Die Kunst Edvard Munchs ist für ihre eindringlichen Darstellungen tiefer menschlicher Gefühle bekannt. Eine ebenso wichtige Rolle spielt in seinen Werken jedoch die Faszination für die Natur, die nun erstmals in einer Ausstellung thematisiert wird. “Munch. Lebenslandschaft”, ab 18. November 2023 im Potsdamer Museum Barberini, widmet sich den wissenschaftlichen und philosophischen Einflüssen auf sein Werk und erschließt sein Werk als Resonanzraum der heutigen Klimakrise.

Abb. oben: Edvard Munch, Summer Night by the Beach, 1902–03, Oil on canvas, 103 × 120 cm, Photo Österreichische Galerie Belvedere, Vienna

Einerseits verstand Edvard Munch die Natur als sich zyklisch erneuernde Kraft, andererseits sah er sie als Spiegel seiner seelischen Zerrissenheit. Munch entwickelte ein pantheistisches Naturverständnis, das er auf die norwegischen Küsten und Wälder projizierte. Die dramatischen Wetterverhältnisse in seinen Gemälden erhalten vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise eine überraschende Brisanz.

In Edvard Munchs Zeit wandelte sich das Naturverständnis radikal. Unter dem Eindruck neuer Entdeckungen in Biologie, Physik, Medizin und Geologie wurde die Natur nicht mehr als etwas Statisches und Greifbares wahrgenommen, sondern als etwas Dynamisches, das ständig in Bewegung ist. Die Menschen entwickelten ein Bewusstsein für Prozesse, die für das bloße Auge unsichtbar sind – seien es langsame Veränderungen von großer Tragweite wie die Kontinentalverschiebungen und die Entwicklung der Arten oder das nur unter dem Mikroskop sichtbare Gewimmel der Bakterien. Die Grenzen zwischen Mensch und Tier, zwischen Pflanzen und Mineralischem verschoben sich, verschwammen und wurden zum Teil aufgehoben.

DEEDS NEWS - Courtesy of Museum Barberini - Edvard Munch, The Yellow Log, 1912, Oil on canvas, 129.5 × 159.5 cm, Munchmuseet, Oslo
Edvard Munch, The Yellow Log, 1912, Oil on canvas, 129.5 × 159.5 cm, Munchmuseet, Oslo

Die Ausstellung zeigt rund 90 Werke von internationalen Leihgebern, darunter das Munchmuseet, Oslo, das Museum of Modern Art, New York, das Dallas Museum of Art, die Staatsgalerie Stuttgart, das Museum Folkwang, Essen, und das Von der Heydt-Museum, Wuppertal.

Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, des Clark Art Institute, Williamstown, und des Munchmuseet, Oslo.

Parallel zur Potsdamer Schau widmet sich eine zweite Ausstellung Munch und Berlin: Edvard Munch. Zauber des Nordens in der Berlinischen Galerie (15. September 2023 bis 22. Januar 2024). Zum Besuch beider Ausstellungen bieten die Museen ein Kombiticket an – alle Informationen dazu finden Sie hier.

Beide Ausstellungen stehen unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Seiner Majestät König Harald V. von Norwegen.

WO?

Museum Barberini – Museen der Hasso Plattner Foundation gGmbH
Humboldtstr. 5–6
14467 Potsdam, Germany

WANN?

Ausstellungstermine: Samstag, 18. November 2023 – Montag, 01. April 2024

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